Politik zwischen Nationalismus und Globalismus


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flickr.com/ Skley/ (CC BY-ND 2.0)

Verschwörungstheoretische Nischen suchen ihre Anhänger

Ein Klima der Angst breitet sich aus auf sehr vielen Ebenen. Natürlich könnte man ein derartiges Phänomen in irgendeine verschwörungstheoretische Nische schieben, gar politisch ausschlachten, was tatsächlich auch real geschieht, denken wir an die sogenannte Wahrheitsbewegung. Doch wirklich hilfreich kommt man dabei nicht weiter, ganz im Gegenteil, immer mehr Verunsicherung wird bewußt geschürt.

Woran liegt das, wer profitiert von solch einem Vakuum nebulöser Ängste? Die einen behaupten, ein gewisser Mainstream und dessen Medien wären Schuld, die Bürger hätten genug, fühlen sich verraten und im Stich gelassen von der etablierten Politik. Ein Stückweit kann und muß man ihre Sorgen teilen, da sie keineswegs unberechtigt sind.

Solange die bestehende Politik weiterhin den fortschreitenden Sozialabbau bewilligt, gleichzeitig eine kriegslüsterne Aufrüstung stillschweigend duldet, obendrein Konzerne unverblümt agieren läßt, die Privatisierung begünstigt, denken wir an den Trick mit der Infrastrukturgesellschaft, entsteht zunächst mal entsprechende Kritik, die durchaus berechtigt Fragen formuliert.

Genau dies machen sich fanatische Extremisten zunutze. Sie bedienen sich einfacher Phrasen, um all diejenigen zu erreichen, die aus den genannten Gründen die bestehende Politik und deren Machenschaften hinterfragen. Wer dabei nicht aufpaßt, findet sich schnell in entsprechenden Gruppierungen. Die Bedeutung einer „rechten Gesinnung“ hat ohnehin einen wesentlich breitgefächerten Stellenwert erhalten angesichts ihrer simplen, neu erschaffenen Formulierungen und Rechtfertigungen. Ob eine identitäre Bewegung, Patrioten, Reichsbürger oder eben die bekannten Parteien wie die NPD, diese neue AfD, sie alle sind längst vereint in der Neuen Rechten.

Besonders perfide wird es, wenn manche glauben, sie könnten sich in solchen Gruppierungen wegducken oder gar reinwaschen, man wolle doch das deutsche Volk vor größerem Schaden bewahren, weil ansonsten „der Deutsche“ eines Tages nicht mehr existiere. Solchen Verirrten kann man nur trocken und bestechend logisch begegnen und antworten, die Welt kann sich keinesfalls ein Zurück zum Nationalismus leisten, der Globalismus und der damit verbundene Multikulturalismus haben sich längst durchgesetzt.

Das wird auch ein Donald Trump mit dessen simplem Slogan „America First“ ziemlich schnell zu spüren bekommen, weil Isolation sonst die Folge wäre. Jener neue Präsident kann unmöglich sich vor den anderen Nationen abschotten, die gegenseitige, wirtschaftliche Abhängigkeit verbietet es ihm schlicht und ergreifend. Alles insofern nur eine einzige Schmierenkomödie, eine Ablenkung, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen, weil tatsächlich anderes damit bezweckt wird?

Schon begibt man sich erneut auf der Ebene möglicher Verschwörungsszenarien. Zu viele Zweifel verharren im Raum, geben natürlich Anlaß zur Sorge. Wohin driftet eine Weltpolitik, die stur an den alten Mustern der Ausbeutung, eines Imperialismus festhält, anstatt endlich eine Politik voranzutreiben, die Gerechtigkeit und Humanismus wenigstens ansatzweise anwendet? Wir leben mittendrin und müssen versuchen, das beste draus zu machen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Politik zwischen Nationalismus und Globalismus

  1. marisasminds schreibt:

    Hat dies auf Marisa's Mind rebloggt.

    Gefällt mir

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