Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 2


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Zweites Beispiel: Veranstaltung am 10.05.2017 zu Integrationsfragen im Kreishaus Güstrow… Anwesend nur ein paar Bundestagsabgeordnete, eine Ministerin und so ziemlich alle, zu denen wir als Integrationsbüro der B. bereits unmittelbaren Kontakt geknüpft hatten. Ich war als offizieller Vertreter von B. akkreditiert, musste aber auf „Befehl“ von Ihnen (sic) offiziell darauf verzichten, mich als Vertreter von B. erkennen zu geben. Grund: Ich hatte mich gegenüber Frau T. geweigert, meine für den Tag geplanten Vormittags-beratungsgespräche zu canceln und meinen Dienst erst 12.30 Uhr anzutreten. Ich hätte gefälligst nur 6 h am Tag „zu integrieren“. Irre.

Na ja. Ich war trotzdem da. In meiner Eigenschaft als Ehrenamtler der „Villa Kunterbündnis“ der Landtagsabgeordneten L.. Die frisch ernannte integrationsahnungslose Offizielle der B. hat dem Integrationsbüro der BBS kein „Feedback“geliefert. Ich schon. U.a.. das Grundgesetz der BRD auf arabisch. Und ein paar Lehrfilme für meine (damaligen) Kolleginnen.

Drittes Beispiel: Kontaktaufnahme mit dem Fachdienst „Integration“ des Landkreises Rostock (übrigens Träger des JCs Güstrow), um die offiziellen Fachleute (Integrationslotsen) kennenzulernen. Deren „Stammsitz“ ist dummerweise Bad Doberan. Ich solle bewirken, dass die gefälligst zu B. zu kommen hätten. Meinte Frau T. Na ja. Ganz plötzlich, nach einer von mir versandten Mail geschahen diesbezüglich wahre„Wunder“. Incl. Dienstwagen…

Zeitfaktoren können bei Behörden und Bäckerläden eine Rolle spielen. Bei der Arbeit mit Menschenleben nicht.

Wo wir bereits wieder beim Henkerbeil „Zertifizierungsangst“, also Angst um den eigenen Arbeitsplatz meiner Vorgesetzten angekommen wären. Was ich verstehen kann.

Zusammengefasst:

1. Wenn ich „brenne“ und mich zu 100% zu der mir übertragenen Aufgabe bekenne, brauche ich keinen Aufpasser. Ich hab deren einige, denn wir waren ja lt.„Bundesprogramm“ immanente Problemfälle/Arbeitsungewohnte. Und müssen zaghaft (gestaffelt 15–30 h/KW) wieder an Arbeit gewöhnt werden. Und die wissen eh‘ nicht so genau, was sie tun sollen und müssen. Woher auch. Sitzen im gut ausgestatteten Büro und warten. Und warten. Geduldig bis zum Zahltag. Ich denke, dies wäre der Idealfall. Für Sie.

2. Dem ist nicht so, andersrum, wir qualifizierten uns gegenseitig selbst, und ich sehe weit und breit niemanden bei BBS, der uns in Fragen „Integration“ qualifizieren“ könnte. Abgesehen von ein paar hilflosen Bemühungen, uns beizubringen, wie man eine Bewerbung schreibt. Das erledigten wir intern längst auch selber.

3. Eine Frau an meine Seite zu setzen, welche den A1-Deutschkurs für Asylbewerber nicht bestehen würde, erscheint mir als Zumutung. Frau P. wäre z. B. im „Fairkauf“ am Ort ihrer Träume und Fähigkeiten. In einem Integrationsbüro nicht.

4. Ich bat Sie über Frau L. um einen Gesprächstermin. Ich bekam keinen. Die Würfel waren wohl schon „gekullert“. Ich bat Frau M. (JC) um einen Gesprächstermin. Und bekam keinen. (sic). Kommt auf das gleiche raus.

5. Ich wollte „Schlüsselgewalt“, nicht nur über unsere Bürotür, sondern auch über die Außentür. Des Bürogebäudes. Und Vertrauen, dass wir unsere Arbeit pünktlich beginnen. Die Putzfrau hat sie. Die Schlüsselgewalt. Für uns sind keine Schlüssel da. Wenn ich pingelig wäre, würde ich Ihnen sagen, die Außentüre zu unserem Büro geht nicht nach außen auf. Fluchtweg versperrt. Gebäude nicht nutzbar. Ich war nicht pingelig… Nun bin ich’s. Nur so nebenbei.

6. Integration heißt für mich, Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, hier gestrandet sind, zu helfen. Das will ich und das konnten nur Zwei in unserem Büro. Frau R. und ich. Alle Kontakte mit Behörden, Institutionen und Partnern, welche für unsere Arbeit wichtig sind, gelinde gesagt, mein/unser Werk, nicht das unserer Vorgesetzten und unserer „Beigesetzten“, so ganz nebenbei von Frau T. und der „familienbetreuten“ Frau P..

7. Eine„Integrationsberatung“ spielt nicht im Sand. Sie spielt mit Menschenleben. Mit dem Leben von Menschen, welche was durchgemacht haben, wovon Sie nicht „albträumen“ möchten. Nicht ganz erfolglos. Haben wir uns selbst „antrainiert“. Hilfe von „oben“ erfolgt nur durch Gängelei – siehe Bundesprogramm. „ Gefälligkeitscoaching“ meiner Kolleginnen durch einen Dritten kommt dazu, kurzum, wir sind „Deppen“, werden als solche behandelt. Als unmündige Kinder.

8. Medienpräsenz hätte B. bereits vor „Fairkauf“ haben können. Gleich zu Beginn unseres Projekts. Es ist daran gescheitert, dass wir für jeden „Furz“ eine Erlaubnis brauchten. Liegt in der Substanz des Projekts „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“. Welche diesbezüglich aus Unkenntnis der Sachlage (unser Job) nicht erteilt wurde. War ja nur eine Landtagsabgeordnete, welche wir nicht besuchen durften, weil der durch mich verabredete Termin der Standortchefin „unpässlich“ war.

Die Landtagsabgeordnete (in deren Umfeld ich seit langem und noch heute in Sachen Integration ehrenamtlich tätig bin – nun erst recht (!) Freizeit, welche seit Jahren erfolgreiche und anerkannte Integrationsarbeit betreibt, möge bitte Terminvorschläge machen, welche eventuell Frau T. passen. Irgendwie, so denke ich, muss man doch wissen, wer der Berg und wer der Prophet ist… Ich wusste dies vor meiner Einstellung. Wenn ich gewusst hätte, in was für ein Meer voll von Schleimaalen im Rahmen der „Hartz -IV-Industrie“ ich mich da begebe, hätte ich sanktionslos ablehnen können.

9. Na ja. Nun droht man mir mit „Sanktionen“. Wenn ich meinen „mit B.“ abgesprochenen Jobcentertermin am 22.05.17, 11.00 Uhr, nicht wahrnehme.

Fortsetzung folgt…

Peter Petereit

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 1

Kategorie: Soziales

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