Saudi-Arabien: Rüstungsdeals en masse


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flickr.com/ abusen/ (CC BY-NC 2.0)

Mit Donald Trumps Besuch in Riad bestätigt die Weltpolitik ihre Ignoranz

Alle Welt kehrt ein in Saudi-Arabiens Sonnenschein, nicht etwa um sich der Wärme und ihrer Strahlen zu erfreuen, vielmehr weil Geschäfte hohe Profite versprechen, Rüstungsdeals en masse, wohin das Auge reicht.

Im Königreich Saudi-Arabien gibt es de facto keine Menschenrechte im Sinne der westlichen Welt, nur die Scharia selbst bestimmt, was rechtens und was eben nicht. Insofern herrscht dort Willkür und keine Meinungsfreiheit, Frauenrechte sind tabu. Dennoch meinen viele Staaten, darunter ebenso Deutschland, mit Saudi-Arabien geschäftlich sich zu arrangieren, denken wir an Von der Leyens unheilvolle Mission im letzten Dezember, woraufhin auch die Bundeskanzlerin bald folgte.

Moral befindet sich längst auf dem Scheiterhaufen der Geschichte

Insofern verhält sich dies die ganze Zeit, lediglich beherzt Mutige versuchen stets, die Menschheit daran zu erinnern und anzumahnen, was sie bisherig versäumte. Da helfen weder Amnesty International noch andere engagierte Versuche, im Grunde genommen verhöhnt die Weltpolitik jedwede Bemühungen.

Sahra Wagenknecht ermahnte neulich die Kanzlerin und die Regierung, es herrsche eine Politik ohne Anstand und Moral. Recht hat sie, doch ändern tut sich nichts. Im Gegenteil, business as usual. Selbstverständlich allen voran dieser 45. US-Präsident bei seinem ersten Auslandsbesuch in Riad, wo er den saudischen König trifft.

Hatte Barack Obama wenigstens noch den so notwendigen Atom-Deal mit dem Iran in die Wege geleitet, schmiedet ein Donald Trump mit den Saudis ein anderes Eisen, welches auf neuentflammte Feindschaften zielt. Keine guten Zeichen angesichts der ziemlich angespannten Lage im Nahen und Mittleren Osten. Totally equal, könnte man fast meinen bei solch einer Einstellung Trumps, als ob den USA nicht schon genug Krisenkriegsherde ins Gesicht schauen, denkt man an die Ukraine, Syrien oder Nordkorea.

Saudi-Arabien zwischen vielen Fronten unterwegs

Geschäftliche Interessen mit der Welt sind vielfach vorhanden, zumal das Königreich reich an Bodenschätzen, allerdings weitet sich die Arbeitslosigkeit unter den ausländischen Arbeitenden im Lande aus, inzwischen hat Russland das Königreich vom ersten Platz verdrängt, in dem es mehr Erdöl fördert.

Die Beziehungen zu China und zur Türkei werden vertieft, die Saudis mischen international mehr mit, ihr Stellenwert spielt eine zunehmend größere Rolle als noch vor kurzem, trotz angespannter Verhältnisse im Land. Während das Königshaus die Politik bestimmend keine Demokratie duldet, gilt Saudi-Arabien als größte Volkswirtschaft im gesamten arabischen Raum. Ganz offensichtlich zählen keine menschenlichen Werte, sondern einzig und allein der Wohlstand, die Weltpolitik bestätigt explizit in Riad ihre Ignoranz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Eine Antwort zu Saudi-Arabien: Rüstungsdeals en masse

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Den Deal fand ich erstaunlich menschenverachtend. Da will ein angezählter US-Präsident seine winzige unwichtige Haut retten, in dem er große Deals einfädelt, die bezeugen sollen, wie kompetent er ist und steuert damit nicht nur auf ein Inferno in dieser Region zu, sondern auf eine humanitäre Katastrophe, die Europa ausbaden muss. Es wird höchste Zeit, sich als Regierung von diesem Kriegstreiber und Terrorgeburtshelfer zu trennen.

    Gefällt 1 Person

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