Erdogans USA-Besuch ein Desaster ohnegleichen


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flickr.com/ unaoc/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Despot bot ein schauriges Schauspiel

Pleiten, Pech und Pannen mögen im Fernsehen für Unterhaltung sorgen, in der politischen Realität offenbaren sie hingegen eine Kette logischer Schlußfolgerungen. Wer diese nicht begreifen will, darf sich nicht wundern, wenn gewisse Überraschungsmomente auftauchen.

Im Westen nichts Neues, fragt Gerit Wustmann bei Heise Onlines Telepolis zu Recep Erdoğans USA-Besuch, der wohl als ein Desaster ohnegleichen gewertet werden muß. Der Despot bot ein schauriges Schauspiel nicht nur vor laufenden Kameras bei der Pressekonferenz im Weißen Haus, sondern obendrein angesichts des brutalen Vorgehens seitens der Leibwächter dieses „Türkischen Paschas“, die mal soeben pro-kurdische Demonstranten attackierten.

Der mit den Mächtigen auf politischer Weltbühne zu tanzen versucht

Ein merkwürdiger Tanz, der einmal mehr aufzeigt, was sich Erdoğans Türkei alles erlauben darf. Sie nutzt ablesbar ihre Stellung aus innerhalb des Nato-Bündnisses, man läßt den Despoten in nahezu allen Fällen gewähren.

Eine Angela Merkel, die einige Male den türkischen Präsidenten aufsuchte, betonte zwar hin und wieder die verfahrene Menschenrechtslage in der Türkei, aber wirkungsvoll abhalten kann sie ihn dadurch mitnichten. Er läßt seinem despotischen Weg freien Lauf, Erdoğans Hofierung stellt nicht nur eine unerträgliche Entgleisung dar, sie überläßt ihm das Spiel mit den Mächtigen auf politischer Weltbühne.

Bundesaußenminister Gabriel sieht berechtigterweise einen Zusammenhang zwischen der wiederholten Verweigerung der Türkei, daß Bundestagsabgeordnete in Incirlik Bundeswehrsoldaten besuchen dürfen und den Awacs-Aufklärungsflügen, an denen Deutschland wesentlich beteiligt ist. Einer Möglichkeit den Druck auf Recep Erdoğan zu erhöhen, sollte er nicht nachgeben.

Prügelattacken zeichnen Erdoğans Auftritte – die Nato duckt sich vornehm weg

Verhaftungswellen in der Türkei verdeutlichen den unmißverständlichen Weg dieses Despoten, Meinungsfreiheit und Menschenrechte zählen nichts mehr. Während der türkische Präsident sich mit eigener eingflogenen gepanzerten Limousine in den USA sicherer fühlt, verprügeln seine Sichersheitsleute vor den Augen einer Weltöffentlichkeit Demonstranten, greifen gar US-Polizisten an. Übrigens Parallelen zu Erdoğans Ecuador-Besuch im Februar dieses Jahres in Quito, im Instituto de Altos Estudios Nacionales (IAEN), als seine Leibwächter protestierende Frauen verprügelten.

Das alles ohne Folgen, der ecuadorianische Vizeaußenminister entschuldigte sich gar für diese Demo und bezeichnete Erdoğan als einen Freund der ecuadorianischen Regierung. Man darf sich nur noch wundern, was sich dieser Despot alles erlauben darf, selbst die Nato duckt sich vornehm weg, das Bündnis zur Türkei bleibt unbelastet, schließlich spielen strategische Erwägungen eine übergeordnete Rolle.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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