Kopfzerbrechen bis die Schädeldecke wegfliegt?


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Eine Hirnschale aus dem Dunkel der Vergangenheit

Manche unterliegen dem Kopfzerbrechen ab und an, andere hingegen zerbrechen sich täglich den Kopf, um wichtige oder unwichtige Dinge. Sehr oft ist aber gerade der Zustand des Kopfzerbrechens nicht wirklich förderlich, ein Ergebnis dabei zu ergattern. Es ist vergleichbar mit der Situation, sie sprechen über ein Thema in dessen Verlauf ein bestimmtes Ding, Person nicht unerwähnt bleiben soll, und wie weggewischt fällt ihnen der Begriff, der Name nicht mehr ein. Meistens können sie sich darüber den Kopf unendlich lange zerbrechen, weggewischt bleibt weggewischt.

Auch unter Zuhilfenahme von dem Dings, da hat er mitgespielt, ihre Federn schimmern grün, das Lied von der Nachtruhe hat sie gesungen, es duftet nach, na, du weißt schon, sind nicht wirklich hilfreich beim Kopfzerbrechen. Das hat verschiedene Gründe, die nicht nur physikalisch, psychisch ihre Erklärungsgrundlage finden können.

Der Kopf, mittelhochdeutsch kopf, koph, Becher, Trinkgefäß. Im übertragenen Sinn, scherzhaft, Hirnschale, Kopf. Aus dem althochdeutsch chopf, Becher, Trinkschale. Vermutlich übernommen aus dem spätlateinischen cuppa, lateinisch cupa, die Kufe. Andere Bezeichnungen sind Haupt, scherzhaft, Dez, Rübe, Kürbis, Schädel, Birne.

Die Kufe, mittelhochdeutsch kuofe, althochdeutsch kuofa, mittellateinisch copa, Nebenform von lateinisch cupa, Tonne.

Der Nachweis, ob es sich hier bei dem übertragenen Sinn wirklich um eine scherzhafte Wortübertragung handelt oder einer verstandesbedingten Herleitung, bleibt das Geheimnis unserer Vorfahren. Denn die Verwendung einer Hirnschale als Trinkgefäß im tatsächlichen Gebrauch ist nicht der Phantasie eines Schriftstellers entsprungen, es gab dieses „Trinkgefäß“, ob es nur zu rituellen Zwecken eingesetzt wurde oder nicht, auch das wird im Dunkel der Vergangenheit bleiben, beides ist somit nicht auszuschließen.

Wenn unser Kopf also ein Becher, vielleicht die Tonne bei „Überschlauen“, damit sind nicht die Hochbegabten gemeint, sondern eher diejenigen, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, ist es nicht von der Hand zu weisen, daß der Inhalt manchmal nicht mehr ganz rein oder sauber ist oder eben leer, weil ausgetrunken. Die Bestandteile der Flüssigkeit sind natürlich auch von Bedeutung, von giftigen Substanzen (Schierlingsbecher), heilbringenden Kräutern (Medizin), erfrischendem Säften (Obst, Gemüse), alkoholischen Getränken (Bier, Wein), Wasser (pur, Kohlensäure versetzt) ist schließlich alles möglich, was man in einen Becher füllen kann.

Demzufolge können die verschiedenen Inhalte, würden sie unserem „Hirn“ gleichgesetzt, ihrer charakteristischen Wirkung entsprechend auf unsere Gedanken einwirken, wobei nicht der Kopf, also das Behältnis zerbrochen wird (könnte je nach Gift auch vorkommen), sondern die Vermischung von allen möglichen Getränkearten in ihre einzelnen Bestandteile. Denn genau dies passiert, wenn jemand sich den Kopf zerbricht, er versucht „verzweifelt“, aus der gesamten Masse ein Bestandteil zu finden, heraus zu fischen, daß irgendwo vorhanden sein muß. Nur wo? Mit was ist es eine Verbindung eingegangen, unter Film, unter Literatur, unter Spaziergang, unter Pflanzen, unter Musik, welcher Musik, unter Kurzhaarfrisuren? Fakt ist, der Begriff befindet sich nicht an dem Ort, an dem wir ihn vermeintlich abgelegt haben.

Eventuell ist auch ein Sprung in der Tasse (Becher), der das Denken stört oder sogar ein Loch im Eimer (Tonne) oder die Flüssigkeit besitzt eine klebrige, ölige, ätzende Substanz, oder sie ist bereits eingetrocknet und ein Klumpen, oder schon zu Sand gemahlen, und die Sandkörner bringen das Getriebe zum Stehen, dies alles kann verhindern, den gesuchten Begriff zu finden.

Die absolute Katastrophe, wenn beim Bestandteile auseinanderbrechen auch der „chopf“ beschädigt wird, diese eventuellen Folgeerscheinungen, darüber kann sich jeder selbst den Kopf zerbrechen.

Hervorzuheben bleibt, unsere Vorfahren überlassen es mit dieser Begriffsgebung Becher, Tonne, jedem selbst, mit welchen Inhalten das Trinkgefäß zu füllen ist, und sogar das Aussehen haben sie nicht definitiv genau erklärt, schließlich kann mit der Hirnschale nicht nur die von ??? gemeint sein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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