Südkorea: Moon Jae-in setzt deutliches Signal als neugewählter Präsident


https://www.flickr.com/photos/andrew_annemarie/14856652341/sizes/z/

flickr.com/ Andrew and Annemarie/ (CC BY-SA 2.0)

Nach bisheriger Amtsinhaberin Park Geun-hye Dialogbereitschaft mit Nordkorea?

Nachdem Emmanuel Macrons Wahl am Sonntag einen aufkommenden Nationalismus in Europa in die Schranken verwies, scheint im fernen Ostasien gelegenen Spannungsgebiet ein Hoffnungsschimmer aufzuflammen, da der sozialliberale Kandidat Moon Jae-in als neugewählter Präsident ein deutliches Signal setzten kann und wird.

Somit löst er die bisherige Amtinhaberin Park Geun-hye ab, die als Tochter des ehemaligen Militärdiktators Park Chung-hee (er regierte von 1961 bis 1979) keine glückliche Hand bewies, in dem sie sich in einem beispiellosen Korruptionsskandal verstrickte, sie schließlich von ihrem Amt suspendiert wurde, Premierminister Hwang Kyo-ahn vorrübergehend die Staatsaufgaben übernahm. Darf Südkorea mit Moon Jae-in auf eine Dialogbereitschaft mit Nordkorea hoffen?

Wer ist der ehemalige Menschenrechtsanwalt und neue Präsident?

Der Dialog mit dem Volk kann durchaus ein moderates Mittel sein, nicht nur mehr Vertrauen aufzubauen, sondern wenn der ehemalige Vorsitzende der Allianz für Demokratie, Moon Jae-in, der heutigen Minju-Partei (Demokratische Partei des Miteinanders) die Bevölkerung aufruft, Vorschläge für sein Regierungsprogramm zu unterbreiten, um im Anschluß deren soziale Forderungen aufzugreifen sowie ein verschärftes Vorgehen gegen sexuelle Belästigungen.

Moon Jae-in hat den Mut, nicht nur innenpolitisch an der Macht der Konzerne Samsung und Hyundai zu rütteln, sie einzuschränken, darüberhinaus wagt er China und den USA zu trotzen, den Nordkorea-Konflikt nicht ihnen allein zu überlassen, wo doch dortigst von Deeskalation keine Spur zu sehen ist. Donald Trumps Kurs hinterläßt beim neuen Präsidenten nachdenkenswerte andere Optionen, so daß man von ihm mehr diplomatische Gesprächsbereitschaft erwarten kann. Ob das ausreicht, Kim Jong-un zu besänftigen, bleibt zunächst mal abzuwarten.

Südkorea inmitten eines gefährlichen Konflikts

Wobei gleich drei Supermächte involviert sind, obendrein Japan als viertes Land weiterhin nicht unbedingt in der südkoreanischen Bevölkerung für hohes Vertrauen sorgt, zu tief sitzen die historischen Erinnerungen an die Kolonialzeit, die vor knapp 70 Jahren schließlich ein Ende fand, immerhin von 1910 bis 1948 andauerte.

Keine günstigen Voraussetzungen, um friedlichere Bedingungen zu erschaffen, das Auf und Ab zwischen den beiden koreanischen Staaten erschwert jedwede Friedensbemühungen. Obendrein stecken gleichwohl handfeste militärische Interessen dahinter, das nunmehr installierte US-Raketenabwehrsystem (USFK) in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsang sorgt eher für Unruhe statt für Entspannung, der Nordkorea-Konflikt könnte sich ziemlich schnell zu einem großen Krieg entwickeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s