Wie das schallt


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Schleppende Schritte auf dem Asphalt,
Bewegungsmelder – wie das schallt.
Jeden Dienstag um viertel vor sechs
sie langsam schlürfend das Haus verläßt.

Gegenüber gehen die Gardinen zur Seite,
Herr Bruck blickt erwartungsvoll in die Weite.
Auch er längst Rentner verwitwet, schreit,
alte blinde Kuh, ich hoffe, du stirbst, wird Zeit.

Der Blindenstock ertastet die Hausecke.
Du Vogelscheuche, du Nacktschnecke,
hört sie ihn wüten und lauter brüllen,
früher trafen sie sich zum Feiern, Grillen.

Er war verliebt bis über beide Ohren,
doch ihr Herz war an Philipp verloren.
Das verzieh er ihr nie, niemals.
Heiratete Britta ganz schnell damals.

Seine Ehe mit ihr war nicht glücklich,
sie stritten ständig, für keinen erquicklich.
Er war verbittert, sie blieben kinderlos,
nebenan die Kinder wurden groß.

Ständig verglich er ihr glückliches Heim
mit seinem Leben, die Hexe war gemein.
Er jubelte, als ihr Mann früh verstarb,
verwüstete sogar heimlich sein Grab.

Und als sie alt wurde und fast erblindete,
erzählte er überall, sie schamlos schwindelte.
Jeden Dienstag um viertel vor sechs,
sie langsam schlürfend das Haus verläßt.

Sein Angebot sie dienstags in die Stadt zu fahren,
lehnte sie ab, sie wolle lieber ihre Ruhe haben.
Sein Körper kopfüber fällt auf den Asphalt,
Bewegungsmelder – wie das schallt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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