Donald Trumps ersten hundert Tage ohne Glanz und Glorienschein


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flickr.com/ Texas Governer Rick Perry/ (CC BY-NC-ND 2.0)

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Wer kennt es nicht, das Bibelzitat aus dem 2. Kapitel des Johannesevangeliums, dessen Verse 1-6 zusammengefaßt besagen: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Jedoch lassen sich genügend Menschen blenden, fallen auf vollmundige Worte herein, die gar mit der neuentflammten Behauptung einer Lügenpresse besonders einfach ihre Propaganda unters Volk bringen.

Welch Shitstorm durften die US-Amerikaner im letzten Spätherbst erleben, als Donald Trump antrat, Hillary Clinton den Präsidentensessel zu mißgönnen, am Ende obsiegte nicht der analytische Verstand, sondern markante Worte mit verheißungsvollen Versprechungen, die sich bereits jetzt schon nach und nach schlichtweg als unwahr, nicht realisierbar herausstellen. Hauptsache laute Töne, ausgerechnet von einem Geschäftsmann, der antrat, das Establishment von dannen zu jagen.

Erste Amtshandlungen scheitern

Dessen Taten, die nach über 100 Tagen seiner Präsidentschaft folgten, lassen nicht unbedingt tief blicken für all diejenigen, die ohnehin eben nicht auf dessen Worte hereingefallen waren. Der klägliche, unüberschaubare Rest müßte eigentlich zugeben, in wie weit dieser sich geirrt hat. Politik funktioniert jedoch anders, weil letztendlich Menschen an bestimmten Schaltstellen zunächst sich austoben dürfen, selbst wenn manche Entgleisungen folgen wie im Fall dieses 45. US-Präsidenten.

Seine Amtshandlungen scheitern nahezu allesamt, bis auf die Zurücknahme bzw. den Ausstieg aus dem Klimaabkommen. Der Bau der Mauer zu Mexiko verzögert sich, die anfängliche Bestimmung, die Kosten mögen die Mexikaner sebst tragen, wird zurückgewiesen, zwei Einreiseverbote für Muslime werden gerichtlich für ungültig erklärt. Trumps „American Health Care Act“ setzt sich eben nicht durch, selbst die Republikaner verhindern es, nunmehr planen diese eine neue Obamacare-Abstimmung.

Am 07. April befehligt er dem US-Militär die Vergeltung gegen Assads angeblichen Giftgasangriff in der Provinz Idlib, in dem 59 Tomahawk Marschflugkörper den syrischen Luftwaffenstützpunkt Shayra beschießen. Im Nordkorea-Konflikt kann man keineswegs von einer Deeskalation sprechen.

Nicht der Präsident bestimmt die Politik, vielmehr die Weltlage

Donald Trump ist angekommen in der knallharten Wirklichkeit seines selbstgewählten politischen Amtes, da kann ebenso die Involvierung einzelner eigener Familienmitglieder dessen Politik nicht beschönigen, im Gegenteil, der fade Beigeschmack einer Übervorteiung schwingt mit, von den enormen Kosten der Sicherheit mal ganz zu schweigen. Selbst beim Ausstieg aus dem Klimaabkommen zeichnen sich erste Zweifel ab, wenn sein Energieminister Rick Perry stattdessen zu Neuverhandlungen rät.

Vielleicht geht Herrn Trump tatsächlich ein Licht auf, daß nicht er die Politik bestimmt, vielmehr die Weltlage. Obendrein mag er zwar „America First“ verkünden, jedoch im Globalismus können auch die USA sich nicht einfach wegducken, es sei denn, sie verabschieden sich von der Weltbühne.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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