Drogenmissbrauch: Tablettensucht wird unterschätzt


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flickr.com/ Patrik Haselmann Photography/ (CC BY-ND 2.0)

Soziale Spannungen ein Hauptindiz

Es kann nicht zielführend sein, an Symptomen herumzudoktern, wie jedem bekannt sein sollte. Dennoch neigt Mensch leider schnell dazu, sich in vielerlei Hinsicht blenden zu lassen. Der Glamour einer heilen Welt, die ohnehin nur für die wenigsten Wirklichkeit wird, sorgt für die nötige Ablenkung vom wesentlichen.

Insofern nicht weiter verwunderlich, daß Tablettensucht sich dermaßen still und leise durchsetzt, stark unterschätzt wird. Es verbleibt die Frage, welche Ursachen zu einer solchen Sucht führen, die nicht unerheblich den Alltag belasten. Darf man gar unterstellen, daß soziale Spannungen in unserer Gesellschaft ein Hauptindiz für generellen Drogenmißbrauch sind?

Pharmalobby lockt mit bunten Pillen

Warum läuft unser Alltag streßig ab trotz erheblicher Erleichterung mittels etlicher Haushaltshilfen wie Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner etc. im Gegensatz zu alten Zeiten, wo es derart technischen Fortschritt eben nicht gab? Hatten die Menschen generell früher mehr Muße und Gelassenheit?

Trotz einer 46-Stunden-Arbeitswoche verhielt es sich so tatsächlich, reichte unter anderem das Gehalt eines Alleinverdieners oftmals aus zum Leben. Heutzutage müssen beide Elternteile arbeiten, aber der Preis dafür bedeutet sehr viel Streß, wenig Zeit und eine permanente Anforderung, mit der eben nicht jeder ohne weiteres klarkommt.

Exakt das hat sich die Pharmaindustrie zu Nutzen gemacht, verlockende bunte Pillen versprechen hilfreiche Linderung. Beruhigungs- und Schlafmittel sollen zunächst den geplagt überforderten Arbeitsalltag ins rechte Lot rücken. Wer diesen trügerischen Kreislauf durchbrechen will, muß sich zu einer Suchtberatung bemühen, bevor die eigene Gesundheit gänzlich ruiniert.

Die Wirtschaft trägt die Hauptverantwortung

Weil sie in erster Linie eine Zusammenarbeit mit der Politik anstreben muß, andere Modelle zu entwickeln, wo das gerechte Wohlergehen des Menschen im Vordergrund steht und nicht die sich seit Jahrhunderten entwickelt etablierte Ausbeutung, bei der stets der Profit einer gewissen kleinen Elite verhalf, ihren Überreichtum ins Unermeßliche zu steigern. Gerechte Verteilung auf alle Schultern sollte oberste Priorität sein.

Was dennoch in keinem gewaltigen großen Schritt vollzogen werden kann. Dazu bedarf es zunächst einer deutlichen Feststellung, wo die Ursachen für jede Form des Streßes im Alltag liegen. Solange Menschen gehetzt, äußerst schlecht entlohnt, obendrein vielfach chancenlos einem Arbeitsleben entgegenblicken, wo der Stärkere sich immer durchsetzt, während vermeintlich Schwächere schnell an den Rand der Gesellschaft bis hin zur Armuntsgrenze gedrängt werden, muß die verantwortliche Politik genau dort ansetzen.

Erst dann, wenn derartige Mißstände behoben, kann und wird die verlockende Welt der bunten Pillen ganz von selbst sich erübrigen. Unser Glück beginnt somit im Alltagsleben, gestaltet sich dies wesentlich sorgenloser, ohne Reibungspunkte des Mobbings, Bossings, einem ellenbogenartigen Konkurrenzgehabe, dann verschwinden Suchtmittel viel eher vom Markt, erreichen nicht mehr viele Menschen. Daher warten noch dringende Aufgaben auf uns, wollen wir den Fortgang einer depressiv kränkelnden Gesellschaft ständig zunehmender Gewaltexzesse und Süchtigen nicht tatenlos hinnehmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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