Frankreich-Wahl: Klares Nein zum Rechtsradikalismus


https://www.flickr.com/photos/yanncb92/26550398885/sizes/z/

flickr.com/ Gongashan/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Emmanuel Macrons Kurs letztlich eine Fortsetzung von Hollandes Politik?

Die Franzosen haben sich gegen das Rechts-Links-Muster entschieden, mit Emmanuel Macron und seiner im letzten Jahr gegründeten Partei „En Marche“ erreichte zum ersten Mal in Frankreich die politische Mitte den direkten Weg zur Stichwahl am 07. Mai.

Tragisch genug, daß eine Marine Le Pen den zweiten Platz mit rund zwei Prozentpunkten hinter Macron für sich verbuchen konnte, in knapp zwei Wochen die Stichwahl mit bestreitet. Dennoch darf man zurecht feststellen, daß eine überwältigende Mehrheit der französischen Wählerschaft ein klares Nein zum Rechtsradikalismus vertritt. Macrons Kurs letztlich eine Fortsetzung von Hollandes Politik?

„Der Schöne und das Biest“ – EU-Befürworter und EU-Gegnerin

Es könnte noch gegensätzlicher sein, wenn denn Jean-Luc Mélenchon, Kandidat der Linkspartei (Parti de Gauche) es in die Stichwahl geschafft hätte. Immerhin erreichte er 19,6% der Wählerstimmen, ziemlich knapp hinter François Fillon, dem Kandidaten der Republikanischen Partei (Les Républicains), dem ehemaligen Premierminister unter Präsident Nicolas Sarkozy.

Hinsichtlich der EU beherrscht die Stichwahl aber die Gegensätze beider jetzigen Kandidaten mit „dem Schönen und dem Biest“, um deren Außenwirkung ein wenig zu verdeutlichen. Während Macron alles daran setzt, die EU zu verglorifizieren, lehnt Le Pen sie vehement ab, will den Franc zurück, per Referendum möge der Europa-Ausstieg erfolgen, bei Niederlage wolle sie allerdings zurücktreten.

Kann man einem ehemaligen Investbanker trauen, der obendrein mit denselben Mitteln eintritt wie hierzulande, nämlich steuerliche Erleichterungen für die Unternehmen sowie Lockerung des Arbeitsrechts? Daß damit Lohndumping Wege findet, ist letztlich vorprogrammiert, auch wenn er in den Bereichen Arbeit, Außenpolitik, Bildung, Sicherheit, Wirtschaft und einer sogenannten Demokratischen Erneuerung die Revolution will. Seine Argumente und Standpunkte weichen allerdings unwesentlich von François Hollande ab, nur daß er halt mit seiner jungen, dynamischen Erscheinung wesentlich mehr Wähler zu beeindrucken scheint.

Emmanuel Macron wird achter Präsident in der Fünften Republik Frankreich

Es müßte schon ein Wunder geschehen, daß Marine Le Pen es wider Erwarten schaffen sollte, in der Stichwahl zu gewinnen. Laut Prognose zur 2. Wahl läge Emmanuel Macron mit 62% ganz deutlich vorn, während Marin Le Pen mit den verbleibenden 38% sich geschlagen geben müßte.

Da die Franzosen mehrheitlich sich gegen den Rechtsradikalismus positionieren, wird Emmanuel Macron achter Präsident in der Fünften Republik Frankreich. Siegerposen seitens Marine Le Pen werden dies keineswegs verhindern. Eine deutliche Signalwirkung auch gen Deutschland an dortige Rechtsradikale, daß sie schlicht unerwünscht sind.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s