Märchenhexe längst urlaubsreif


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Der Frühling hat mich kalt erwischt,
kaum wach
scheint die Sonne ins Gesicht.
Der Körper streckt sich dem Licht entgegen
und zack,
Hexenschuß, ich kann mich nicht mehr bewegen.

Lauf gebückt, wie eine alte Märchenhexe
durchs Haus,
schon plagt mich auch im Genick Schmerze.
Dabei fühlte ich mich pudelwohl im Bette,
mit Wollmütze,
Bettflasche und einer warmen Zusatzdecke.

Jetzt lieg ich nieder, Schmerzen wie ein Vieh,
die Schlafdecke
bedeckt die Füß, die Waden, das Knie,
es ist mir zu heiß in meinem Rücken,
wegen der Heizdecke
läuft der Schweiß, ich bin am Schwitzen.

Ach, wie sehn ich den Winter zurück,
mulmig eingepackt
ging’s ans Tagwerk, Stück für Stück.
Beim Kerzenschein und Kräutertee
genoß ich,
märchengleich, mein Leben mit der Silberfee.

Die wuselt nun durchs Haus flink und frei,
vernichtet überall
den alten Staub, schaut auch mal bei mir vorbei,
mit hübschen bunten Blümchenblusen
bekleidet sie ist,
ich bin bewegungsunfähig, um mit ihr zu schmusen.

Sie lacht, kitzelt meinen Bauch, mein Doppelkinn.
Liebster,
Geduld, Geduld, das kriegen wir schon wieder hin.
Derweil hab ich unseren Urlaub schon ausgesucht
über Kanada nach Grönland,
in den Betten warm, kalt in den Fjorden, in mancher Bucht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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