Religionen ein moderates Mittel zum Zweck der Unterdrückung


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Instrumentalisierung despotischer Gottesverherrlichung

Man darf den Menschen nicht ihren Glauben nehmen, weil diese ureigene Meinung entscheidend die Menschheitsgeschichte beeinflusste, und zwar in äußerst dramatischen konfliktgeladenen Zusammenhängen. Unsere Geschichte verdeutlicht den vielfältigen Werdegang der unterschiedlichen Religionen, schon gleich gar was im Namen Gottes alles geschehen. Genau deshalb Religionen ein moderates Mittel zum Zweck der Unterdrückung, erst recht die Trennung von Religion und Staat notwendig.

Nur wie in die Praxis umsetzen, zumal Religionen auf eine sehr lange Tradition und Entwicklung zurückblicken, den Gläubigen einen großen Halt geben im Alltag? Dennoch sollten wache Geister auf die Gefahren der Instrumentalisierung der despotischen Gottesverherrlichung hinweisen, in wie weit diese für bestimmte Zwecke mißbraucht werden.

Dogmen in der Sackgasse – eine freie Gesellschaft läßt sich nicht gängeln

Mit Blick auf jene Länder, die einer Staatsreligion sich verpflichten, wird man feststellen, daß im Norden Afrikas von West nach Ost einschließlich im Nahen und Mittleren Osten als auch in Teilen Südostasiens und Indonesiens genau jene Praxis vorherrscht. Noch genauer betrachtet, betrifft dies den sunnitischen Islam mit Ausnahme des Irans, wo der schiitische Islam als Staatsreligion greift.

Exakt deshalb haben ebenso terroristische Strömungen wie der IS ein derart leichtes Spiel, da die Bevölkerung ohnehin im Namen des Glaubens sich wegduckt. Deren Beispiele gibt es genügend. Gerade in Syrien offenbart sich ein Ausmaß völlig unterschiedlicher Auslegungen innerhalb des Islams, so daß sich die verfeindeten Gegner vehement aggressiv bekriegen, jeder mit dem Argument, seine Religion entspräche dem Vorbild Allahs. Doch Allah mag symbolisch auf einem Throne hocken, von diesem er jederzeit am Liebsten aufspringen würde, um die Gläubigen von ihrem Irrweg zu überzeugen, wenn er denn könnte, man ihn ließe.

Was nicht stattfinden soll, darf sich auch nicht entwickeln: eine freie, aufgeklärte Gesellschaft. Was schon den Christen mitnichten gelang, obwohl sie als weitverbreiteste Weltreligion im Namen des Herrn missionieren, mag dem Islam genauso wenig gelingen. Warum? Weil jeder Mensch trotz religiösem Halt das Recht auf ungezwungene Gedanken sich nicht nehmen läßt und schon gar keinem Dogma auf Dauer Folge leisten wird. Denn solche Glaubenssätze verhindern gleichzeitig den guten Kern der Kant’schen Philosophie: die Beantwortung der Frage, was Aufklärung sei. Der Anstoß, endlich sich ohne Gängelung seines Verstandes zu bedienen.

Eine Welt des Konsumrauschs verhindert ein friedliches Zusammenleben

Wann klappt die Menschheit endlich das Buch zu, in welchem das letzte Kapitel das Ende der Glaubenskriege verkündet? Solange Staatsreligionen nach Gutdünken schalten und walten können, müssen wir uns gedulden, gar wachsam hinschauen, wenn extremistische Fanatiker weltweit Schrecken verbreiten.

Mit den selben Maßstäben muß Menschheit dennoch selbst Länder ohne Staatreligion kritisch beäugen, weil für genügend Ersatz gesorgt. Eine Welt des Konsumrauschs, der grenzenlosen Ausbeutung, welches man durchaus als gottlos und naturfeindlich interpretieren sollte, liefert somit genug Argumente für die Aufrechterhaltung bestimmter Glaubensrichtungen.

Erst wenn wir wirklich in freien Gesellschaften zusammenleben, in denen unterschiedlicher Glauben und Nichtglauben friedlich geduldet, eine behutsame Ressourcenerhaltung den notwendigen Respekt praktiziert, allem Leben wir mit entsprechender Toleranz begegnen, dürfen wir auf friedlichere Zeiten hoffen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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