Syrien-Krieg: Giftgasangriff rechtfertigt US-Westen zur Eskalation


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Erneut vorschnelle Anschuldigung gen Assad

Dieser brutale Krieg in Syrien, der bereits seit nunmehr sechs Jahren die Bevölkerung belastet, Hundertausende Menschen fliehen ließ, an die 470.000 Todesopfer forderte, mitten im Herzen des Nahen Ostens, an dem sehr viele Nationen beteiligt sind, etliche Terrorgruppen instrumentalisiert werden, den gewählten Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen oder zu ermorden, scheint keinem Ende entgegenzublicken.

Ganz im Gegenteil, der Giftgasangriff in Idlib rechtfertigt den US-Westen zur Eskalation, eine erneut vorschnelle Anschuldigung gen Assad erfolgte, auch die FAZ ergreift einfach Partei, anstatt erst mal abzuwarten. Erinnerungen an die Giftgasangriffe von Ghuta vom 21. August 2013 werden wach, die USA und deren Verbündeten reagierten damals ebenso viel zu überstürzt, obwohl bisher keinerlei Beweise sich einfanden, die Führung in Damaskus zu beschuldigen.

Ein Stellvertreterkrieg ohnegleichen

Der jederzeit die beiden Supermächte aneinandergeraten lassen kann. Bereits zu Beginn, wir sollten nicht die eigentlichen Beweggründe außer acht lassen, formulierte schon ein Peter Scholl-Latour sehr treffsicher, daß die Saudis und die Türken händereibend dem Iran den Weg zum Mittelmehr abschneiden, während die USA als üblicher Verbündeter genauso profitieren würden.

Im Dezember 2015 fühlte sich die Bundeswehr berufen, auf internationaler Ebene mitzumischen, ein heftiger Appell konnte die Bundesregierung nicht stoppen, immerhin fühlt man sich doch den USA gegenüber verpflichtet, das perfide Kriegstreiben hatte nur beim Irak-Krieg durch Gerhard Schröder eine Unterbrechung, obwohl 1999 im Jogoslawienkrieg der Nato-Bündnisfall seitens der BRD einfach erfolgte.

Das Dilemma einer selbstgerechten Welt, die man mal soeben in gut und böse einteilt, setzt sich beim Syrien-Krieg fort. Gerade der bewußt inszenierte neue Kalte Krieg dient perfekt, das Russland-Feindbild wieder zu schüren. Eine brandgefährliche Situation, die den Weltfrieden mehr denn je gefährdet.

Michael Lüders bringt es auf den Punkt – Trumps hektischer Vergeltungsschlag

Was schon ohnehin etliche kritisch denkende Zeitgenossen vermuteten. Der US-Westen reagiert mal wieder befremdlich einseitig, wie der Politik- und Islamwissenschaftler und Publizist Michael Lüders in der Talkshow von Markus Lanz anmerkt, jeder Seite seien Giftgaseinsätze zuzutrauen.

Wer bisherig geglaubt hat, Donald Trump würde mit Wladimir Putin Bruderschaft trinken, wird schnell eines Besseren belehrt, wenn schon die ansonsten verschmähte Propaganda-Plattform Sputnik berichtet und die Frage in der Raum stellt, ob Trump Assad den Krieg erkläre. Dabei werden bereits verschiedene Reaktionen vorgestellt, wie der neue US-Präsident entscheiden könnte.

Eine Option trat inszwischen ein: Ein Zerstörer der USA feuerte Tomahawk-Marschflugkörper auf die Luftwaffenbasis Schairat, was Trump als einen gezielten Vergeltungsschlag bezeichnet. Im Gegensatz zu Barack Obama zeichnet sich dieser neue Präsident als hektischer Kriegstreiber aus, der eben nicht abwartet, bis die Schuld des Giftgasangriffs geklärte wurde. Dies läßt ziemlich tief blicken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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