Der Trump vom Bosporus tönt herum


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flickr.com/ Daniel Arrhakis/ (CC BY-NC 2.0)

Europas Hühnerstall gackert entsetzt

Lichtgestalten allenthalben unterwegs, fühlen sich berufen, ihre Autorität zur Schau zu stellen, ob vielen das gefällt oder nicht, scheint ihnen ohnehin egal zu sein. Was The Donald in den USA, kann der Trump vom Bosporus erst recht: herumtönen. Hat zur Folge, daß Europas Hühnerstall entsetzt gackert. Darin hat er eine kaum ertragbare Vergangenheit hinter sich, manche mögen sich lautstarker Entgleisungen am Mikro vor Weltgipfeln erinnern.

Ob The Donald eventuell von ihm so manches abkupfert, bleibt mal dahingestellt. Dem Erdogan kratzt es wohl kaum, seitdem er seine 1,5 Millionen Jünger im Visier, die in deutschen Landen verteilt erreicht werden sollen per glorreicher Reden. Zu dumm, daß in letzter Zeit die in Frage kommenden Zuschauersäle seiner Minister-Vorhut verweigert wurden.

Mal eben in die Trickkiste greifen, um den Deutschen ihre olle Nazi-Vergangenheit entgegen zu schmettern, funzt meistens, denkt der Trump vom Bosporus. Mal so ganz ohne Stuß: Warum wagt denn keener, beim Erdogan mit der Tür ins Haus zu fallen? Es würde sich doch prima erneut der Armenien-Völkermord anbieten. Ja, dat is doch nich so lange her, als die Recken des Deutschen Bundestages kleinlaut ihre Versuche, ihn anzuprangern, vor lauter Ängsten vor türkischer Entrüstung diesen zurücknahmen.

Bloß keinen Streit vom Zaun brechen, waren damals die Beweggründe. Wenn allerdings Monate später nunmehr der „Türken-Pascha“ mit der Nazi-Schelte ankommt, dann schleicht sich ein Herr Gabriel zur Hintertür des Berliner Hotels Adlon, um dort seinem Kollegen Cavusoglu Abbitte zu leisten. Beschämender Akt, da gleicht die angeblich rote Linie, die Erdogans Türkei nicht nochmals übertreten dürfte eher einer Farce als einer ernsthaften Rüge.

Der Trump vom Bosporus könne sogar ebenfalls Deutschland aufsuchen, schließlich gehe es doch um seine Verfassungsreform. Alleinherrscher lassen sich niemals ihre Förmchen wegnehmen, eine uralte Sandkastenregel, nicht wahr?!

Wie man’s dreht und wendet, es gibt weder eine Win-Win-Situation noch irgendwelche Vorteile, am Ende läuft’s auf eine Eiszeit hinaus in Sachen deutsch-türkischer Freundschaft, die mehr als gefährdet sich abzeichnet. Macht springt eben nicht über ihren Schatten, der diplomatische Eiertanz entpuppt sich als eine Nullnummer. Angies Beschwichtungsversuche waren ohnehin zum Scheitern verurteilt, zu lange hielt sie ihre christliche Wange dem Erdogan schon hin, diese zu küssen, kam dem sowieso nie in den Sinn.

Naja, wer im Glashaus sitzt, möge eh nicht mit Steinen schmeißen. Nazi-Vorwürfe und gar Gewalt gegen Muslime in Deutschland, wie ein Cavusoglu jüngst kritisierte, wirken sichtbar lächerlich mit Blick zur Türkei, wo bei genehmigten Demos zum Weltfrauentag Frauen weggedrängt und geschlagen wurden, die Wiedereinführung der Todesstrafe auf bestem Wege, Journalisten und angebliche Spione in Gefängnissen hocken.

Wat wird dieser Trump vom Bosporus als nächstes uns allen entlocken? Werden dann wieda viele janz ratlos auf einander hocken? Oder wird jedwede Kritik an ihm als rechtes Gedankengut abgetan?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Eine Antwort zu Der Trump vom Bosporus tönt herum

  1. marisasminds schreibt:

    Hat dies auf Marisa's Mind rebloggt.

    Gefällt mir

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