Kindererziehung ständig auf dem Prüfstand


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Vertrauen schaffen durch viel Gesprächsbereitschaft

Prinzipiell spricht man von einem cleveren Verhalten, wer sich bei bestimmten Dingen zurückhält aufgrund von Unkenntnissen. Das kann vor Fehlern bewahren, verhindert peinliche Situationen einer Selbstüberschätzung, die obendrein sogar im tragischsten Fall ziemlich gefährlich enden könnte.

Gerade bei sogenannter Kindererziehung darf keine grundsätzliche Ignoranz an den Tag gelegt werden, ein Klima des Schweigens verhindert Kommunikation. Solche Auswüchse behindern eher den Familienalltag, Vertrauen schaffen durch viel Gesprächsbereitschaft ein unverzichtbar wichtiger Schritt, den alle Beteiligten lernen und anwenden sollten.

Zu Außenseitern degradiert – eine gefährliche Isolation

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an alte Kindertage, wenn wir etwas angestellt hatten und uns nicht trauten, mit der Wahrheit herauszurücken? Entweder war eine heftig zu erwartende Strafe der Grund zur Lüge, des Vertuschens und Schweigens, oder aber wir konnten einfach nicht zu unseren Fehlern stehen.

Ersteres traf wohl meist zu. Dabei müßte eine solche Mischung aus Angst und Mißtrauen gar nicht erst entstehen, die Eltern selbst haben es in der Hand, genau solche Verhaltensmuster zu durchbrechen. Was früher per „harter, strafender Maßnahme“ angewandt wurde, entpuppt sich längst als Fehleinschätzung menschlicher Psyche. Sicherlich benötigt Mensch klare Grenzen, weil nicht jeder machen kann, was er will, gegenseitiger Respekt die wichtigste Säule in der Gesellschaft darstellt, aber durch Einschüchterung, Überautorität baut sich auf der anderen Seite eine Gegengewalt auf, die irgendwann sich am vermeintlich Schwächeren entladen wird.

Was geschieht mit denjenigen, die mitten unter uns trotzdem ihr Dasein isoliert fristen? Zu Außenseitern degradiert sich ausgeschlossen fühlen? Die tragischste Form erleben wir alle Jahre bei Amoktaten, deutlich zunehmend durch Selbstmorde bis hin zu wachsender Gewaltbereitschaft. Therapieformen mögen einiges abfangen, dazu beitragen, wieder ein Leben zurück zu finden in den normalen, gesunden zwischenmenschlichen Alltag. Bei den meisten Opfern schlummern ungelöst die Probleme, die Ohnmacht des Schweigens dient als Schutzmantel, bevor alles zusammenbricht, was sich angestaut.

Bis ins letzte Detail erfragen, nachhaken ohne Rücksicht

Ein deutliches Wort stellt Aufklärung dar, welches in diesem Zusammenhang weder mit dem Sexus gemeint noch der historischen Entwicklung der Selbsterkenntnis durch Immanuel Kant und anderen, sondern bedeutet, vielschichtige Familienprobleme bis ins letzte Detail zu erfragen. Wenn man explizit der gemeinschaftlichen Wahrheit auf den Grund geht, Mißstände wirklich anspricht und klärt, vor allem daraus weiterlernt, in dem alle aufeinander ehrlich zugehen, besteht die Chance, längst verschüttetes Vertrauen wieder aufzubauen.

Das mag alles sehr theoretisch klingen, ohne Beispiele angeführt zu haben. Stellen Sie sich mal vor, Ihre Mutter nörgelt ständig an Ihnen herum, egal was auch immer Sie tun, Sie sind in ihren Augen der ewige Versager. Obendrein unterläßt sie es, Ihnen in Notsituationen zu helfen, ein richtiger Junge kenne keinen Schmerz, Mädchen, die heulen, seien Heulsusen. Die schützende Hand Ihres Vaters gibt es schlicht nicht, weil er außer Haus auf Montage, nur zwei Mal im Monat am Wochenende seine Familie sieht.

Ein solches Beispiel setzt sich fort. Aus jenen Kindern werden irgendwann dann doch mal selbst Eltern. Und die ehemalige Mutter, nunmehr als Oma, setzt ihren Kurs des Vertuschens, der harten Hand fort, egal, was auch immer Sie Ihren Kindern gönnen, und Sie wollen natürlich reden, klären, behutsam auf Ihre Kinder einwirken. Was gibt es da noch für Optionen, wenn Oma auf ihr Erziehungsmodell beharrt, der Opa sich ständig aus allem heraushält? Entweder still dulden wie in alten Kindertagen oder endlich einen Schlußstrich ziehen!

Schweigen aus falschem Scham führt in eine Sackgasse

Der offene Umgang miteinander bietet sich als größte Chance des friedlichen Zusammenlebens. Selbst wenn in früheren Zeiten einfach geschwiegen wurde, aus falschem Scham, es nach außen sich „nicht schickte“, oder man selbst zu wenig Selbstvertrauen hatte, welches die eigenen Kinder dann gefälligst ebenso nicht aufbauen durften, muß diese Sackgasse der Ignoranz verlassen werden.

Wer sich nicht ausspricht, trägt eine viel zu große Last mit sich, das macht auf Dauer krank und kann niemals im Sinn eines glücklichen Familienzusammenlebens sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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