Ende der Pressefreiheit gefährdet demokratische Strukturen


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flickr.com/ Prinsessan_J./ (CC BY-NC-ND 2.0)

Despoten geben den Ton an

Kaum hat sich The Donald unverblümt positioniert, in dem er weiterhin die Medien äußerst harsch angeht, darüber hinaus eigene Fake-News initiiert, man denke an den Vorfall mit Schweden, reiht sich Erdoğans Türkei gleich mit ein, es wurde Haftbefehl gegen den „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel beantragt.

Die Geschichte sollte eigentlich lehrreich uns allen vermittelt haben, wohin das Ende der Pressefreiheit führt, sie gefährdet demokratische Strukturen. Aber dies wird in Kauf genommen, Despoten geben längst den Ton an. Medien, die ihnen im eigenen Lande nicht folgen, werden bedrängt, ausgeschlossen oder schlichtweg verboten. Reporter ohne Grenzen, eine wichtige Antwort, eine USA, die der Welt offenbart, wie schnell man das kostbare Gut einer Pressefreiheit nonchalant mit Füßen treten kann, wenn schon ein Ex-Präsident G.W. Bush den neu gewählten anmahnt.

Wahrheiten verschleiern – das simpelste Mittel für Schandtaten

Erinnern wir uns zurück an Zeiten, als noch Einzelne Dörfer aufsuchten, um Gemeinden über das Geschehen in der Welt zu berichten, eine wandelnde Zeitung der mündlich vorgetragenen Worte. Das Pressewesen dient somit der Information über weltweite Nachrichten, längst ergänzt über die Bildberichterstattung via Television. Oftmals in seiner gesamten Bandbreite der Vielfältigkeit für viele kaum mehr zu erfassen.

Dennoch ein wichtiges Instrument der Information, um Menschen auch ein Stückweit Sicherheit zu vermitteln, was wo geschieht. Wer aber die Pressefreiheit untergräbt, parallel zu den Medien per „Alternative News“ Wahrheiten versucht zu verschleiern, der darf sich als übler Mittäter für folgende Schandtaten bezeichnen lassen, hat jene simpelsten Mittel somit zu verantworten. Die Frage vom angeblich mäßigen Trump oder bösen Medien beantwortet sich daher von selbst. Man kann es gleich gar auf einen Nenner bringen: Die USA haben fertig. Wie sonst könnte man das aggressive Verhalten dieses neuen Präsidenten interpretieren, zumal er obendrein deutlich aufrüstet?

Die Welt in noch mehr Kriege und Elend stürzen?

Exakt dieser Logik entspricht die Vehemenz dieses herben Umgangs mit den Medien. Despoten sollten nur eines nicht unterschätzen: die längst vollzogenen Erfahrungen. Mag sein, daß sie noch bestimmte Massen beeindrucken können, denken wir an die Anhänger der AKP, an die Neuen Rechten in Europa, an rechtsradikale Gruppierungen in den USA wie den Ku-Klux-Klan, doch ob weite Teile der Völker ihnen folgen werden, darf man anzweifeln.

Zu lange durften sich demokratische Strukturen verwirklichen, zusammen mit einer freien Presse, als daß dies sich die Menschen wieder nehmen lassen. Entspanntes Zurücklehnen angesagt? Mitnichten. Wir sollten alle tunlichst darauf achten, ganz genau diesen Herrschern auf die Finger zu schauen, bevor sie die Welt in noch mehr Kriege und Elend stürzen. Dazu bedarf es erst recht einer freien Medienlandschaft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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