Münchner Sicherheitskonferenz: Von Frieden keine Spur


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flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

Eine Welt zwischen Fake-News, Verunsicherung und Kriegsszenarien

Jeder wirklich friedlich denkende und handelnde Mensch kann dieser Münchner Sicherheitskonferenz nur äußerst skeptisch gegenüberstehen. Vom ursprünglich folgerichtigen Gedanken, wie sie vom inzwischen verstorbenen Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin als „Wehrkundetagung“ gegründet worden war, um aus dem Zustandekommen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs entsprechende Lehren zu ziehen, eine Wiederholung zu verhindern, kann längst keine Rede mehr sein. Von Frieden keine Spur.

Dem gegenüber eine Welt zwischen Fake-News, Verunsicherung und Kriegsszenarien, die gar zunehmen, anstatt sie ernsthaft verhindern zu wollen. Rüstungsindustrien florieren besser denn je, allen voran ablesbar bei den Militärausgaben der USA, die obendrein die Nato-Verbündeten auffordern, ihre Rüstungsetats wie vereinbart zu erhöhen.

Rechtfertigung kontra Anmahnung – Brave Berichterstattung und Proteste

Gestern abend erschien pünktlichst zum Ende der 53. Münchner Sicherheitskonferenz der Abschlußbericht des offiziellen Stadtportals mit netten Photos, einer nüchternen Wiederholung der angeblich berechtigten Vorgehensweise der Nato und der Betonung, in wie weit der russische Außenminister Sergej Lawrow Stellung beziehe, daß die Nato nach wie vor eine Institution des Kalten Krieges sei. Hervorgehoben, daß die USA unter Trump den Kurs dieser Nato fortsetzen werde.

Ganz anders und entsprechend entrüstet die kurze Rede vom ehemaligen Priester, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann, der überdeutlich diese Konferenz anmahnt, der Nato und ihren Verbündeten eine einseitige Aggression der Weltöffentlichkeit offenbart, die Russische Föderation längst eingekesselt im Gegensatz zum aufgerüsteten US-Westen noch verhalten reagiert. Kein Wunder, daß kritische Bürger bei näherer Betrachtung jener braven Berichterstattung und friedlichen Protesten ins Grübeln kommen, Skepsis wächst.

Alternative News passen durchaus ins Konzept

Um Menschen gegeneinander auszuspielen, Feindbilder zu erschaffen, damit ganze Industrien neben der Rüstungslobby frohlockend eine Wiederholung ständiger Geschäfte erwarten dürfen, denn bekanntlich verdient es sich sehr gut bei Kriegen und anschließendem Wiederaufbau.

Beispiele gefällig? Allen voran ein Donald Trump behauptet und somit erfindet, in Schweden hätte ein Terroranschlag stattgefunden. Da möchte wohl jemand in die Fußstapfen seiner Beraterin Kellyanne Conway? Gleichwohl fühlt sich ganz besonders die Neue Rechte auch hierzulande auf sicherem Terrain, wie man inzwischen nachlesbar wissen sollte, denken wir an den Kopp Verlag, das Compact-Magazin und etliche andere wie z.B. Epoch Times, welches neulich unter der Überschrift (Werbung wird hier bei Querdenkende nicht durch Verlinkung gefördert.) „Frankreich: Hälfte des Militärs auf den Straßen – Bürgerkriegsartige Unruhen in 20 Städten – Schusswaffengebrauch erleichtet“ versucht, seiner Anhängerschaft zu imponieren. Im Ergebnis folgten auch andere Portale dieser Behauptung, um dortigst ihren Haß zu entladen, eine willkommene Gelegenheit Rassismus zu pflegen.

Insofern reiht sich diese Neue Rechte mit ein in die sogenannte „Wahrheitsbewegung“, wobei der interessiert mündige Bürger seine Müh und Not hat, solch beabsichtigte Hetzer aus dem Milieu der Rechten von wirklich sich Bemühenden auseinanderzuhalten.

Dabei sollte man schon das Schweigen des Herrn Putin hinterfragen, warum er die Neue Rechte unterstützt, gleichzeitig ukrainische Nazis anprangert. Da paßt vieles nicht zusammen, widerspricht sich. Wer nicht nur gern Märchen liest, sondern gleichzeitig eine informelle Zusammenfassung jener fragwürdigen Konstellation nach dem Ende des Eisernen Vorhangs erfahren möchte, dem sei „Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach“ empfohlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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