Körper und Geist kaum noch im Einklang


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Mensch zwischen Fitness und Mangel an Bewegung

Übermächtig scheint der Feind sie zu lähmen, der Blick gerichtet gen gestrafften Körper. Eine Boa Constrictor nimmt die ausgewachsene Feldmaus äußerst gezielt ins Visier, um im nächsten Moment vorzuschnellen. Mutter Natur offenbart ihren evolutionären Kreislauf, dem selbst Mensch sich keineswegs entziehen kann.

Mensch zwischen Fitness und Mangel an Bewegung, weil eine natürliche Entwicklung nicht vorhanden? Körper und Geist nicht mehr im Einklang?

Unser Genpool diktiert eine Millionen jahrelange Entwicklung

Viele mögen Science-Fiction-Phantasien kennen, wo Menschen mit einem Minimum an Muskelmasse gut gestützt und geschützt in speziellen Sitzen agieren, mittels Tastenfelddrucksignalen Befehle weiterleiten, ihnen dienlich zu sein. Und doch haben wir beim Lesen das ungute Gefühl verspürt, einen gewissen Drang, meist unbewußt ausgeführt, uns genußvoll zu strecken, weil die reale Welt dies kaum zu glauben vermag. Mensch will sich eigentlich bewegen.

Unser Genpool diktiert, was sich über Millionen Jahre hin entwickelte, um nützlich den Körper zu bewahren vor äußerlichen Gefahren, ihn zu schützen per entsprechendem Muskelaufbau. Bis ins hohe Alter vermag er die entscheidende Schlüsselrolle sein. Daher gilt, alles zu unternehmen, um uns fit zu halten. Leichter gesagt als getan in einer Welt der medialen Ablenkung, der berechtigt sorgenvollen Zukunftsängste?

Philosophische Betrachtungen vs. heutigen Lebenswandel

Hinrich Hinsch in einem Libretto fürs Singspiel einer Komposition von Johann Philipp Förtsch: „Weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel‘ zusammenhält.“ Was schon damals Ende des 17. Jahrhunderts erkenntnisreich in dieser Zeile geschrieben stand, möchte niemand ernsthaft bezweifeln. Zumal immer alle Philosophen Geist und Körper hinterfragend zu beurteilen und deuten versuchten, wobei deren aktuelle Gegenwart mit all ihren politischen Einflüßen ein gewisses Maß an Richtungsdenken veranlaßten.

Wohin tendiert der Mensch mit seinen Verfehlungen, der Zerstörung der ihn umgebenden Natur, der Mutter Erde, die eben nicht alles einfach hinnehmen wird, sondern längst reagiert, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht? An den Eßgewohnheiten, die unbedarft den Alltag bestimmen, von der Mikrowelle zum Fast-Food, offenbart sich unser heutiger Lebenswandel.

Man muß nur beobachten, in wie weit junge Menschen, also gerade ab dem Kleinkindalter, den unbedingten Willen verspüren, sich ständig zu bewegen, voller Freude herumtollen. Wenngleich etliche Erwachsene oftmals dazu neigen, entnervt dies bereits als Störfaktor zu werten, es ihnen ob aufkommender Lautstärke zuviel wird. Verkehrslärm, Disco-Mucke, Live-Konzerte oder die abendliche Glotze, das darf dann nonstop konsumiert werden, die empfindlichen Ohren beschallen. Was für ein Widerspruch!

Eine scheinbar segensreiche Technik erreicht die weltoffene Zivilisation, um sie in ihren Bann zu ziehen, an ihr teilzuhaben bis ins kleinste Detail, von Spielkonsolen, piepsenden Puppen und Figuren, sprechend, singend, voller lichtbunter Effekte, bis hin zur Handy-, iPhone- und PC-Welt, dem TV. Alles Mittel, Bewegung zu verhindern, sich einfach ruhig sitzend dem elektronischen Sein hinzugeben. Keine einzige Silbe weist auf solche Zusammenhänge hin, wenn die Herz-Kreislauf-Fitness zurecht in Frage gestellt wird. Dürfen wir uns tatsächlich darüber wundern, wenn bereits Kinder davon betroffen?

Fitness-Center in die Pflicht nehmen

Insofern kann man Bewegung nur befürworten. Dennoch mag ebenso an altbekannter Behauptung „Sport ist Mord“ etwas dran sein, oder? Wenn wir es übertreiben, unseren untrainierten Körper schlagartig, unüberlegt und unvorbereitet schinden, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Folgereaktionen aufreten, die gesundheitsgefährdend sind gar bis hin zum plötzlichen Tod.

Somit müssen wir Fitness-Center in die Pflicht nehmen, sie hinterfragen, was daran gut sein kann, jemand hochleistungssportartige Übungen vollrichten zu lassen ohne jedwedes, behutsam aufbauendes Gymnastik-Training, langsam den Körper an Streck- und Dehnübungen heranzuführen. Da läuft so manches aus dem Ruder, weil Profit den Mensch real oftmals nicht berücksichtigt. Es gilt hierbei, sehr genau hinzuschauen, welche Fitness-Center ihren eigentlichen Auftrag ernst nehmen, somit die Spreu vom Weizen zu trennen, wer den Mensch in seiner gesundheitlichen Ganzheit betrachtet oder das schnell verdiente Geld interessiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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