Valentinstag – lieben und gedenken per Knopfdruck


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Von der Überlieferung zum Brauchtum

Am heutigen Tag der Liebenden, dem Valentinstag, dürften sich ganz besonders Blumenhändler über hohe Umsätze freuen, schließlich gilt es, so manch Blumenstrauß seinem Herzblatt zu übergeben, während in Japan die Frauen den Männern zum Valentinstag lieber Schokolade schenken. Einfach nur lieben und gedenken per Knopfdruck an einem 14. Februar? Was geschah in all dieser Zeit von der Überlieferung zum Brauchtum?

In manch Filmen längst gezeigt, das Anbringen eines Vorhängeschloßes an Brückengeländern in Italien, wo sich Liebende treffen, um das Liebesschloß mit ihren Initialien als Symbol ewiger Verbundenheit anzubringen am Valentinstag. Was auf nördlicher Halbkugel hierzulande den Brauch per Blumengeschenke unterstreicht, gilt in Südafrika dem Tragen von weiß-roter Kleidung als Symbol für die Reinheit der Liebe.

Historische Wurzeln zu diesem Gedenk- oder Lostag führen zum Bischof von Interamna zurück, dem heutigen Terni, im Süden der Region Umbrien gelegen. Dieser bekehrte die Bewohner zum Christentum, traute Paare trotz römischen Verbots durch Kaiser Claudius II., wurde schließlich vor Gericht angeklagt und in Rom im Jahre 269 n.Chr. enthauptet.

Papst Julius I. ließ bereits zu Ehren des Märtyrers Valentin eine Basilika errichten, entschied im Übrigen, daß der 25. Dezember der Festtag der Geburt Jesu sei. Dennoch sollten die Christen es weiterhin schwer haben, ihre Religion unters Volk zu bringen. So erging es dem Bischof von Passau, Valentin von Rätien, der Mitte des 5. Jahrhunderts sein Glück versuchte, gar ebenso wie sein älterer Namensvetter sich als Helfer gegen „fallende Krankheiten“ wie Ohnmacht oder Epilepsie anbot, was ihm letztlich zum Verhängnis wurde, man verjagte ihn mit Schimpf und Schand.

Doch der Brauch verblieb im heidnisch geprägten Volksglauben. Dem Zufall wurde es überlassen, in dem der erste Bursche, den ein Mädchen am Valentinstag erblickt, ein Vorzeichen einer späterhin glücklichen Verbindung sei. In England und Frankreich gilt Valentin als Schutzpatron der Verliebten und Verlobten.

Bis heute scheint Brauchtum ein Dorn im Auge manch politisch-religiös Ambitionierter zu sein. In Saudi-Arabien steht der Valentinstag auf der Verbotsliste islamischen Rechts, bereits einige Tage vor diesem Gedenktag achten Gesetzeshüter auf gewisse Käufe wie rote Rosen, die daher strengstens untersagt sind.

Dennoch mag so manches Herz höher schlagen beim gegenseitgen sich Beschenken zum Valentinstag, wenn es auch pragmatisch laut Bauernregeln lauten mag:

Ist’s am Valentin noch weiß, blüht zu Ostern schon das Reis.

Am Tag von Sankt Valentin, gehen Eis und Schnee dahin.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Valentinstag – lieben und gedenken per Knopfdruck

  1. Runafee schreibt:

    Ich habe Valentinstag, wenn ich krank bin – dann kocht mein Mann mir Hühnersüppchen ( sorry an die Vegetarierer). Ich habe Valentinstag an jedem Geburtstag unseres Kindes – weil er dankbar ist, dass ich den Kleinen zur Welt brachte. Ich habe Valentinstag, wenn ich Rotz und Wasser heule, weil mich manchmal das Elend überkommt. Ich habe 365 Valentinstage im Jahr und deshalb bin ich die glücklichste Frau auf Erden. Und ich denke, mein Mann hat sie auch, diese Tage, an denen er merkt, dass Valentin ein cooler Bursche ist …

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