Tennis: Fed-Cup-Skandal bewußt inszenierte Offerte?


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flickr.com/ Christian Mesiano/ (CC BY-SA 2.0)

Überschwang des Nationalismus setzt sich fort

Einmal wie Kettenhunde losgelassen, kann sie kaum jemand noch aufhalten. Vor allem weil keine Ambitionen vorhanden. Das Gegenteil trifft viel eher zu: Wo ein Wille, ein Weg und der lautet, den Überschwang sich formierender Nationalisten fortzusetzen, wo immer möglich.

Der vor 54 Jahren ins Leben gerufene Federation Cup, seit 1995 kurz als Fed Cup bezeichnet, der weltweit wichtigste Wettbewerb des Damentennis, begann direkt äußerst skandalös in Lahaina auf Maui, der hawaiianischen Insel der USA vor dem Spiel zwischen der US-amerikanischen Tennisspielerin Alison Riske und der serbisch-kyrillisch gebürtigen für Deutschland spielenden Andrea Petković.

Den Veranstaltern fiel nichts besseres ein, als bei der Eröffnungszeremonie den Solisten die erste Deutschland-Strophe der Nationalhymne singen zu lassen, welche in Zeiten der Nazi-Ära als NS-Kampfhymne per „Horst-Wessel-Lied“ voller Haß gesungen wurde. Selbstverständlich fühlte sich die deutsche Tennismannschaft vor den Kopf gestoßen.

Die United States Tennis Association (USTA) bat zwar hoch offiziell um Entschuldigung, doch dieser Fauxpas spricht Bände, folgt gar dem Ruf des Donald, der mit “Amercia First” inzwischen das Tennis erreicht zu haben scheint, Erinnerungen an sportliche Wetteiferzeiten kurz vorm Zweiten Weltkrieg werden wach, als danach Hitler-Deutschland der Welt den Krieg erklärte und diesen entfachte.

Was früher die Deutschen, heute die Amis, die mehr denn je auf ihre Weltherrschaftsansprüche mit Nachdruck bestehen, und sei es auf dem Tennisplatz per Aufhebung der eigentlich gestrichenen ersten deutschen Strophe unserer Nationalhymne? Ein Signal nicht ohne Wirkung für all jene, die bereits hier in Europa schon länger auf der Lauer liegen. Erleben wir daher bald die Wiederauferstehung nationalistischer Töne, die ohnehin in etlichen europäischen Ländern anklingen? Es scheint nicht nur so, sondern wird zur Gewißheit.

Insofern darf man von einer bewußt inszenierten Offerte sprechen, hinterher stattfindendes Bedauern entspricht nur einer höflichen Etikette, um den Schein zu wahren. In Wirklichkeit fühlen sich jetzt all jene rassistischen Kräfte berufen und aufgefordert, ihren Haß freien Lauf zu lassen, so manche Zurückhaltung dürfte sich somit auflösen. Vorbei die Zeiten einer unbeschwerten Leichtigkeit freier Meinungsäußerungen, demnächst herrscht wieder das Treiben „faschistoiden“ rechten Gedankenguts?

Manch einer möchte voller Erstaunen sich die Augen reiben, daß solches wieder möglich. Per Geschichtsklitterung, der Diffamierung der Medien bietet vor allem das Internet zusammen mit weitreichender Politikverdrossenheit etliche Podien, dem zerstörerischen Nationalismus erneut Räume zu geben, daß er sich in seiner ganzen bösartigen Tragweite entwickeln und ausbreiten darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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