Bauernregeln-Kampagne offenbart Widerstände gewisser Lobbyisten


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flickr.com/ re:publica 2017 #LoveOutLoud/ (CC BY-SA 2.0)

Folgerichtigen Sprüchen folgen Proteste

Bloß keinen Mut beweisen, eine einmal ins Leben gerufene, vollkommen berechtigte Kampagne durchstehen, nach heftigen, völlig überzogenen Protesten zurückrudern, sich stattdessen sogar entschuldigen. Was ist los im Hause Barbara Hendricks?

Die Umweltministerin knickt ein nach erfolgten Gegenprotesten entrüsteter Bauern, die mit dem Slogan „Dialog: ja! – Diffamierung: nein!“ am Rande von Kleve aufzogen, um ihr vorzuwerfen, sie mache sich zum Erfüllungsgehilfen der Umweltverbände. Na, hoffentlich, sonst hätte sie doch ihren Job verfehlt, sollte eigentlich auch die Antwort der Grünen sein!

Sinnvolle Kritik schmettert einer Stillhalte-Politik entgegen

Die ebenso Christian Schmidt mit zu verantworten hat, nachdem jahrzehntelang rücksichtslos Mensch und Natur in Sachen Umweltschutz hierzulande mißachtet wurden, die chemische Schädlingsbekämpfung ein Teilaspekt darstellt, von Genfood bishin zur Nitratbelastung ganz zu schweigen. Letztere prangerte Frau Hendricks, wenn auch reichlich spät, zumindest an, weil die EU der bisherig ignoranten Bundespolitik auf die Pelle rückte.

Stein des Anstoßes sind neue Bauernregeln als deutliche PR-Kampagne, die mit „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Ohne Blumen auf der Wiese, geht’s der Biene richtig miese“, um nur mal zwei Beispiele zu benennen. Was kann daran so verkehrt sein, zumal sie äußerst scharfsinnung und durchaus berechtigt kritisch die Ignoranz der konservativen Landwirtschaft anprangern?

Was verbleibt nach Hendricks Entschuldigung?

Schon eilte den Hardlinern und entsetzten Lobbyisten der chemischen Industrie baden-württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauck entgegen, leistete Schützenhilfe, fordert gar den Rücktritt von Hendricks, bezeichnete die Kampagne als „billige Schelte ohne Niveau“. Auch ein Herr Hauck sollte wissen, daß vor der Bauernregeln-Kampagne etliche Diskussionsversuche, Proteste von Umweltverbänden erfolgten, die meist eben nicht fruchteten, im Gegenteil der Chemielobby stets der Rücken gestärkt wurde.

Ganz im Reigen der Entrüsteten spricht auch Christian Schmidts Einlassung Bände: „Ich kann doch nicht diejenigen zum Gespött machen, mit denen ich Veränderungen erreichen will.“ Es gibt keine wirkliche Veränderung in der konservativen Landwirtschaft, solange weiterhin die unerträgliche Umweltbelastung anhält, selbst Grünenpolitiker eher einlenken, meist aus machtpolitischen Gründen, schließlich steht diesjährig die 19. Bundestagswahl an.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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