Fußball: Hooligan-Randale willkommener Kriegsersatz


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flickr.com/ ökologische Plattform NRW/ (CC BY-ND 2.0)

BVB-Fans bewerfen Frauen und Kinder mit Dosen und Steinen

Mann muß sich messen, seinen Macker heraushängen, wenn schon so mancher Pantoffelheld zu hause nicht die Hosen anhat, dann wenigstens im Angesicht aggressiven Männerschweißes beim Fußballspiel, wo Hooligan-Randale willkommener Kriegsersatz.

Nach über siebzig Jahren Frieden in Deutschland fühlen sich manche dazu berufen, unbedingt jene, die sich in Auslandskriegseinsätzen nicht beweisen können und dürfen, ihren Drang nach Kampfeinsätzen in Schlägereien sich tummeld zu verwirklichen. Feindbilder werden in der gegnerischen Mannschaft beim Fußball ausgemacht wie jüngst, als BVB-Fans Frauen und Kinder von vermutlichen Leipzig-Fans mit Dosen und Steinen bewarfen.

Dortmunder Stadtteil Dorstfeld ohnehin Hauptquartier der Neonazi-Szene

Fußball-Hooligans besonders gern gesehene Gesellen, die sich schnell mal für die Neonazi-Szene instrumentalisieren lassen? Dem kann niemand, der die Entwicklung etlicher Gewaltexzesse rund um den Fußball verfolgt, widersprechen. Obwohl die 2006 gegründete Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ zusammen mit der FIFA und anderen Initiativen bereits auf die hohe rassistische Gewaltbereitschaft entgegenwirkten, bleibt diese versteckt latent bestehen.

Ein Grund mehr angesichts des Aufwindes der Neuen Rechten, genauer hinzuschauen, was da entsteht und wieder mal hierzulande sich neu organisiert wie im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld, dem Hauptquartier der Neonazi-Szene, einer Hochburg, die sicherlich bis heute agiert. Im letzten Sommer bewies mal wieder deutsche Rechtsstaatlichkeit ihr lasches Verhalten bei eindeutig rechtsextremen Straftaten, was somit auch ein fragwürdiges Licht auf den NSU-Prozeß wirft, der nach wie vor exemplarisch diese Haltung bestätigt!

Neofaschistische Tendenzen vom Fußball bis mitten hinein in unsere Gesellschaft?

Wer hätte das gedacht, daß nach 12-jähriger Nazi-Herrschaft, einer vor sich hin wurschtelnden NPD, ein Verbot dieser rechtsextremen Partei wurde bekanntlich zweimal vom BVerfG vereiteilt, erneut einer Partei mit denselben Ansichten und Forderungen der Weg in den Deutschen Bundestag geebnet wird wie jetzt dieser AfD? Dank Flüchtlingselend und salonfähigen Rassismus über Trump, Le Pen, Orbán und Hofer wehen neofaschistische Tendenzen vom Fußball bis mitten hinein in unsere Gesellschaft?

Was früher die Stadien im Römischen Reich dem Volk per Brot und Spiele boten, verschafft sich schon länger Luft im Reigen etlicher Gewaltexzesse in Fußballstadien. Trotz Sicherheitskonzepte entlädt sich die aufgestaute Wut der Fußball-Hooligans, die oftmals keine Probleme damit haben, auch rechtsextremes Gedankengut direkt vor Ort per Gewalt zu entladen an all jene, die es zu bekämpfen gilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Fußball: Hooligan-Randale willkommener Kriegsersatz

  1. marisasminds schreibt:

    Hat dies auf Marisa's Mind rebloggt.

    Gefällt mir

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