USA: Trump im Bannkreis Bannons


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flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY-SA 2.0)

Gabriels Antrittsbesuch ein diplomatischer Spagat

Springers Welt spricht von einer Premiere zur heiklen Mission Sigmar Gabriels in Washington, wo er vom neuen Außenminister Rex Tillerson und Vizepräsidenten Mike Pence empfangen wurde, während Die Zeit die Visite als „Alles halb so Trump“ abtut.

Sicherlich spielt die Abwesenheit vom 45. Präsidenten schon eine gewisse Rolle bei den Bemühungen beider Länder, in Sondierungsgesprächen ein diplomatisches Tête-à-Tête walten zu lassen, eben weil mögliche Ausfälle Trumps Gabriel erspart blieben, denken wir nur an das Telephonat mit Australiens Premierminister Malcolm Turnbull. Was steht der Welt noch alles bevor, wenn nach so kurzer Zeit dermaßen viel Porzellan zerschlagen?

Stephen Bannon – Donald Trumps Gríma ohne Furcht und Tadel

Wer kennt sie nie nicht, die windige Figur bei Tolkiens „Der Herr der Ringe“, die von der Bevölkerung Rohans nicht zufällig Gríma, die Schlangenzunge, genannt wurde, die als Berater von König Théoden fungierte? Gewisse Parallelen zu Stephen Bannon mögen durchaus anklingen, wenn man dessen Einflüsterungen bemerkt, die jetzt schon den Geist und vor allem das cholerische Gemüt Trumps antreiben.

Die unverkennbare Nähe Bannons zur Alt-Right-Bewegung muß äußerst kritisch betrachtet werden, zumal gerade in Europa ein heftiger Wind eines aufkommenden Rechtspopulismus weht, der ganze Begeisterungswellen nach sich zieht, denken wir an den Brexit, Marine Le Pen, Viktor Orbán, Norbert Hofer oder die AfD hierzulande. Oftmals nutzen deren Vertreter gern eine kritische Haltung zur EU für sich, spannen den neuen kalten Krieg zwischen den USA und Russland für sich ein, wobei Putin nichts besseres im Sinn hat, als diese neue rechte Strömung für seine Zwecke zu mißbrauchen. Eine politische Gratwanderung ohnegleichen.

Wer dermaßen brüsk und unhaltbar gegen die Medien hetzt, wie Steve Bannon kürzlich erneut betonte, „sie seien unseriös, hätten keinerlei Intelligenz, verstünden die USA nicht, sie sollten einfach mal stillhalten, somit Trump machen lassen“, der hat nicht nur das Wesen der Pressefreiheit eben nicht verstanden, er tritt sie zugleich mit Füßen. Kein Wunder, daß Trump dermaßen verbittert mit ihnen umgeht, Grímas Rolle greift mehr denn je.

USA weiterhin Hegemon oder besser die Welt Trump kontrolliert?

Per Waffengewalt kann man unmöglich ein moderates Gleichgewicht in der Welt erschaffen. Das Gegenteil tritt ein, Kriege bedeuten stets Zerstörung bishin gar zur atomaren Vernichtung, wer dabei nicht die Finger stillhalten kann. Der expansive bisherige Kurs dieses Hegemons hat ohnehin längst sein Ende erreicht, der Zerfall der EU hat ebenso damit zu tun, insofern befinden sich die USA tatsächlich auf bestem Wege zur Bedeutungslosigkeit, gerade mit jener Haltung Trumps.

Außerdem schwenkt die anfängliche Euphorie zur kumpelhaften Verbrüderung mit Putin um, erste Stellungnahmen zum neuentflammten Ukraine-Krieg deuten darauf hin, wenn Amerika Russlands „aggressives Verhalten“ verurteilt. Die Welt täte sehr gut daran, Donald Trump erst recht äußerst akribisch zu beobachten, gar zu kontrollieren, bevor aus „America First“ gar ein „We Rule The World“ wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Eine Antwort zu USA: Trump im Bannkreis Bannons

  1. marisasminds schreibt:

    Hat dies auf Marisa's Mind rebloggt.

    Gefällt mir

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