Hört ihr Leut und lasst’s euch sagen


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Das WorldWideWeb hat wieder zugeschlagen

Ohje, man weiß oftmals nicht, soll mach lachen oder weinen, wenn man auf diversen Seiten des WorldWideWeb, vor allen Dingen auf Seiten, die sich dem nationalistischen Gedankengut verschrieben haben, Artikel liest.

Verschrieben haben sie sich wohl nicht, obwohl ihr Geschreibsel oftmals Copy-and-paste oder einfach nur persönliche Befindlichkeiten hervorbringt, gewürzt mit besserwissenden Verschwörungstheorien der Lügen anderer.

Sie sind rein, rein der Wahrheit verpflichtet, deshalb dürfen sie sich auch erdreisten, ohne Kenntnisse über Sachgebiete, in „Alles ist gut“-Manie, wenn du mir folgst, ihre hanebüchenen Beweise, Meinungen zu verbreiten.

Da wird aus einem Coach-Potato ein Ernährungsberater, der die Welt beschwört nur mit Zusatzpräparaten, die er quasi zum Selbstpreis verkauft, ein gesundes Leben führen zu können.

Da wird aus einem Serienyuppie, „Liebe heilt alle Wunden“, ein versierter medizinisch gebildeter Doktorand der Philosophie, der sogar Tuberkulose mittels der reinen Liebe heilen kann.

Da wird ein Möchtegernweltverbesserer zu einem Analytiker, in dem er Fakten akkurat auflistet, die er wahllos aus verschiedenen Themensparten akribisch untereinander setzt, zum Beweis der wissenschaftlichen Grundlage seiner Ausführungen.

Da wird aus einem Actionheld-Filmfreak ein weitsichtiger in sämtlichen politischen, wirtschaftlichen Fragen versierter Buchautor, der zudem so nebenbei mal vier Sprachen spricht, obwohl er in seiner „Muttersprache“ fast keinen Satz ohne Fehler niederschreiben kann.

Da wird aus einem „Städter“, der nach langer Zeit die Gelegenheit hatte, Landluft zu schnuppern, ein versierter Kräuterspezialist für Kochrezepte oder noch schlimmer für Heilkunde, nur weil er bei diesem Besuch erfahren hat, daß Löwenzahn und Gänseblümchen kein Unkraut sind, sondern eßbar.

Da wird aus einem cholerischen Nörgler ein Romantiker und Naturliebhaber, nur weil er mit seiner 500 € teuren Kamera Blümchenbilder und Sonnenuntergänge mit diffusem Lichteffekt auf den PC zaubert und diese Wunderwerke (ohne Photoshop-Manipulation, sondern echt) als große Poster zur Hintergrundgestaltung für ein kuscheliges Kerzenscheindinner präsentiert.

Da wird aus einem „Gutmensch-Gegner“ ein Freiheitskämpfer, der sich in die gleiche Reihe von Che Guevara, Nelson Mandela, Mahatma Gandhi und anderen stellt, um seine beengte Lebenseinstellung von Moral, Sitte mittels Drohungen, Hetze gegenüber Andersdenkenden zu formulieren.

Da wird aus einem notorischen Lügner ein von allen verstoßenes Mobbingopfer, um dies als Anlaß zu benutzen, Spenden zu sammeln, damit er durch seine bis zur Selbstaufgabe aufgewendete Arbeit für mehr Loyalität,Treue und Ehre seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Da wird aus einem Rassisten, Frauenfeind, „ich bin doch kein Nazi, aber“, ein humanistischer Patriot, der Zitate von Dichtern und Denkern (nur aus dem angestammten Heimatland) zitiert, obwohl sein Bücherregal noch nie ein Buch getragen hat.

Da wird aus einem Schaf im Wolfspelz ein Kenner der verschiedensten psychologischen Erscheinungen, um durch diese Heuchelei die Menschen bewußt zu irritieren und ihn für seine egoistische, narzißtische Lebensauffassung zu gewinnen.

Da wird aus einem, der bedingungslosen Kadavergehorsam als den richtigen Lebensweg ansieht, ein Schreiberling, der in kindlich einfachen Worten und Sätzen eine heile Welt darstellt, die in ihrer ganzen Art und Aufmachung an ein romantisiertes Statement für sektenhaftes Gemeinwesen erinnert.

Da wird aus einem Leuteschinder, der nicht mal seinen eigenen Freunden die Butter auf dem Brot gönnt, der Herr, der sich herabläßt, großzügig auch anderen das Wort zu erteilen, wenn sie denn durch ihre Artikel seinen Reichtum fördern.

Keine Nachtwächter können Sie vor diesem Gedankenmüll schützen, auch keine „Internetpolizisten“, schalten Sie einfach Ihren Verstand ein, dösen Sie nicht länger, dies ist der beste Schutz vor Rattenfängern.

Es versteht sich von selbst, daß hier nur der einfachheitshalber die Schreiberlinge in der männlichen Form erwähnt wurden, dies soll nicht bedeuten, daß die angesprochenen Verhaltensweisen nicht genauso von weiblichen Schreiberlingen verfaßt werden.

Und da es Sitte zu werden scheint, mit sarkastischer, höhnischer und hämischer Wort-, Satzwahl einen Argumentationskonflikt herbeizuführen, um Unfrieden und Angst zu stiften, dem sei zur Erinnerung gebracht, daß diese Sprache nur ein Narr gebraucht und der strebt nicht nach Macht, außer, er ist nicht schlau.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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