SPD-Kanzlerkandidatur: Gabriels Verzicht war absehbar


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flickr.com/ Martin Schulz – Former EP President (2012 – 2017)/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Mit Martin Schulz tritt ein neoliberaler Hardliner gegen Merkel an

Nunmehr hat der Eiertanz, – nicht ums goldene Kalb -, sein jähes Ende gefunden beim nebolösen Ringen innerhalb der SPD, wer denn die Kanzlerkandidatur antritt. Beim Wechsel des ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten zurück in die Bundespolitik zeichnete sich dessen Einfluß ohnehin ab, war letztlich Gabriels Verzicht durchaus absehbar.

Hinterher sind viele sowieso schlauer. Ob eine Frau Merkel damals schon erahnen konnte, daß der Vizekanzler das Handtuch schmeißen würde, sie deshalb in den Ring als erneute Kanzlerkandidatin stieg, bleibt mal dahingestellt. Mit Martin Schulz tritt zumindest ein neoliberaler Hardliner gegen Merkel an.

Lobhudelei täuscht nicht über Schulzes Verfehlungen hinweg

Das Wort Stallgeruch darf man getrost als übertrieben bezeichnen genauso wie die Behauptung, Martin Schulz sei ein Sozialdemokrat der alten Schule. Welche hätten wir denn gerne? Die wahrhaftige unter Brandt und Wehner oder eher die unter eines Gerhard Schröder, der mit dem Niedriglohnsektor und den Hartz-IV-Gesetzen den größten Sozialabbau in der BRD einleitete?

Die Vorschußlorbeeren des neuen Kanzlerkandidaten und Parteivorsitzenden sollten mit Nachdruck gerügt werden. Wer hat denn damals in der EU Griechenland den Rücken gekehrt, mit großer Sorgfalt keine Gelegenheit ausgelassen, das Brüsseler Diktat über etliche politische Entscheidungen zu stülpen, denken wir an die Durchsetzung vom CETA, mit freundlicher Unterstützung des Vizekanzlers, das Amt des EU-Parlamentspräsidenten vom Versammlungsleiter zur Ausweitung auf globaler Weltbühne eingesetzt.

Chancenloser Weg oder Aussicht auf Erfolg?

Jetzt soll das Sprachtalent, Schulz spricht fließend fünf Fremdsprachen, gegen Angela Merkel antreten, der Erfahrungen als sehr junger Bürgermeister von Würselen sammelte, aber noch nie im Deutschen Bundestag saß. Ein Novum eines Kanzlerkandidaten, so gänzlich ohne die Auseinandersetzungen im Bundesparlament.

Dieser Weg bedeutet harte Arbeit, bedenken wir, daß die SPD laut Forsa-Umfrage von heute bei gerade mal 21% liegt, die CDU/CSU ganze 16% mehr an Stimmen für sich erhielte, eine AfD mit 12% im Hintergrund lauert, eine schwarze Ampel ihm einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Rot-rot-grün dürfte wohl mit Herrn Schulz und Frau Wagenknecht keine Option mehr sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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