Gesellschaft: Arbeit und Freizeit keineswegs im Einklang


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Rastlosigkeit soll uns einfach nur ablenken

Waschpulver in die Lade der Maschine schütten, nachdem zuvor schnell mal die Wäsche sortiert wurde, das entsprechende Programm einschalten, den Wassenhahn aufdrehen, auf Power-on drücken. Diese automatisierte Technik scheint zu entlasten, währendessen Zeit genug vorhanden, andere wichtige Dinge zu erledigen. Früher waren die Menschen viel mehr mit dem Haushalt beschäftigt, arbeiteten in der Regel länger, hatten somit weniger Freizeit. Wie schaut es heute aus? Arbeit und Freizeit keineswegs im Einklang?

Technisierte Errungenschaften, eine Arbeitswelt mit Dreiviertelstellen oder einer 40-Stunden-Woche, streßgeladene Hektik im Alltag schaffen kaum Zeit für Mußestunden, die Mehrheit der Bevölkerung beschleicht das Gefühl ewigen Zeitmangels. Woran liegt es, daß die Gesellschaft in unserer schnellebigen Ära sich dermaßen instrumentalisieren läßt, ohne genau dies zu hinterfragen?

Wirtschaft hat sich nach dem Menschen zu richten und nicht umgekehrt

Selbstverständlich könnte Streß vermieden werden, wenn wir dessen Ursachen entlarven und gleich gar nicht zulassen. In der Theorie klingt das ziemlich simpel, real straft uns das Leben selbst bzw. lassen wir Streß aus unterschiedlichen Gründen zu. Das betrifft bereits das Kindergarten- oder Schulkind, setzt sich in Ausbildung oder Studium fort, nimmt seinen Lauf während der Arbeitszeit, weil wir alle uns nach den Vorgaben einer inhumanen Wirtschaftswelt richten, in der Faktor Zeit an Profit gekoppelt dem Menschen diktiert, welche Leistung er im vorgegebenen Rahmen erbringen soll. Versagen wir, hat dies triefgreifende Konsequenzen wie z.B. Arbeitslosigkeit oder gar Obdachlosigkeit.

Wir entgehen diesem Weg, in dem wir eben tagtäglich Streß in Kauf nehmen, setzen uns diesem selbstverständlich aus, ohne an die weitreichenden Folgen zu denken. Daraus können Unfälle entstehen, auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz selbst, Krankheiten sind die Folge, weil der Körper sich eben nicht austricksen läßt, sondern irgendwann streikt, uns Grenzen setzt. Diesen vorprogrammierten Streß dürfen wir erst gar nicht zulassen, was bedeutet, die gesamte Wirtschaft gänzlich anders zu gestalten, in dem Mensch in erster Linie berücksichtigt wird.

Urlaub ein Luxusgut?

Besonders diejenigen, die noch soviel verdienen, um sich einen Urlaub außerhalb von Balkonien zu leisten, arbeiten darauf hin, um wenigstens einmal im Jahr einige Wochen weiter entfernte Ziele aufzusuchen, ihre Seele baumeln zu lassen. Diese viel zu kurzen Momente der Erholung können allerdings niemals den ganzjährigen Alltagsstreß auffangen. Wenn dann noch manche Reise in Hektik ausartetet, folgt oftmals die Erkenntnis nach Erholung vom Urlaub, die jedoch ausbleibt.

Manch einer erkennt diese völlig unnötige Entwicklung, befindet sich aber in eigener Tretmühle von Abhängigkeit, sieht keine Chance, ihr zu entgehen. Was muß geschehen, um solche Kreisläufe nicht mehr zuzulassen?

Raus aus den Tretmühlen ein Leben in Ruhe und Bescheidenheit anstreben

Inzwischen verdeutlicht eine wachsende Zahl von Aussteigern, daß sie den Run auf Habitus und Erfolg nicht mehr tragen wollen, rechtzeitig die Notbremse ziehen, um ein Leben in Ruhe und Bescheidenheit anzustreben. Gerade im Sinne einer inneren Zufriedenheit, in der kein Platz mehr im Spiel ewiger Konkurrenzgedanken vorhanden, viel eher ein Miteinander im Einklang steht, statt ein krankmachendes Gegeneinander. Solche Oasen inmitten hektischer Außenwelt mögen noch belächelte Trutzburgen darstellen, aber sie bieten eine wertvolle Antwort für diejenigen, die sie beherzt umsetzen.

Aus diesem Grunde sollte die große Masse der Bevölkerung viel genauer ihr Umfeld beobachten, in welchen Tretmühlen sie sich befindet, meist ohne es wirklich zu bemerken. Oftmals wird sie erst mittels Krankheit oder andere Schicksalssschläge gewarnt oder gestoppt.

Nicht die Materie zählt, keine äußeren Werte, man stellt mittels seines Berufes nichts besonderes dar, vielmehr die tief im Inneren verwurzelte ureigene Persönlichkeit offenbart den wahren Kern, den es zu leben gilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Gesellschaft: Arbeit und Freizeit keineswegs im Einklang

  1. Sabine schreibt:

    Genau, und deswegen mache ich jetzt ein Nickerchen 🙂 Danach gehe ich mit dem Hund in den Wald, etwas kochen sollte ich noch und weiter gute Rezepte für den Konsumverweigergeldbeutel sammeln – was mich wieder daran erinnert, meinen Blog endlich mal fertigzustellen.
    Ich möchte Menschen, die mir gehetzt oder mit mürrischer Miene oft entgegen kommen, schütteln und rufen: „Hey, wach auf! Du kannst Dein Geld nicht essen, wenn es mal kracht!“ …
    Dir noch einen schönen, spannenden Tag, Lotar.

    Gefällt 1 Person

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