Rechter Terror: Schlafende Hunde längst erwacht


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flickr.com/ NiceBastard/ (CC BY-NC-SA 2.0)

Weg von der Straße hin ins Parlament und auf Bühnen

Wenn ein Willy Wimmer vom größten Terroranschlag hierzulande beim Fernsehsender RT spricht, der uns im letzten Jahr kurz vor Weihnachten heimsuchte, dann zeigt sich ziemlich deutlich, in wie weit Rechter Terror verharmlost wird.

Schlafende Hunde sind längst erwacht, spätestens seit dem 26. September 1980, als Gundolf Köhler, Anhänger der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann, mit seinem Bombenattentat beim Oktoberfest 13 Menschen tötete, 211 verletzt wurden. Mit Pegida und ihren Ablegern fand der Rechtspopulismus zunächst neue Spielwiesen auf der Straße, es folgte parallel die Suche in die Parlamente wie per AfD. Nunmehr weg von der Straße hin in die Plenen und auf Bühnen, die Legida ihren Rückzug ankündigt.

Da formiert sich tummelnd allerlei rechtsextremes Geschmeiß

Wobei der Staat nach wie vor sich äußerst bedeckt hält, die verantwortliche Regierung sich hinter zu schützenden Quellen verschanzt, während woanders Menschenleben gefährdet sind, die man offensichtlich in Kauf nimmt. Die Liste rechter Gewalt ist wesentlich größer als eine heruntergerechnete, eher verharmloste Statistik dies aufzeigt.

Gerade im Fall des Oktoberfestattentats bleiben etliche handfeste Vermutungen, die sich ohnehin als sehr wahrscheinliche Tatsachen verdichten, dennoch im Dunkeln. Man kann durchaus von Mittätern im Hintergrund ausgehen, selbst wenn dies bis heute nicht nachgewiesen werden konnte. Im Mai 2015 reichten die Linke und die Grünen Klage vorm Bundesverfassungsgericht ein, die Bundesregierung sollte V-Leute des Verfassungsschutzes nicht weiterhin deckeln. Gegen den Chefermittler des Oktoberfest-Attentats wird nun selbst ermittelt.

Andrea Röpke warnt vor rechtem Alltagsterror ohne besondere Aufmerksamkeit

Sie wurde durch ihre fundierten Insider-Reportagen bekannt, die sie seit Beginn der 1990iger Jahre publiziert, wobei sie auch inzwischen tätlich angegriffen wurde, auf rechtsextremen Internetportalen ein Steckbrief kursiert.

Im jüngsten Interview des Deutschlandradios warnt die Journalistin und Diplom-Politologin vor rechtem Alltagsterror ohne besondere Aufmerksamkeit verglichen mit den islamistisch motivierten Anschlägen. Man könnte hinter den Pegida-Aufmärschen insofern schon eine gewisse Strategie vermuten mit dem neu gefundenen Feindbild des Islamismus. Rechtsextremisten dürfen auf diese Weise ihr nationalistisch haßerfülltes Gedankengut obendrein mit einer anwachsenden Zahl von Mitläufern in der Bevölkerung selbst ausleben, der Staat schaut weg, siehe auch NSU, während eine AfD gar frohlockt, da sogar Parlamentarier der C-Parteien mit ihr liebäugeln.

Die Spitze des Eisbergs sollte spätestens jetzt enttarnt worden sein, wollen wir uns nicht in einer rechtsextrem politisch orientierten Gesellschaft wiederfinden, in der eine große schweigende Masse erneut einfach wegschaut.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Rechter Terror: Schlafende Hunde längst erwacht

  1. Bernd Engelking schreibt:

    „Die Liste rechter Gewalt ist wesentlich größer als eine heruntergerechnete“
    Genau wie die Liste der Gewalttaten der linken Antifaschisten heruntergespielt wird, und genau wie die Gewalttaten von Islamisten und Migranten heruntergespielt werden.
    Interessant, wenn man auf 2 von drei Augen blind sein will, aber es ist so leicht durchschaubar.
    Und überall wo Terrorismus auftritt, scheint der Staat die Finger im Spiel zu haben, so auch beim NSU. Überall gibt es Zweifel, insbesondere an der offiziellen Version der Staaten, überall Ungereimtheiten und V-Mitarbeiter. Insbesondere wird jedes Mal an der Schraube der Gesetze gedreht, als würden sie nur auf so was warten.

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