Und ewig grüßt das Nazischwein


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flickr.com/ straßenstriche.net/ (CC BY-NC 2.0)

Nicht klein zu kriegen, sind sie, jene ewig gestrig aufrechten Deutschen, die gerade in letzter Zeit wie Phönix aus der Asche entstiegen meinen, sie könnten herumtönen, um Ungleichgesinnte zu bekehren, man solle notfalls auch per Gewalt ihnen huldigen und nacheifern. Mit einem angeblich friedlichen Spaziergang mögen sie längst nicht zufrieden sein, da bedarf es anderer Maßnahmen wie dem Besteigen von Gebäuden, um dortigst Banner zu entrollen, die ihre identitäre Gesinnung offenbaren.

Auch Wurzelrussen und anderes Geschmeiß fühlt sich berufen, ins Horn loyaler Treue zu blasen, bis daß das Blut nahezu schon überkoche, man in erster Reihe brüderlich zusammenstehend all diejenigen von dannen jage, die ihnen nicht folgen wollen. Nationalstolz kennt keine Freiheit Andersdenkender, sondern lebt seinen Rassismus unverblümt aus am Lagerfeuer, germanisch korrekte Lieder singend, während holde Mägde ihnen Speis und Trank reichen mögen, schließlich solle es den wackeren Herren an nichts fehlen.

Und ewig grüßt das Nazischwein, fühlte sich bisherig doch so allein unter zuviel Toleranz und multikulturellem Zusammensein. Dies gilt es nunmehr zu unterbinden, da werden sich allerlei böse Methoden schon finden. Selbst im Internet geben sie sich adrett, nicht wie früher in Springerstiefeln von weitem erkennbar, heute dennoch leicht zu entlarven jene braune Schar. Anhand gezielter Meinungen der harmlose Bürger verunsichert wird, Hauptsache dieser zustimmt, meist verwirrt.

Was kann es dabei besseres geben als eine angebliche Gefahr für Leib und Leben: Vom bösen Ami bis zum Muselmann kommt bei denen jedes Klischee dran. Wer hierbei nicht differenzieren kann und will, verweilt mit denen im rechtspopulistischen Drill. Hoppla, man möge erwähnen, was wohl hierbei geschah. Alter, net verlegen gähnen, das weiß man doch nicht erst seit letztem Jahr!

Inzwischen wird sich über den deutschen Schuldkult lustig gemacht, hat jener doch so manche Bresche entfacht, die eine neue Gültigkeit erlangt, bis niemand mehr unsicher schwankt. Es lautet jetzt, man habe genug gelitten, zu lange wurde darüber gestritten, was wahr wäre oder eben nicht, egal vor welchem Gericht. In ihrer Ehre verletzt, man nunmehr unerschrocken hetzt gegen jede Kritik. Soviel zum neuen rassistischen Kick.

Der tiefgründig Nachdenkende sich daher sorgenvoll fragt, warum kaum ein Intellektueller es mehr wagt, gegen jenen neuen Zeitgeist Stellung zu beziehen. Es hilft am Ende kaum mehr fliehen, außer man wiederholt bewußt die Geschicht, sagt’s ihnen nicht direkt ins Gesicht, duckt sich somit lieber weg. Unsereins bleibt dabei viel eher keck.

Lotar Martin Kamm

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