Freundschaftliche Beziehungen fürs Leben eher ein Seltenheitswert


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Schnellebigkeit und Superlative fördern Vertrauensverlust

In tiefverbundener Freundschaft die Freuden und Sorgen des anderen empfinden, in sie hineinfühlen, ohne irgendwelche Hintergedanken einfach mal innig sich in den Armen liegen. Vermögen das viele von sich behaupten? Jenes selbstlose Gefühl ehrlicher, sich nicht täuschen lassender Entspannung, die ein enormes gegenseitiges Vertrauen voraussetzt?

Keinesfalls, es hat höchstwahrscheinlich eher Seltenheitswert, selbst wenn die meisten meinen, es sei eine natürliche oder gar selbstverständliche Sache. In unserer schnellebigen Welt der „hausgemachten“ Superlative wird Familiensinn viel eher verdrängt, stellt man ein Singledasein in der Gesellschaft fest, ganze Branchen haben sich längst diesem Trend angepaßt, profitieren davon.

Gruppendynamik bestimmt den Lauf des Zusammenlebens

Von Beginn an lernen Menschen in Familien, untereinander auszukommen, mit- oder gegeneinander die eigenen Standpunkte und Meinungen zu vertreten, zu erkämpfen. Sei es mit friedfertigen, lautstarken oder gewaltvollen Mitteln. Gruppendynamik bestimmt den Lauf des Zusammenlebens, was niemals ohne bestimmte Gesetzmäßigkeiten funktionieren kann, mit Rangordnung, Geboten und gegenseitiger Achtung einhergeht.

Eine antiautoritäre Erziehung in Familien scheitert spätestens draußen, also außerhalb der eigenen vier Wände, da die Gesellschaft selbst einer gewissen Ordnung unterliegt, sich eingerichtet hat. Bereits im Kindergartenalter beginnt der rege Austausch untereinander, entscheidet Antipathie und Sympathie über geduldiges Akzeptieren oder sich anbahnende Freundschaften.

Doch in der Regel findet dabei bereits eine gewisse Auslese statt, sehr selten bleiben sie bis ins Alter oder gar hohe Alter erhalten, da wir ohnehin beim Heranwachsen uns selbst finden, die Welt da draußen mit uns in Einklang bringen müssen, was keineswegs für alle einfach.

Gute Freundschaften bedeuten meist ernsthafte Arbeit

Keineswegs unbedingt im Sinne wirtschaftlicher Aspekte oder der Bildung, sondern eher zwischenmenschlicher Notwendigkeit. Denn eigentlich entwickeln sich gute Freundschaften erst mit der Zeit. Was zunächst mit einer Bekanntschaft beginnt, bedarf eines gegenseitigen hohen Vertrauens, weil ohne ein solches jede Freundschaft zum Scheitern verurteilt wäre. Darin unterscheidet sich eine Liebesbeziehung überhaupt nicht.

Dennoch verbleibt bei inniger Freundschaft der Sexus im Tabubereich, was durchaus wichtig und besondere Vorteile hat. Kein Wunder, vorausgesetzt man betrachtet heterosexuelle Konstellationen, daß Freundschaften zwischen Mann und Frau schon sehr selten vorkommen, meist eher im gleichgeschlechtlichen Bereich stattfinden.

Über Jahre oder gar Jahrzehnte sie zu erhalten, bedeutet stets ernsthafte Arbeit. Beide Seiten können dabei viel voneinander lernen, wachsen zusammen in inniger Vertrautheit, helfen einander per Rat und Tat, bilden nach außen für die Mitmenschen eine wichtige Schlüsselrolle, auf eine Art ein Team mit gegenseitiger Stütze, profitieren letztlich alle davon, was sich sogar gesundheitlich auswirkt.

Längst wissen Mediziner zu berichten, ob per aufwendiger Statistiken oder einfach aufgrund langjähriger Erfahrungen, wie intakte Freundschaften oder Liebesbeziehungen den gesamten Organismus positiv beeinflussen, hingegen Einsamkeit, ewige Beziehungskonflikte per Streitereien schwere Krankheiten verursachen können.

Jede Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn ein sozial ausgewogenes Miteinander gepflegt wird. Bei Vernachlässigung setzt sich die Hierarchie der Gewalt durch, gilt keine Moral, Religion oder Humanismus mehr.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Freundschaftliche Beziehungen fürs Leben eher ein Seltenheitswert

  1. Bernd Engelking schreibt:

    Was ist Gesellschaft?
    Sie ist doch nur eine Ansammlung oder die Gesamtheit oder der Durchschnitt von Gemeinschaften, von Freundeskreisen, Familienclans oder anderen Kleingruppen, die nur noch bedingt das ursprüngliche und natürliche Zusammenleben des Menschen repräsentiert.
    Die ursprüngliche Gemeinschaft des Menschen hat alles zusammen gemacht. Zusammen gelebt, zusammen gewirtschaftet, zusammen gefeiert, zusammen verteidigt, weil in allem kooperiert wurde, um zu überleben. Das, was der Mensch heute daraus macht, ist in keiner Weise mehr natürlich und nur noch rudimentär vorhanden. Aber Egoismus hat eben im Sozialsystem des Menschen keinen Platz. Praktiziert er ihn dennoch, bekommt er psychische und soziale Probleme, und das ist heute die Realität.
    Es wird sich nichts ändern, wenn die Menschen sich nicht an ihrer ursprünglichen Lebensweise orientieren, bzw. nicht in die Lage versetzt werden, so zu leben. Alle sozialen Probleme könnten damit beseitigt werden. Das allerdings dient nicht den Profitinteressen der Konzerne.

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