Lauterkeit kaum noch verwendet sich treu geblieben


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Am Anfang war der Laut

Die Straße war voll lauter Menschen. Haben Sie spontan erkannt, daß in diesem Satz zwei verschiedene Aussagen stecken? Die Straße war voll mit ganz vielen Menschen. Die Straße war voll lärmenden Menschen. Eigenartig, nicht wahr?

Kennen Sie das Wort Lauterkeit und wenn ja, benützen Sie es auch noch gelegentlich? Schätzungsweise ist es eines der Wörter, die irgendwann demnächst im Nebel der „alten Sprache“ verschwinden. Die Offenheit, Rechtschaffenheit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Reinheit, Unschuld sind ähnliche Begriffe, und wahrscheinlich wird uns das Wort Lauterkeit für diese Wortumschreibungen irgendwann fehlen, denn es führt uns in seiner Entwicklung weit in die Vergangenheit.

Der Laut, der Ton ist die erste sprachliche Äußerung eines Wesens, dabei spielt es keine Rolle ob beim Menschen oder bei den Tieren. Im Johannesevangelium ist zu lesen: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

Wie immer man diesen Text aus dem Johannesevangelium deuten mag, ersichtlich daraus ist, daß der Laut, der Ton, das Wort eine wichtige Komponente darstellt, in Bezug auf das Werden und Gedeihen, auch im Kontext zur „Theorie“ des Urknalls.

Die Lauterkeit, mittelhochdeutsch lüterkeit, wie bereits oben beschrieben, der Laut, mittelhochdeutsch lüt, das mit dem Gehör Wahrnehmbare, laut, mittelhochdeutsch lüt, gehört. Eindeutig hier die Sprachverwandtschaft.

Das Wort lauter, im Sinne von ein lauterer Mensch, also ein ehrlicher, aufrichtiger Mensch, mittelhochdeutsch lüter, das Wort lauter, im Sinne von lauter Menschen standen auf dem Platz, also ganz viele Menschen standen auf dem Platz, mittelhochdeutsch lüter, rein, hell, klar, eventuell gereinigt, also bei beiden unterschiedlichen Aussagen ehrlich und eine Menge, dieselbe Wortherkunft.

Und um die Verwirrung perfekter zu machen, das Wort Läuterung, Besserung, Berichtigung hat natürlich den gleichen Wortstamm und das Wort laut, entsprechend, sinngemäß, wie zum Beispiel: Laut der Vorhersage kommt ein Wetterumschwung.

Zusammenfassend läßt sich demzufolge das Wort lüt, Laut und alle wortverwandten Wörter folgendermaßen beschreiben, ehrlich, rein, unschuldig, eine Menge, viele, geräuschvoll, entsprechend, sinngemäß, Besserung und vertraut zudem auf die korrekte Übersetzung des Johannesevangeliums, so kommt man zu dem Schluß, daß der Laut, Ton egal ob geräuschvoll oder in Mengen zuallererst rein und klar ist in Verbindung mit entsprechend und Gott, die vorurteilsfreie Sinnhaftigkeit jedwedes Wortes, jedweder Menge.

Das Wort lütt für klein oder winzig unterstreicht dies, denn setzen wir für klein, das Wort Baby oder Kleinkind ein, so erkennen wir in dem Verhalten des Babys in den ersten Lebenstagen- wochen wie entsprechend in unserem Verhalten gegenüber diesem kleinen Wesen die oben genannten Begriffe.

Als Fazit wäre noch anzumerken, die Lauterkeit, Reinheit, Ehrlichkeit in der Sprache und gegenüber anderen ist eine wichtige Voraussetzung für ein offenes freies Miteinander. Wer die Sprache benützt, um anderen zu schaden, handelt nicht im Sinne unserer aller Vorfahren, (noch Gott oder der Göttlichkeit), sondern mißbraucht das vorurteilsfreie Wort. In vielen anderen Beispielen ist die Sprachentwicklung einzelner Wörter einen konträren Weg zu ihrem ursprünglichen Sinn gegangen, im Fall von Lauterkeit und Läuterung ist sie sich treu geblieben, warum wohl?

Doris Mock-Kamm

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