Hinterhältig platzierte Patzer richten Schaden an


https://pixabay.com/de/harold-lloyd-uhr-geb%C3%A4ude-stadt-1137109/

pixabay.com

Mißbrauch menschlicher Pannen

Sie passieren täglich weltweit, unabhängig von Ländern, Nationen, Konventionen, ob bei jung oder alt, sogar bei Tieren, vielleicht sogar minütlich, die Patzer. Die Unachtsamkeit, Pannen, Fehler, die Fehltritte, die Ausrutscher.

Manchmal zur Freude anderer, die sich über den Patzer amüsieren, weil er lustig anzusehen war oder aus Schadenfreude. Andererseits können Patzer aber auch durchaus erheblichen Schaden anrichten, wenn sie als Folge einen Unfall verursachen, der dann in den Schlagzeilen oft als „menschliches Versagen“ benannt wird.

Menschlich sind Patzer allemal, aber auch tierisch, deshalb kann der Patzer nicht als nur für Menschen geltende Eigenschaft dargestellt werden. Der Unterschied liegt in der Tatsache, daß der Mensch die Fähigkeit besitzt, bewußt, das heißt mit voller Absicht einen Patzer zu begehen. Entweder um ein Publikum zum Lachen zu bringen, oder anderen Menschen Schaden zuzufügen.

Es scheint, wenn man gewisse Äußerungen von Menschen anhört, liest, die sich vorgenommen haben, Verantwortung zu übernehmen in Politik und Wirtschaft oder sogar bereits diese Positionen innehaben, Mode zu sein, mit Patzern seine Meinungen zu verbreiten und dem Motto zu folgen, schlechte Kritik ist gute Kritik, denn sie verbreitet sich schneller und da negativ, mit dem Effekt auch länger im Gedächtnis abgespeichert zu werden.

Es sind also absichtliche mit Hintergedanken gestreute Äußerungen, die dazu dienen, jemand anderen zu diffamieren und dies später wieder zu revidieren, eine Sachlage falsch widergeben und dies später in „verminderter“ Form nochmalig zu bestätigen. All dies auf Grundlage der freien Meinungsäußerung.

Vielleicht ist das Wort patzig für das Verhalten von Kindern, die dreist, frech, beleidigend, unverschämt, pampig sprechen, antworten, reagieren, nicht mehr so sehr in Mode, aber es ist ein Zeichen für bewußte Provokation, wenn dem Kind bereits der Unterschied zwischen höflicher Rede und Mißachtung von Kommunikationsregeln aufgezeigt wurde. (Diverse Unterscheidungsmöglichkeiten in Bezug auf „Erziehung“ bei Kindern sind in diesem Kontext nur oberflächig dargestellt.)

Patzig, frühneuhochdeutsch batzig, aufgeblasen, frech, ursprünglich klumpig, klebrig, feist und ist das Adjektiv zu Batzen. Und der Batzen ist der Begriff für Klumpen, sehr viel Geld. Es ist eine Weiterbildung von backen, vom klebrigen unförmigen Teig. Das Wort patzen bedeutet einen Fehler machen, unsauber arbeiten, Mist bauen. Es ist gleichbedeutend mit dem Wort murksen, pfuschen, schlampen, sudeln. Das Substantiv hiervon ist Murkel, Murkel steht für Kind, Kleinkind, Spatz, Wicht und ist die Verkleinerungsform von Murk, Brocken, Krümel, Knirps.

Beziehen wir in Bezug auf Patzer das Wissen über die Begriffe Batzen, Murkel mit ein, so ist die Verbindung von Teig im Rohzustand, als Fertigprodukt und von unförmiger Form, sowie Größe in riesigem Ausmaß sowie in kleinst fähiger Art.

Die hinterhältigen Patzer können somit als aufgeblähte Meinungsbrocken verstanden werden, die den Zweck erfüllen, zerbröselt zu werden, in der Hoffnung kleinste Krümel bleiben hängen, denn ist nicht an jeder Lüge ein Wahrheitsgehalt? Somit haben die Patzer ihren Sinn erfüllt, nämlich Unordnung, Unruhe zu schaffen. Interessant in diesem Kontext ist zu erwähnen, daß gerade der Personenkreis, der Pflicht, Moral, Gehorsam und sich auf christliche Werte beruft, Patzer dafür benützt, um völkisches Gedankengut zu verbreiten. Nicht vorstellbar, wenn diese Art der Kommunikation wirklich auch in ihrem engsten Familien- und Freundeskreis angewandt wird, denn gerade bei Kindern kann das hinterhältige Patzen, patzig sein, eine hemmende, ängstliche Lebensstruktur ausbilden.

Zu dem Begriff murksen sei noch angemerkt, daß abmurksen, töten, beseitigen, erledigen, morden oder sich abmühen bedeutet. Wenn wir also nicht vorhaben, unsere Meinungsfreiheit abmurksen zu lassen durch hinterhältig platzierte Patzer, die einen jetzt schon ersichtlichen Schaden für unsere zwischenmenschliche Kommunikation angerichtet haben, dann sollten wir dem Murks der absichtlichen Patzer nicht als „menschliches Versagen“ besprechen, sondern als das Abmühen, Meinungsfreiheit zu unterwandern, patzige Kommunikationsführungen als gesellschaftlich anerkanntes Mittel der Provokation zu verankern, um damit eine konkrete Verunsicherung in allen nur denkbaren zwischenmenschlichen Verbindungen zu erreichen.

Patzer können passieren, dagegen ist niemand gefeit, aber patzig sein sollte in einer „modernen Gesellschaft“ kein Gehör finden.

Doris Mock-Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kolumne abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Hinterhältig platzierte Patzer richten Schaden an

  1. gkazakou schreibt:

    vielleicht sind solche „hinterhältigen Patzer“ die Furze einer „political correct“ gekleideten Elite?

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s