Gebot der Stunde: Innehalten im Rausch verwirrender Meldungen


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flickr.com/ kellerabteil/ (CC BY-NC 2.0)

Nationalstaaterei ein Rückschritt ohnegleichen

Während manch Lücken sich in der Nachrichtenkette mehren, tauchen stets neugierig berechtigte Fragen auf, die Licht ins Dunkel bringen mögen, wenn denn sie überhaupt beantwortet werden. Obendrein diese noch der Wahrheit entsprechen. Vor allem welche am Ende verkündet allgemeine Gültigkeit hat. Innehalten im Rausch verwirrender Meldungen, das sollte das Gebot der Stunde sein.

Unzufriedenheit hinterlassen derartige Vorgehensweisen zusammen mit einem Gefühl der Ohnmacht, ihnen nahezu hilflos ausgeliefert zu sein. Was bezwecken die Verantwortlichen damit, die das Volk nicht ausreichend informieren? Entspricht dies etwa dem Geist einer verbrecherischen Haltung, eben keine Klarheit zu schaffen, um Raum denjenigen zu überlassen, die dann erneut im Verborgenen handeln dürfen?

Das Ganze klingt ziemlich allgemein gehalten, ohne konkrete Beispiele. Mit Blick zum Berliner Anschlag sollte spätestens der Groschen fallen, inwiefern von einem Informationsdefizit die Rede sein muß. Abgesehen von etlichen Vorfällen in der Vergangenheit, denken wir an 9/11 oder auch an kriegerischen Auseinandersetzungen. Hinterher wird sowieso die Geschichte verfälscht, obgleich ein allgemeiner Konsens geschaffen, verbleiben viele Unklarheiten und Rätsel.

Genau in jene Kerbe stoßen gerne all jene, die ihre politischen Ziele verwirklicht sehen wollen. In jüngster Zeit der Rechtspopulismus, der aufgrund der Flüchtlingswellen und eines gezielt geschürten Islamismus Hochkonjunktur erhält, mit den alten schlechten Ratgebern und Forderungen des Nationalismus um die Ecke kommt. Welch fatale Entwicklung, wobei Politikverdrossenheit angesichts neoliberaler Entgleisungen ihm wunderbar in die Hände spielt.

Wenn gerade die europäischen Völker nicht wachsam jenen Rechtsruck bemerken, könnten schnell wieder die Zustände vergangener, überwunden geglaubter Mauern entstehen, ein Zurück zur Nationalstaaterei, exakt jene Politik, die stets Kriege hervorbrachte. Wer etwas anderes behauptet, leugnet historische Zusammenhänge, verläßt sich aufs Kurzzeitgedächtnis, hofft und kalkuliert die Blauäugigkeit neuer Generationen ein, die vor lauter Konsum und Ablenkung eben nicht mehr hinterfragen.

Daher gilt es explizit, die noch Wachen zu bestärken, nicht locker zu lassen, im Sinne gezielter Informationen die Geblendeten aufzuklären, was da auf uns alle zukommt, wenn man diesem üblen Zeitgeist nicht Einhalt gebietet.

In der Auseinandersetzung politischer Ansichten zeigt sich ziemlich schnell, inwieweit eine Demokratie zusammen mit selbstverständlichen Menschenrechten funktionieren kann. Greift stattdessen Ausgrenzung, Gewalt und Haß, begeben sich die Beteiligten auf besten Weg eines erneut entstehenden Totalitarismus.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Gebot der Stunde: Innehalten im Rausch verwirrender Meldungen

  1. cource schreibt:

    auch die christlichen fundamentalisten würden von einem rechtsruck in der gesellschaft profitieren, denn sie hassen anders- und nichtgläubige/atheisten und wünschen sich eine fortzetzung des biblischen leids und sei es durch angst/terror/kriege um so einen situationsbedingten „nutzen/vision/halt“ im glauben an jesus, zu erzwingen.

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  2. Martin Ebner schreibt:

    Die Rückkehr in die Vergangenheit ist gar nicht schwer! Um Nationalstaaterei im Alltag zu verwirklichen, müssen einfach grenzüberschreitende Beziehungen der Menschen nach und nach gekappt werden. Das erreicht man z.B. mit Wirtschaftssanktionen. Oder indem man ausländische Kunden schlicht rausschmeißt: http://www.facebook.com/wirsindnichtwir

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