Weltpolitik: Ungerechte Verteilung verhindert friedliche Existenz


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Gesellschaftssysteme unterliegen keineswegs zufällig bestimmter Hierarchien

Lebe einfach weiter im Alltagstrott und hinterfrage weder dein eigenes Dasein noch die vielen weltweiten Widrigkeiten, die niemals umsonst oder gar zufällig entstehen, sondern einer stillen Eingebung gehorchend, wie von Zauberhand gelenkt durchaus nach ganz bestimmten Vorgaben nahezu reibungslos funktionieren.

Gesellschaftssysteme unterliegen keineswegs zufällig bestimmter Hierarchien. Eine ungerechte Verteilung verhindert die weltweit friedliche Existenz.

Solidarischer Widerstand wird von Beginn an verdrängt

Die Vielzahl gescheiterter Existenzen verdeutlicht allerdings den Schein des Seins. Welche dermaßen komplex gestalteten Hinderungsgründe liegen vor, die eine eigentlich einfache Lebensweise kaltherzig verhindern? Das wiederum entscheidet sich im Moment der Geburt, bzw. in welche Gesellschaft wir hineingeboren.

Was aber geschieht parallel beim aufkommenden Joch der Abhängigkeit innerhalb der umgebenden Gesellschaftsordnung? Hierzulande ist sie geprägt durch den Kapitalismus, einer bürgerlichen Klassengesellschaft, die von Beginn an die Weichen stellt und Tore öffnet, wer denn das Quäntchen Glück hat oder das Pech einer stetigen Existenzangst. Hingegen es in ganz armen Ländern oder Diktaturen ein wenig heftiger ausschaut mit den Möglichkeiten eines erfüllten Daseins.

Genau das wird bekanntlich gern ausgespielt, denken wir an den hinkenden Vergleich Hartz-IV-Armut vs. Dritte oder Vierte Welt, wobei ein real vorhandenes binäres System in vermeidlich reichen Industrieländern wie Deutschland Lohnsklaven längst etabliert hat. Viele wissen es, doch solidarischer Widerstand wird zugleich verdrängt, Hauptsache die eigenen Tücher liegen im Trockenen.

Bürokratische Strukturen steuern manipulierend Menschen

Das aus dem Griechischen hergeleitete Wort Hierarchie, hieros für „heilig“ und archē für „Führung, Herrschaft“, verdeutlicht den Kurs seiner Absicht: Alles hat sich einer straffen Struktur unterzuordnen, die in einem Gemisch von Abhängigkeiten das gesellschaftliche Leben ordnet, bestimmt und somit leitet. Als äußerst treuer Begleiter fügt sich der Bürokratismus nahtlos ein, um erst recht Menschen manipulierend zu steuern, sie dahingehend zu lenken, das zu tun, was eine gewisse Obrigkeit sich erwünscht.

Schon bemerkt? Welch perfide Raffinesse dahinter sich verbirgt? Und das Obrigkeitsdenken herrscht nach wie vor sehr weit verzweigt in unserer Gesellschaft, zumal die geschichtliche Entwicklung der Obrigkeit stets volle Rückendeckung gewährte, sie sich beinahe widerstandslos wie eine Krake in sämtlichen Nischen etablieren durfte, von der Wirtschaft übers Bildungswesen, vom Gesundheitswesen über die Erziehung der Eltern selbst, stets herrscht der autoritäre Gedanken, die bedingungslose Unterwerfung eines kritiklosen Gehorsams.

Nur in Momenten von Widerständen, Revolutionen, in der Jugend oder durch sich selbst befreiende politische Strömungen, denken wir an die 1968iger-Bewegung, die APO, an Solidarność, an den Pekinger oder Arabischen Frühling, glimmt die Hinterfragung der Obrigkeit auf, um ihr hinterher wieder den Stellenwert und die Machtinstrumente in die Hand zu geben, die sie schon immer hatte. Muß das denn sein? Wann befreit sich Mensch von diesem Korsett?

Ende aller alten Muster der Obrigkeit

Gleichwohl die Uhr schon wie eine Ewigkeit vorkommend kurz vor Zwölf ihrem erbarmungslos tickenden Rhythmus entsprechend das weltweite Geschehen bestimmt, jene Metapher für eine ohnmächtig wirkende Aussichtslosigkeit, entsteht dennoch parallel der Urgedanke einer Menschheit, genau dieses bösartige Spiel zu beenden, welches schon so viel Leid und Zerstörung mit sich brachte.

Nicht nur die Idee hat sich in den Köpfen der Menschen manifestiert, sondern längst finden praktische Beispiele statt. Denken wir nur an Wagenburgen, an Oasen des Widerstands (Hausbesetzungen), an all die Aussteiger, die sich eben nicht mehr reglementieren lassen, an die Obdachlosen als die Verlierer unserer Wegwerfgesellschaft, an die weiterhin vorhandenen Alternativbewegungen, aber auch an sämtliche extremen Randgruppen, politisch bis sektenhaft oder religiös fanatisch geprägt. All das sind Versuche, die Fesseln zu sprengen. Es gilt dabei, eine gerechte Verteilung zu praktizieren, denn wenn das nicht gelingt, folgt schnell der Weg zurück in die „alten Muster der Obrigkeit“.

Lotar Martin Kamm

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