EU-Gipfel: Westliche Arroganz setzt Schmierentheater fort


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flickr.com/ TPCOM/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Syrien-Krieg als Aushängeschild weiterer Schandtaten

Vier lange Jahre bombte ein Bollwerk angeblicher Despotenbefreier, eine Allianz der Westmächte, in der Arabischen Republik Syrien, bevor im Spätsommer des letzten Jahres Russland ebenso militärisch eingriff. Die Bezeichnung „Syrien-Bürgerkrieg“ verschleiert viel eher die Tatsache, daß etliche Nationen nonchalant in diesem Land ihre Waffen und geschulte Rebellen einsetzen.

Gestern beim EU-Gipfel setzte die westliche Arroganz ihr Schmierentheater fort, und zwar per Aufschrei in der sterilen Welt der Gipfeldiplomatie. Welch Schauspiel, den Syrien-Krieg als Aushängeschild weiterer Schandtaten zu benutzen. Dabei kommen immer mehr Zivilisten auf grausamste Weise ums Leben, während man sich im Einerlei weiterer Sanktionen gen Russland gegenseitig beweihräuchert.

Angela Merkel nutzt die Gunst der Stunde

Tritt ans Podium, um ihre Hilflosigkeit vor den versammelten Teilnehmern zu demonstrieren, welch Trauerspiel und Verhöhnung eigentlicher Umstände. Man sollte nicht vergessen, daß im Zuge des Arabischen Frühlings der Westen, allen voran mit freundlich gezielter Unterstützung der USA, Assad als Diktator ausgemacht hatte, mittels Protesten und Unruhen im Lande gestürzt werden sollte, was allerdings mißlang. Grund genug per Terrorsöldner, aus der Sicht des rechtmäßig gewählten Präsidenten, Syrien in diesen Krieg zu verwickeln.

Der nun schon über fünf Jahre tobt, inzwischen die Welt entsetzt gen Aleppo schaut, dort von zivilen Opfern die Rede ist, während all die Jahre zuvor die Opfer der westlichen Allianz als Kollateralschaden bezeichnet wurden. Was für eine zynisch verlogene Moral, die gen Himmel stinkt, um das neu erschaffene Feindbild gen Russland erst recht zu festigen! Daher weht der Wind, nutzt Angela Merkel theatralisch die Gunst der Stunde. Hatte man schon per Maidan-Putsch dafür gesorgt, nach der Krim-Rettung durch Putin, Russland mit Sanktionen zu bestrafen, bietet sich im Syrien-Krieg ein zusätzlicher Anlaß.

Fortsetzung der Destabilität des Nahen Ostens

Da kommen gleich zwei Varianten mit ins Spiel: zum einen Trumps Haltung zum Iran, und zum anderen die Rüstungspolitik der BRD. Im US-amerikanischen Wahlkampf betonte der republikanische Kandidat seine „Priorität Nummer Eins“: die Rücknahme des Iran-Deals. Bekanntermaßen unterstützt der Iran Assad, insofern paßt das Vorhaben des neugewählten US-Präsidenten ins Konzept der Nahost-Politik.

Gleichzeitig unterstützt die BRD ausgerechnet das verfeindete Arabische Königreich Saudi-Arabien aus der Sicht Assads, Ursula von der Leyen glänzt per unheilvoller Mission. Was für eine gefährliche Gratwanderung, die den gesamten Nahen Osten erst recht destabiliert. Man möchte so gar nicht an Zufälle glauben, sondern es offenbart sich viel eher eine gezielte Absicht dahinter, wobei die Fronten noch viel mehr Leid für die Zivilbevölkerung bedeuten. Das bügelt man dann zu bestimmten Anlässen wie jüngst beim EU-Gipfel wieder rührselig glatt, um das eigene Gewissen zu beruhigen.

Krieg bedeutet immer Zerstörung, eine Kapitulation des Humanismus. Solange Menschen nicht begreifen, daß sie selbst entscheidend mitbeteiligt sind an Entwicklungen, die zu Kriegen führen, ändern sich derartige Szenarien nicht.

Lotar Martin Kamm

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