Auf den Spuren der Profis


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Manch Profil hat viel Profit nötig

Etliche Gazetten, Zeitschriften, Zeitungen, Medien überhaupt berichten fast täglich von Profis. Menschen, die auf Grund eines besonderen Talents oder schwer erarbeiteter Leistung, meistens Sportler, so wichtig erscheinen, daß ihre, so erschleicht einem die Vermutung, gesamte Lebensgeschichte, jeder einzelne Lebensweg, jedes Ereignis, das mit ihm in Zusammenhang zu stehen scheint, jedes Treffen mit XY, ihre Urlaubsorte samt Beweisphotos präsentiert werden, damit alle anderen Menschen teilnehmen können an dem Leben dieser außergewöhnlichen Personen.

Es gibt natürlich auch in anderen Sparten Profis, seien es Fachleute, Spezialisten, Sachverständige, diesem Personenkreis wird zwar auch das Attribut Profi zugeschrieben, aber ihre Aussicht durch die Medien benannt zu werden, ist nur gegeben in Bezug auf seltene Fallösungen, an denen sie mitgearbeitet haben oder wenn sie Chef einer Institution, Firma sind, dessen Profis für ihn tätig waren. Die Profis, die in handwerklichen Betrieben ihren Talenten frönen, haben so gut wie keine Chance, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, um dafür einen Artikel in den Medien wert zu sein. Kleine Ausnahmen gibt es im Kfz-Bereich oder in mehr oder weniger ausgestorbenen Berufssparten.

Profi, die Kurzfassung von Professional, aus dem englischen professional entlehnt, bedeutet berufsmäßig. Die Profession, aus dem lateinischen professio, öffentliche Bekanntgabe eines Gewerbes, Geschäft. Der Profess, die Bekennung als Mitglied eines Ordens, abgeleitet von profiteri, frei, öffentlich bekennen, erklären. Der Professor ist jemand, der sich öffentlich zu einer wissenschaftlichen Tätigkeit bekennt.

Nun kann man ja ruhig durch seine Professionalität, sein berufsmäßiges Handeln profitieren, seinen Nutzen daraus ziehen, einen Vorteil daraus haben, oder? Profitieren bedeutet in etwa ausbeuten, benutzen, absahnen, einsacken, herausschlagen, einstreichen, kassieren, zulangen. Hört sich irgendwie gar nicht nach „gerechter“ Entlohnung an. Vielleicht weil die berufsmäßige Tätigkeit zu viel profiliert wurde? Profilieren, Anerkennung finden, bekannt, berühmt werden, sich einen Namen machen, sich hervortun.

Wurde vielleicht zu viel Profil gezeigt? Profil, aus dem lateinischen profilo, profilare, mit einem Strich einen Umriß ziehen, von filo, der Faden. (Nur so nebenbei, das Wort Filet stammt ebenso davon ab und bedeutet eigentlich kleiner Faden, filum) Ist das Profitieren deshalb so negativ besetzt, weil das Profil, der Umriß zu oft zu intensiv bezeichnet, benannt wurde, oder steckt vielleicht doch bei dem ein oder anderen Profi die Gier nach mehr als eigentlich „angebrachte“ Entlohnung dahinter, daß das Profitieren mit dem negativen Aspekt der Ausbeutung behaftet ist? Oder ist es bloß der Neid der Nicht-Profis, die die höhere (oftmals jedenfalls) Entlohnung den Profis nicht gönnen?

Bleibt zu klären, woher das Wort Profit stammt. Profit, aus dem lateinischen profectus, Fortgang, Zunahme, Vorteil, von proficere abgeleitet, weiterkommen, gewinnen, eigentlich im Ursprung, voranmachen.

Wir haben es hier also mit drei verschiedenen und doch gleichzeitig mit drei ineinander fließenden Begriffen zu tun. Profiteri, frei, öffentlich bekennen, erklären, profilare, mit einem Strich einen Umriß ziehen, proficere, weiterkommen, voranmachen, gewinnen.

(Profi) Öffentlich erklären, benennen, anzeigen, (Profil) mit einem Strich einen Umriß ziehen, (Profit) um weiterzukommen, voranzumachen, zu gewinnen.

Das Prinzip ist möglicherweise besser zu erkennen, wenn die Reality-TV-Teilnehmer wie zum Beispiel „Kardashian“, „Katzenberger“ in diesem Zusammenhang in die Erklärungen mit einbeziehen. Keineswegs aber soll dies bedeuten, daß Prinzip, Profi, Profil, Profit erst eine neuzeitliche Erscheinung darstellen, sondern im Gegenteil, denn ansonsten hätte es diese Begriffe, so wie sie jetzt angewandt werden, nicht schon früher geben dürfen und es wären möglicherweise völlig neue Worte entstanden.

Vielleicht sind Sie nicht der Profi, der sein Profil von der besten Seite zeichnet und Sie machen auch nicht mehr Profit, als Sie zu ihrem Glück und Auskommen brauchen, so beachten Sie trotzdem, falls Sie Autofahrer sind, Ihre Reifenprofile, damit Sie sicher nach Hause kommen, um die Profis weiter zu „verfolgen“ durch sämtliche Medienwelten.

Doris Mock-Kamm

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