Politik ignoriert die Belange der Bevölkerung


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Zunehmende Armut ein sicheres Indiz

Der nett hofierte Mensch möchte doch auf seinen Spaß nicht verzichten, Hauptsache die geschickt inszenierte Ablenkung erreicht ihre perfide Zielsetzung, die übers Jahr verteilten Anlässe wie die bald bevorstehenden Weihnachtstage sorgen mit ihrem Blendwerk bestens dafür. Man mag diesen Vergleich als überzogene Reaktion bezeichnen, was können diejenigen dafür, die noch auf der Sonnenseite des Lebens, gönnen wir ihnen doch die Freude.

Während der Lebensstandard tatsächlich kontinuierlich mit der Zunahme der Ungleichverteilung rasant zu immer größerer Armut führt, sorgen bestimmte Systeme für eine gewisse Ruhe im Volk, zumal die Eliten nichts mehr fürchten, als wenn Erkenntnisse dazu führen, ihre eigentlichen Absichten zu entlarven.

Mit dem Zusammenbruch der Systeme folgen Kriege

Jeder pumpt sich die begehrten Scheine, ob Staaten selbst bis hin zum „kleinen Mann“, sogar diejenigen, die bereits in der Insolvenz oder den Finger gehoben haben, weil da noch Kredithaie im Becken sich tummeln. Doch wo sollen all diese aussichtslosen Geldtransfers enden, die kaum jemand wirklich bis zum letzten Cent zurückzahlt, weil ein Leben zur Rückzahlung ständig aufgestockter Summen nicht ausreicht und die Nachfahren das hochverschuldete Erbe einfach nicht antreten brauchen? Einzige Ausnahme: die Folgegenerationen des Staates. Die müssen die Verschuldung abtragen bis ohnehin alle Systeme zusammenbrechen, was bisher in Kriegszuständen endete.

Nicht nur zu hohe Preise, sondern unbezahlbare Mieten

Früher reichte noch ein Fünftel aus, heute muß man inszwischen fürs Wohnen ungefähr ein Drittel des Monatslohns einkalkulieren. Allerdings sollte man die Preise und Löhne ins entsprechende Verhältnis setzen und schon gestaltet sich eine ganz andere Rechnung, was den Lebensstandard anbelangt.

Wer einen zu geringen Lohn oder gar auf staatliche Unterstützung als Hartz-IV-Empfänger angewiesen, muß ausweichen in die Randgebiete schlechter Bausubstanzen, der Teufelskreis der sozialen Rutsche führt direkt ins Abseits der Gesellschaft, aus der kaum jemand entrinnen kann, wenn keine Beziehung oder Glück im Spiel. Und wer einen Blick auf die Mietpreise der Großstadtmetropolen wirft, weil dort noch am ehesten die gutbezahlten Jobs winken, wird unschwer erkennen, wie teuer das Leben sich dort gestaltet.

Das bedeutet für München, wer als Single halbwegs wohnlich in einer 45-m²-Wohnung lebt, berappt schon rund 720 € und hat bei der Ein-Drittel-Kalkulation netto wenigstens 2.160 € zu verdienen, während der in Berlin lebende Single noch mit einem Monatsgehalt von rund 1.504 € über die Runden kommt. Bezahlbar sind sie schon die Mieten, aber nur mit entsprechenden Arbeitsplätzen.

Streitthema was Armut eigentlich bedeutet

Oftmals erfolgt in Diskussionen der hinkende Vergleich mit der Armut in den Entwicklungsländern der Dritten oder gar in der Vierten Welt. Jene sollten mal kurz darüber nachdenken, woher ihr Reichtum entstanden! Ganz einfach, aufgrund jahrhundertealter Ausbeutung eben in jenen Ländern bis hinein in die Gegenwart, wo sie nach wie vor problem- und skrupellos stattfindet. Aber das wird schnell mal unter den Teppich gekehrt, um sich darüber hinaus per medienhofierter Zurschaustellung als edlen Spender hervorzutun: Die Redewendung „Perlen vor die Säue werfen“ erhält gleich einen viel deutlicheren Anklang, weil der edle Spender meint, er täte was gutes.

Obendrein kann man sich nur noch wundern ob der Gleichgültigkeit, die weiterhin vorherrscht. Meinen die Gutbetuchten, es könne ewiglich so weitergehen, eine soziale Schieflage hinzunehmen, faktisch zu ignorieren, während sie selbst sich stetigen Luxus gönnen? Hatte der Lebensstandard z.B. in den USA Ende der 1920iger Jahre bis in die 1970iger hinein zugenommen, beobachtet man bereits seitdem eine höhere Ungleichverteilung, die jetzt wieder den Stand der 1920iger Jahre erreicht. Das nennt man Fortschritt für den Reichtum, aber einen spürbaren Rückschritt für die betroffene, ärmer werdende Bevölkerung.

Im Rest der Welt schaut es nicht anders aus, die Schere zwischen Arm und Reich klaffte noch nie so weit auseinander wie heutzutage, besonders was die Anzahl der Reichen bis Überreichen anbelangt. Die Darstellung solcher Zusammenhänge darf nicht mit Neid oder Mißgunst verwechselt werden, aber es gilt das Gebot des Innehaltens derjenigen, die gewissenlos meinen, das alles hätte schon seine Richtigkeit.

Jede Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn ein sozial ausgewogenes Miteinander gepflegt wird. Bei Vernachlässigung setzt sich die Hierarchie der Gewalt durch, gilt keine Moral, Religion oder Humanismus mehr.

Lotar Martin Kamm

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