Alles möglich


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Der See hat ihn verschlungen,
sein Körper, weiß aufgedunsen.
Zebras trampeln übers Land,
weit und breit kein Elefant.
Die Morgenröte tobt immerfort,
sie neidet dem Abendlicht das Rot.
Der Scirocco braust übers Meer,
in Europa steht nicht nur ein Heer.
Die neuesten Meldungen des Tages,
das letzte Eis ist weg, das war es.
Ein Rotkehlchen stimmt an ein Lied,
das Kind dem Tod leichter entgegensieht.
Die Mittagshitze kein Staub aufwirbelt,
alles ist von Dampf, Wolken eingenebelt.
Die Hündin jault in ihrem Käfig,
die Taten der Menschen sind schäbig.

Der See hat ihn verschlungen,
er blieb auf Jahre verschwunden.
Kinder bauen verträumt Sandburgen,
der Herbst naht, zeigt erste Spuren.
Der Mond soll heute nicht untergehen,
die erste Liebesnacht, Licht würde stören.
Libellen bevölkern den nahen Teich,
das Ufer ringsherum ist butterweich.
Ein leichter Wind umhaucht die Stille,
dies Geräusch, das war eine Grille.
Die Familie versammelt sich im Haus,
es wird gefeiert mit Saus und Braus.
Betty, John sitzen auf einer Parkbank,
Händchen haltend, Gott sei es gedankt.
Ein Angler einen Fisch ausnimmt, ein Ring
wird sichtbar, der Betty einst verlorenging.

Nichts ist möglich und unmöglich,
durch Gedanken oder Taten erträglich,
alles ist möglich oder unmöglich,
durch Gedanken oder Taten erklärlich.

Nafia

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2 Antworten zu Alles möglich

  1. Xeniana schreibt:

    Hm irgendwie verstehe ich die Gedankensammlung nicht. Warum sieht das Kind leichter dem Tod entgegen? Was ist mit den Libellen. Bitte erklär mir doch den Hintergrund:)

    Gefällt 1 Person

  2. quittenbluete schreibt:

    Liebe Xeniana,
    der obere Teil ist die Beschreibung des Untergangs, der Vernichtung. Der Gesang eines Vogels als letzte Wahrnehmung vor dem Tod ist ein „positiver“ Aspekt in diesem Text. Der untere Teil ist eine Beschreibung von Alltäglichkeiten, unabhängig zum oberen Abschnitt. Libellen sind irgendwie in meinen Gedanken und Gefühlen die Bewohner von Teichen und Tümpeln, (eigene Kindheitserinnerungen, die mich wohl dahingehend geprägt haben, weil ich den Libellen oder sie mir Gesellschaft geleistet haben) und hat in diesem Teil ansonsten keine besondere Bedeutung. Der im See verschwundene und am Ende wiedergefundene Ring sollte den Text als Erzählung wiedergeben, im Gegensatz zum obrigen Text, der keinen „Faden“ hat.
    Die letzten Zeilen sollen die Möglichkeiten von Vorstellungswelten darstellen, bezogen auf die beiden Texte, wobei die Erträglichkeit des vorstellbaren Untergangs genauso erklärbar ist wie umgekehrt. Ich hoffe, du kannst dadurch den Text besser verstehen.
    Liebe Grüße
    Doris

    Gefällt 1 Person

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