Makatea-Atoll: Phosphatabbau gefährdet das Ökosystem


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flickr.com/ Starr Environmental/ (CC BY 2.0)

Australische Firma SAS Avenir Makatea erhält Bergbaugenehmigung

Nahezu die meisten Atolle Polynesiens fielen bisherig einem steigenden Meeresspiegel zum Opfer, verschwanden im Pazifik. Die Koralleninsel Makatea soll erneut einen Phosphatabbau über sich ergehen lassen, der Verein „Rettet den Regenwald“ startete eine Petition „Rettet die ökologische Arche Noah im Pazifik!“ mit dem Etappenziel von 150.000 Unterschriften.

Mit einem Anschreiben an die zuständig Verantwortlichen, zum einen an die Umweltministerin Ségolène Royal und zum anderen an den Präsident von Französisch-Polynesien, Edouard Fritch, wird appelliert, die Flora und Fauna zu berücksichtigen, aber auch die Einwohner vor Ort zu respektieren, die mit eigenen Projekten wie per Landwirtschaft und einem behutsamen Ökotourismus gute Chancen haben, was allerdings durch die Bergbaugenehmigung der australischen Firma SAS Avenir Makatea zum Phophatabbau vereitelt wird.

Das Ende der Tahititauben?

Die Polynesische Erdtaube oder Tahititaube steht schon länger auf der Roten Liste bedrohter Arten, nur noch 1.206 von ihnen wurden auf dem Makatea-Atoll gezählt (Stand 2009). Woanders fühlt sich der knapp 25 cm große Taubenvogel nicht mehr wohl genug.

Der französische Naturwissenschaftler und Filmemacher, Michel Huet, der zunächst aufgrund einer Behinderung nicht laufen konnte, erst im Alter von neun Jahren es erlernte, reiste weltweit in entlegendste Wüsten und durchquerte feuchte, äquatoriale Wälder, engagiert sich seit letztem Jahr auch für das betroffene Makatea-Atoll, drehte dazu diesen Dokumentarfilm. Ironie des Schicksals: Die Tahititauben sind zusammen mit den Ablagerungen von Meeresplankton und den Ausscheidungen von Millionen Seevögeln maßgeblich an der Entstehung des Phosphats beteiligt, welcher in all den Jahrtausenden entstand.

Avenir Makatea will ökologische Rücksicht vortäuschen

Den Eindruck erhält man beim Lesen der Internetseite der australischen Firma SAS Avenir Makatea Pty Ltd., wäre da nicht eine gesunde Skepsis, die sich eben nicht dermaßen simpel einlullen läßt. Schön und gut, wenn die Firma versichert, sie würde sowohl die Natur als auch die Menschen vor Ort auf der 24 km² großen Koralleninsel, auch früher eher unter Aurora-Atoll bekannt, berücksichtigen beim Phosphatabbau. Damit hatten die Einwohner schon früher von 1911 bis 1966 zu tun, seitdem ist die Geisterstadt Vaitepaua verlassen.

Inwieweit sich die Verantwortlichen von den weltweiten Appellen beeindrucken lassen, wird sich noch herausstellen müssen. Erneut beweisen einflußreiche Firmen ihre Macht, ihren unbedingten Profitwillen, den lediglich verantwortliche Politiker zu stoppen vermögen. Umso dringlicher können Proteste zumindest versuchen, diesen Raubbau an der Natur zu stoppen.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Makatea-Atoll: Phosphatabbau gefährdet das Ökosystem

  1. cource schreibt:

    wir können uns noch so drehen und wenden wie wir wollen, ohne eine systemänderung kriegen wir nichts gebacken, mit anderen worten: wir tragen alle eine mitschuld an der vernichtung unserer lebensgrundlagen, weil wir mit unserer arbeit dieses system unterstützen

    Gefällt 1 Person

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