Mission impossible alles andere als sinnlos


https://pixabay.com/de/logistik-lager-transport-versand-852936/

pixabay.com

Zwischen Schenken und Honig ums Maul schmieren

Wie immer, so werden auch dieses Jahr die Post, die Paketdienste ein vermehrtes Aufkommen der vielen Briefe, Päckchen und Pakete zu bewältigen haben, die für das Weihnachtsfest pünktlich beim Adressaten eintreffen sollen. Ein geschäftiges Treiben geht diesem Senden der Briefe, Päckchen, Pakete voraus, denn es will überdacht werden, wer was geschenkt bekommt, wo man das Gewünschte besorgen kann, ob es vielleicht nicht so eine gute Idee ist, sich gerade für diesen Kauf entschieden zu haben, möglicherweise ist es doch nochmal eine Überlegung wert, eine Nachfrage erforderlich, nicht immer ist dies direkt machbar, für einige zu Beschenkenden muß man sich auf Umwegen erkundigen, damit die Überraschung gelingt, wen habe ich vergessen und noch viele andere Gedanken schwirren durch den alltäglichen Trott, um ja am Weihnachtsabend einen Anruf zu bekommen, der das Gefühl, die Hoffnung bestätigt, alles gut gemacht zu haben, die ganze Mühe hat sich schlußendlich gelohnt.

Mission beendet. Die Mission, der Auftrag an den Versender, die Mission, die Bestimmung für die Auswahl des Geschenkes hat Zuspruch gefunden (im besten Fall). Mission geglückt.

Die Mission, aus dem kirchenlateinischen, entsenden christlicher Glaubensinhalte, von mittere, entsenden. Jeder Mission gehen, je nach Auftrag, Amt verschiedene Phasen voran, in denen festgelegt, ausgelegt wird, was inhaltlich mit der Mission weitergetragen, vermittelt werden soll, kann, darf, müßte. Gibt es mehrere Entscheidungsträger, die für ein Gelingen einer Mission verantwortlich sind, so kann es ohne weiteres zu länger dauernden Vorgesprächen, Auseinandersetzen führen, bis die Mission endlich „auf Reise“ gehen kann. Denn für jede Mission gilt, je besser die Vorbereitung, das Einbeziehen eventueller Behinderungen, Mißverständnisse, desto erfolgreicher kann mit gegenseitigem Einverständnis, Erfolg gerechnet werden, egal ob in kirchlicher diplomatischer Mission oder eben das kleine Päckchen, das zum Fest verschickt wird.

Senden, ursprünglich reisen machen, ist verwandt mit Sinn, dessen Bedeutung sich auf Reise, Weg, Gang bezieht. Der Brief, das Päckchen, das Paket, das wir senden, geht also auf eine Reise, macht seinen Weg, geht seinen Gang, hat seinen Sinn. Eigentlich logisch, wenn wir davon absehen, daß auch die Tatsache besteht, etwas komplett Sinnloses auf die Reise zu schicken. Das wären je nach Sicht der Dinge die Krawatte, die Socken, die jährlich prompt wieder unter dem Weihnachtsbaum liegen, der Inhalt, Zweck der Mission, die nur von einseitigen Wahrnehmungen geprägt sind, die aus böswilliger Absicht, zum Schaden anderer versendeten Briefe, Päckchen, Pakete. Außer man sieht genau in der Böswilligkeit einen Sinn.

Dem Sinn an und für sich ist es egal, ob er aus böswilligen oder gutwilligen Gedankengängen konstruiert wurde, denn er ist nur der Weg, auf dem die Sendung bei ihrer Reise folgt. Somit ist nicht die Mission, das Entsenden wichtig, sondern die Vorbereitung zur Reise.

Das nicht Versenden, also der Nichtsinn kann man auch mit dableiben, bleiben umschreiben, da ein Bleiben bedingt, den Ort nicht zu wechseln. Bleiben, mittelhochdeutsch beliben, althochdeutsch, bilīban bedeutet ursprünglich kleben und ist verwandt mit Leim.

Wenn also im Vorfeld der Überlegungen einer Mission, Sendung, das zu Sendende, auf Reisen gehende, einen Nichtsinn ergibt, dann deshalb, weil es kleben bleibt, verweilt, festgehalten wird, beharrlich an seinem Ort zu stehen hat, das Ergebnis des Denkens bleibt an einem Standpunkt, nicht auf den Weg gebracht wird, ist somit sinnlos, oder?

Das wäre der Logik folgend, der Zustand, daß es zwar möglich ist, eine Sendung auf Reisen zu schicken, deren Inhalt, sinnentleert, unsinnig ist, wenn der Versender eigentlich das Sendende lieber bei sich behalten will, das Gesagte, das Geschenk, die Meinung dort bleiben soll, wo sie sich befinden, keine Veränderung des Standpunktes dadurch gegeben ist.

Brauchen wir uns da noch zu wundern, wenn wir manchen Briefen, Päckchen, Paketen nur sinnlosen Kram entnehmen, weil der Absender die Sendung, Mission nämlich bei sich bleiben läßt, weil er an etwas festklebt, dem er keinen Sinn geben kann?

Vielleicht wäre der Tip nicht unangebracht im Vorfeld der Weihnachtsangelegenheiten oder generell, den Menschen offen die Wünsche und Meinungen mitzuteilen, damit die Mission, Sendung auch den Sinn beinhaltet, der für alle Beteiligten durch eine klare Absprache Sinn ergibt.

Denn nur dies verhindert, daß ihnen jemand Honig ums Maul schmiert oder Sie jemanden auf den Leim gehen.

Doris Mock-Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kolumne abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Mission impossible alles andere als sinnlos

  1. Sabine Adameit schreibt:

    Ich denke, wenn sich jemand die Mühe macht, etwas zu versenden, dann denkt er sich immer etwas dabei. Somit macht es zumindest für ihn Sinn. Ob der Empfänger darin einen Sinn sieht, bleibt natürlich fraglich. 😉

    Gefällt 2 Personen

    • quittenbluete schreibt:

      Liebe Sabine,
      wenn der Empfänger keinen Sinn erkennen kann, so ist davon auszugehen, daß der Sender den Empfänger nicht genügend kennt oder sein Wesen erkennen will. Oder aber der Empfänger nicht offen sein Wesen dargelegt hat oder keine Akzeptanz gegenüber dem Sender vorliegt. In allen Fällen ist es vom Sender und Empfänger ein Verbleiben, ein Verkleben in seinem eigenen Gedankenkreis, also die Unfähigkeit, sich in andere Wesen einzufühlen oder zu wollen.
      Ich empfinde die Auswahl der Geschenke für andere oftmals wesentlich spannender als das Auspacken der für mich bestimmten Pakete.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s