USA: Neu erwachte Rechtspopulisten rechtfertigen Drohgebärden


https://www.flickr.com/photos/aigle_dore/5951731719/sizes/z/

flickr.com/ Moyan_Brenn/ (CC BY 2.0)

Vom Cowboy zum rüpelhaften Hegemon – Antiamerikanismus notwendiger denn je

Da stellen sich doch so manche „Pappnasen“ vor eine Kamera, um uns mitzuteilen, die Demokratie sei am Ende angelangt, der Neoliberalismus fordere seinen Tribut, in dem das einfache Volk mit der Wahl Trumps endlich reagiert habe entgegen des Establishments, welches sich im sicheren Hafen wähnte. Tatsächlich, so simpel wischt man soeben eine mühevolle, jahrzehntelang kritische Haltung gegenüber dieses Hegemons weg, um auf solche Weise die neu erwachten Rechtspopulisten als Drohgebärde zu rechtfertigen?

Die würden uns blühen, wenn wir weiterhin eine selbstgefällige Politik wählen, als sei nichts geschehen? Erneut funktionierte das Strickmuster des Guten oder des Bösen, in dem man in den USA gleich zwei Kandidaten nach oben puschte, die dramatischer kaum sein konnten. Jetzt obsiegte der Rassismus, den man gar als Chance verkauft, weil unter Killary die Welt im Atombombenstaub ohnehin zerfallen wäre. In den USA der Weg gezeichnet vom Coyboy zum rüpelhaften Hegemon. Antiamerikanismus notwendiger denn je, oder?

Obamas Regentschaft hinterläßt Steilvorlagen für Trump

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zum Guten für den kleinen Mann, ein Trump legt sich doch nicht mit einer Klientel wie er selbst an, Lobbyisten haben im Reigen eines sich verselbständigenden Globalismus auch weiterhin freie Hand. Wer hierbei an ein Stop von Zauberhand glaubt, scheint zu vorschnell und leichtgläubig phantastischen Versprechen zu erliegen, bewährte Ausbeutung setzt sich mit Sicherheit fort.

Dazu hat nicht nur Obamas Regentschaft gesorgt, hinterläßt Steilvorlagen für Trump. Es handelt sich um die strategische Fortsetzung einer Weltenherrschaft, ob es die Rechtspopulisten verschweigen oder beschönigen. Die ursprüngliche Haltung linker Kräfte mit aufkommenden Antiamerikanismus, den sich gerade in den letzten Jahren Rechtspopulisten zu eigen machten, mag in den Augen letzterer ein jähes Ende durch Trump gefunden haben. In Wirklichlichkeit hat dieser sich den Vorgaben des Wirtschafts- und Finanzdiktats zu beugen, zu hoch liegt die Meßlatte jener Klientel, die stets die Fäden in den Händen hält.

Drohgebärden nutzen rein gar nichts – wann beginnt das eigentliche Aufwachen?

Autoritäten entlarven sich fortlaufend, vor allem bei wirklich kritischen Zeitgeistern. Nicht etwa bei sogenannten Steigbügelhaltern in manch politischen Parteien, selbst bei angeblichen Systemkritkern und Aussteigern in den Medien, die am Ende doch in den Reigen einer Notwendigkeit für Trump verfallen, den sie nunmehr als Hoffnungsträger im Sinne einer Protestkultur hochstilisieren, er möge es den alt-eingefahrenen Seilschaften zwischen Politik und Wirtschaft zeigen. Alles Mittel zum Zweck. Manche glauben ernsthaft, dadurch ließe sich ein wachsender Rechtspopulismus aufhalten.

Solche Drohgebärden nutzen rein gar nichts, wenn die Mehrheit der Bevölkerung mal wieder hereinfällt, werden sie am Ende gewählt, der politische Flächenbrand findet bereits etliche Opfer, ob in Österreich, Polen, Frankreich, England oder gar hierzulande. Wann beginnt das eigentliche Aufwachen? Nachdem erneut ein aufkeimender Rechtspopulismus wie schon früher verharmlost wird, die Linken innerhalb eigener Ideen total zerstritten alles negieren, was nicht in ihre verschiedenen Weltbilder paßt, eine Mitte völlig entnervt und alleingelassen kurz vorm eigenen Zerfall sich der Einheit der Nationalisten anschließt?

Genau dann obsiegt die Herrschaft und das Diktat jener braunen Brut, die schon wieder schalten und walten darf. Rassismus erhält eine Selbstverständlichkeit, so daß Menschenrechte nur auf dem Papier festgehalten die theoretische Vorgabe darstellen. In der Praxis bewährt sich nicht nur „divide et impera“, es findet wohlgefälligen Anklang trotz Kant’scher Aufklärung, einer Möglichkeit freier Gesellschaften, die somit als „geduldetes Experiment“ daher gescheitert gelten mögen.

Lotar Martin Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s