Ärztliche Versorgung scheitert vermehrt an zu hohen Kosten


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Politik berücksichtigt die ärmere Bevölkerung zu wenig

Den neuen Tag entspannt genießen, einfach mal sich zurücklehnen, ohne jedwede Einschränkung. Dabei profitieren wir von unserem höchsten Gut, der Gesundheit, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Die einen per klingelnde Münzen, wohl eher per Bündel von Geldscheinen, elektronisch auf Konten verwaltet, die anderen können sich gerade noch Arztbesuche und Medikamente leisten, mit zunehmenden Abstrichen, während etliche einfach Arztpraxen aus Geldnot gezwungenermaßen meiden. Willkommen in der Drei-Klassen-Medizin, die längst traurige Realität geworden.

Eine wachsende Altersgesellschaft steht im Widerspruch zur ärztlichen Versorgung, sollte sich das ach so rühmliche Gesundheitswesen hierzulande viel besser wegducken angesichts zunehmender Mängel auf vielen Ebenen, die besonders Ärmere knallhart am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die Politik berücksichtigt die ärmere Bevölkerung zu wenig.

Mit jeder Gesundheitsreform verringteren sich die Leistungen

Betrachten wir uns die Mißstände. Wie kann es sein, daß früher ein Alleinverdiener einer Familie die gesamten Versicherungskosten zur Gesundheit abdeckte, dabei die Leistungen der Krankenkassen vielfach erträglicher waren für Patienten? Ganz einfach, es hängt alles damit zusammen, daß die Gelder von unten nach oben fließen mögen.

Bei jeder Gesundheitsreform verringerten sich die Leistungen zum Nachteil der Patienten, gleichzeitig profitierten davon sowohl die Krankenkassen als auch die Ärzte selbst. Der kranke Mensch im Fokus einer gut verdienenden Klientel, die gewissenlos fleißig abschöpft? Besonders rücksichtslos verhielt es sich mit dem im Sommer 2003 im Zuge der Agenda 2010 ins Leben gerufenen „Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GMG), die Praxisgebühr wurde eingeführt, Entbindungs- und Sterbegeld gestrichen. Es folgten nach jeder neuen „Reform“ weitere Einschränkungen der Versicherten. Gleichzeitig verdoppelten sich trotzdem die Gesundheitsausgaben allein in den rund zwanzig Jahren von 1992 bis 2012. Wer hielt da wohl die Hand auf?

Abbau einer ursprünglich sozialgerecht verteilten Gesundheitssicherung

Letztlich offenbart purer Zynismus die Dekadenz realitätsferner Politik, daran ändert auch ein Gesundheitsminister Hermann Gröhe nichts. Er hat sich an den Kurs seines Ministeriums, der Bundespolitik zu halten, welcher lautet: Sparen zugunsten einiger weniger Lobbyisten, die den Hals nicht voll genug kriegen können.

Eine wirkliche Reform würde nämlich dafür Sorge tragen, daß ein flächendeckender, genereller Ärztemangel, somit nicht nur Fachärzte betreffend, nicht mehr vorherrschen würde, ein Gesundheitssytem seinem Namen gerecht wird, dem Schwächsten keine unnötig hohen Kosten aufbürdet, die jene davon abhalten, sich überhaupt noch in ärztliche Behandlung zu begeben.

Irgendwie erinnert diese Entwicklung an den bisherigen US-amerikanischen Weg. Während drüben ein Barack Obama wenigstens sich bemühte, seine Gesundheitsreform zu verwirklichen, die zumindest etwas Linderung für die Betroffenen bedeuten würde, findet hierzulande der Abbau einer ursprünglich sozialgerecht verteilten Gesundheitssicherung statt.

Der zoologische Garten im Gesundheitswesen besteht aus Versuchskaninchen, Opferlämmern, grauen Panthern, schwarzen Schafen, weißen Haien, Dinosauriern, Pechvögeln, Papiertigern, Wölfen im Schafspelz, Schafen im Wolfspelz… (und das Resultat ist entsprechend). (Dr. rer. pol. Gerhard Kocher)

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Ärztliche Versorgung scheitert vermehrt an zu hohen Kosten

  1. Jürgen Fuhrmann schreibt:

    Hallo liebe Leser,
    kann dem Artikel nur beipflichten. Habe 40 Jahre gearbeitet und zur Zeit Eu-Rentner.
    Habe im Unterkiefer eine Prothese, die nicht mehr fest sizt. Aus diesen Grund schlägt
    mir der Zahnarzt vor, 2 Stiftzähne einzusetzen, damit der Zahnersatz fest sizt und ein
    vernünftiges Essen wieder möglich ist. Leider kostet mich diese Behandlung ca.2000 eu.
    Ich erhalte eine Rente in Höhe von 840 Euro und muss somit einen Kredit aufnehmen,
    um die Behandlung zu bezahlen. Ich freue mich über die viel gepriesene Solidargemein-
    schaft in diesen Land, wo all diejenigen alles kostenlos bekommen, die hier nie in die
    gesetzliche Kasse eingezahlt haben.

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