Schreiberlinge sinnentleert


https://pixabay.com/de/hand-schreiben-stift-menschen-325321/

pixabay.com

Ach, wie sinnentleert
doch manch Schreiberlinge
setzen auf das Pferd
der vielen bösen Finsterlinge.
Die lauern in der verloren Heimat,
die man abgöttisch liebt,
das traute Heim hat sich samt Format
in Luft aufgelöst, wo ist der Dieb?

Da man ohne eine Heimatliebe
nur ein halber Mensch sein kann,
wird gekramt, gedroht mit Hiebe,
durchs Gesuche ein Chaos hervorkam,
nichts an seinem Platz mehr stände.
Da konnte nur ein Fremder schuldig sein,
alles auf den Kopf gestellt, sogar die Wände,
die Gedanken flüstern nur noch mein, mein.

Man schreit es in die Welt hinaus,
mit Haß, Wut und proletenhafter Sprache,
Räuber, Verbrecher beuten uns aus,
mein Unglück ist eure Sache.
Jeder Einwand wird abgeschmettert,
sogar Hilfe zur Lösung ignoriert,
lieber wird das Heim zugebrettert,
jetzt läuft alles wie geschmiert.

Verunsicherung macht sich breit,
Ausbeutung, Lügen, Heuchelei
werden allerorten angezeigt,
sachliche Diskussion ist Liebelei
nur noch von Idioten, der Ausverkauf
der Freiheit hat begonnen,
schreien die Heimatlosen zu Hauf,
Nächstenliebe, Toleranz ist verronnen.

Die Finsterlinge in Wirklichkeit
die Täter sind, Liebe bedarf keiner Drohung,
gaben der Liebe zum Atmen keine Zeit,
sie floh aus der engen Umklammerung.
Und ist erstmal die Liebe vergrault,
aus dem Herzen, dem Haus, der Heimat
nützt kein Satteln auf dem nächsten Gaul,
denn Liebe braucht eine tolerante Heimstatt.

Schreiberlinge, da nützt kein Schreien, kein Zetern,
auch nicht auf zigtausend Papiermetern.

Nafia

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Schreiberlinge sinnentleert

  1. Harald Joerke schreibt:

    Am Anfang war das Wort; jedoch verhallt´s oft ungehört, wenn man es nicht weiter trägt;
    Wie anders doch ist des Schreibers Feder; sie ermüdet nie; weil aus Willenskraft geprägt.

    Die Heimat ist ein hohes Gut, nur darum fass ich immer Mut;
    niemals lass ich mich unterjochen; auch wenn der Teufel kommt gekrochen!

    Gefällt mir

  2. quittenbluete schreibt:

    Sehr geehrter Herr Joerke,
    schön, daß mein Gedicht Sie inspiriert hat Ihren Kommentar ebenfalls in Versform zu schreiben. Liebe zur Heimat, seinem zuhause ist ein individuelles Gefühl, diese Liebe ist nicht übertragbar, weil Empfindungen eine persönliche Gefühlswelt darstellen. Allerdings ist Liebe, egal ob zu Personen, Tieren, Sachen, mit Toleranz zu begegnen. Ansonsten kann sie zu einer übersteigerten Wertigkeit stilisiert werden, die die „Objekte der Liebe“ hemmt in ihrer Entwicklung. Da alles einer stetigen Entwicklung unterliegt, auch Heimat, sollten wir dann nicht eher der Heimat die Gelegenheit bieten ihr in ihrer Veränderungphase beizustehen, indem wir sie mit Liebe und Toleranz mitgestalten, anstatt polternd einen Zustand zu fordern, der vergangen ist.
    (In etwa wäre dies gleichzusetzen mit manchen Menschen, die der Vorstellung anheim fallen, ihre Jugendlichkeit durch operative Eingriffe zu erhalten)
    Mit freundlichen Grüßen
    Doris Mock-Kamm

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s