USA nach der Wahl: Biste für oder gegen Trump?


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Welch simple Phrasen sich aufgefordert fühlen

Da hocken die einen vor der Laptop-Kamera und freuen sich diebisch wie selbstverliebt die Medien doch über den neugewählten, diesen Donald, während der Wahlkampfzeiten hergezogen hatten, um sich händereibend über dessen Siegeszug ins Weiße Haus auszulassen. Klar doch, sollen sie doch, man will ja schließlich keen Spielverderber sein oder als Spaßbremse gelten, ein jeder so wie er mag.

Mit der Killary, wie viele sie hämisch nannten, wären die Amis ohnehin schnellstmöglich in Syrien mit den Russen aneinandergeraten, hätte ohne weiteres ein Worst-case-Szenarium eines globalen Atomkrieges ausbrechen können. Das soll jetzt ein Trump verhindern, der selbst, außer vielen Sprüchen, so gut wie über keine politische Erfahrungen verfügt. Braucht er och nicht, da sind doch ausreichend Experten an seiner Seite, gar manche aus dem republikanischen Lager, die ihm beistehen.

So simpel funktionieren politische Ämter, erst recht beim Hegemon. Ach so, paßt ja jetzt nicht mehr, jene Kritik, weil mit Trump wird die Welt friedlicher, frohlocken bereits all jene, die von Beginn an auf ihn gesetzt hatten, er soll für frischen Wind sorgen, weil er doch die janze verlogene Mischpoke des etablierten Estabalishments beiseite fegen möge, durch ihn würde wieder alles besser.

Aha, ein Rassist soll die Geschicke dieser USA richten, und seine Anhänger halten ihm die Stange dabei? Nicht wörtlich nehmen, sexistisch-frauenverachtende Entgleisungen gab es schon zu genüge während dieser Wahlkampf-Ära, die seit gestern beendet. Jetzt heißt es nach vorne blicken. The Donald wird mal soeben für den enttäuscht, alleingelassenen Mittelstand ein El Dorado des Aufschwungs aus dem Hut zaubern. Was vor ihm mehreren Präsidenten eben nicht gelang, wird dieser Steuertrickser mit äußerst windiger Geschäftsvergangenheit- und Gegenwart schon richten. Interessant, durch welche simplen Phrasen sich etliche aufgefordert fühlen, dem neuen 45. Präsidenten zu huldigen.

Dabei sollte sich keiner Illusionen hingeben, mit Killary wäre nichts besser geworden, och sie kann keen Wasser in Wein verwandeln, weder blühende Landschaften entstehen plötzlich aus dem Nichts noch neue Arbeitsplätze. Die Sache mit den Russen wäre unter ihrer Fuchtel lebensbedrohlich für die Menschheit geworden, wovon man ausgehen muß. Aber mal Hand aufs Herz: Glauben hier tatsächlich Gutgläubige, daß eine Rüstungsindustrie, Pharmakonzerne und Banker sich mittels eines Präsidenten beeindrucken lassen? Wir wissen doch nicht erst seit gestern, daß die gesamte Weltgeschichte immer am Tropfhahn des Geldes hing, oder? Da kann och keen Newcomer wie dieser Trump etwas ändern.

Also, biste nu für oder gegen Trump? Wer gegen ihn ist, hat zugleich sämtliche Rechtspopulisten, Russlandkenner- und Freunde gegen sich, obendrein jene, die tatsächlich meinen, er würde die USA von ihrer asozialen Politik befreien. Denkste. Hat schon mal einer von jenen neuernannten Marktschreiern mal die Frage in den Raum geworfen, ob es noch was anderes gibt, außer Pest oder Cholera, Hillary oder Donald? Was ist mit Jill Stein? Ganz einfach: In den USA herrschen nur diese beiden Parteien, alles andere hat sich unterzuordnen. Wie armselig.

Lotar Martin Kamm

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