Lebenserfahrungen hinterlassen ihre sichtbaren Spuren


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Altern ein völlig natürlicher Prozeß

In dein Gesicht laß mich schauen, was mir so vieles verspricht an gelebtem Sein, denn diese Falten mögen den Jungen und Alten Zeugnis ablegen, weil gezeichnet vom Leben. Wenn jede Falte uns Geschichten erzählt, dann wissen wir ebenso, Altern ist ein völlig natürlicher Prozeß.

Durchaus möglich, daß bestimmte Redensarten sich mit der Zeit durchsetzten, so auch: „A Schwôb wird erschd mit vierzich gscheid.“ Daß damit dem süddeutschen Volk auf der Schwäbischen Alb unterstellt wird, es im Grunde genommen in den ersten Lebensjahrzehnten eher ein Spätzünder in der Entwicklung sei, mag jene Redensart entstehen haben lassen, andererseits spricht die 40 auch für Lebenserfahrung, für eine bestimmte Gewißheit, so manche Fehler zu vermeiden.

Ideal ewiger Jugend ein Widerspruch der Natur

Man sollte schon festhalten, daß es Menschen gibt, die von Beginn an genetisch bedingt fast keinen Einfluß ausüben können, was die sichtbare Hautalterung anbelangt bzw. eine erhöhte Faltenbildung, dies besonders im Gesicht für Irritationen führen mag. Da helfen weder überteuerte Vitampräparate oder andere heilsamversprechende Medikamente noch eine speziell angewandte Ernährung.

Problematisch für solche Menschen, wenn sie einer Gesellschaft ausgesetzt, in der Schönheitsideale die Allgemeinheit beeinflussen, sich viele an ihnen orientieren, gar zu messen versuchen. Dann stören Falten vehement. Wobei man sich stets die Frage stellen sollte, wieso bei Männern, die u.a. auch ins Schwabenalter kommen, Falten als Reife interpretiert werden, während Frauen stets eher mißachtet werden.

Frau hat dem Schönheitsideal einer junggebliebenen, faltenfreien Haut zu entsprechen, was somit selbst die Kosmetikindustrie äußerst werbewirksam nicht nur zu vermarkten versteht, sehr gut daran verdient, sondern darüberhinaus unsere Gesellschaft ihm bedenkenlos nacheifert. Denken wir hierbei besonders an die weit verbreiteten Schönheits-OPs. Die Folge: „Alte, faltige Frauen“ werden abgewertet, gar ausgeschlossen.

In sofern muß man revidieren, daß Älterwerden schwerwiegender sich darstellt, in Wirklichkeit an Äußerlichkeiten sich „festmacht“, selbst wenn inszwischen in den Industrienationen die Höhe des Alters zunimmt, bedeutet es längst nicht, in allen Lebenslagen auch akzeptiert und respektiert zu werden. Denken wir an das Arbeitsleben, trotz der Erhöhung des Renteneinstiegsalters wird es für Arbeitnehmer mit zunehmenden Alter, einen Job zu erhalten, erst recht in Zeiten latent vorhandener Arbeitslosigkeit immer schwieriger bis aussichtslos.

Mitmenschlichkeit vs. verlogener Werbebranche

Mitnichten läßt sich das Image der ewiglich jugendlichen Haut durchhalten, weil jeder Mensch dem Alterungsprozeß ausgeliefert sich stellen muß. Beim einen sichtbar früher, beim anderen halt später. Na und?! Während viele die markanten Gesichtszüge eines Sean Connery bewundern, der erst im Alter gerade für die Frauen interessant wurde, vermochte ein Leonardo DiCaprio lange Zeit sich seiner jugendlichen Alterserscheinung erfreuen. Gegensätze verdeutlichen dies vielleicht anhand dieser beiden bekannten Filmschauspieler, hingegen manche betreten wegschauen, wenn Frauen ins „Faltenalter“ gelangen, um es mal so deutlich zu nennen.

Dennoch erzählen Falten im Gesicht uns ihre ganz eigenen Geschichten, spiegeln das Wesen des Menschen wider, ob männlich oder weiblich, offenbaren den Charakter, die Lebensgewohnheiten, egal ob genetisch vorbelastet oder mittels Rauch- und Alkoholkonsum herbeigeführt, sie machen uns aus. Gönnen wir sie den Menschen, die sie nach außen tragen, tolerieren deren markante Gesichtszüge, horchen zu, wenn Alter uns begegnet, vorurteilsfrei, respektvoll. Das zeichnet Mitmenschlichkeit aus, die sich eben nicht nach künstlichen Vorgaben einer verlogenen Werbeindustrie richtet.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Lebenserfahrungen hinterlassen ihre sichtbaren Spuren

  1. PachT / Blogger schreibt:

    Meine LEBENSERFAHRUNGEN
    jedenfalls lassen sich nicht g o o g e l n !

    Gefällt 2 Personen

  2. Harald Joerke schreibt:

    Junge Leute sehen den natürlichen Prozess der Alterung oft mit ganz anderen Augen; sie haben zwar die Bilder ihrer Eltern oder Großeltern gesehen; aber sich richtig „vorstellen“ wie sie „gewesen“ sind, fällt ihnen schwer. Alterung ist ein natürlicher Prozess und Menschen, die für sich in Anspruch nehmen, „ewig“ leben zu wollen, kann ich nur raten, sich etwas intensiver mit dem eigenen Seelenheil auseinander zu setzen. Die dabei gewonnen Lebenserfahrungen werden – überwiegend emotional und daher unbewusst „gespeichert“; die Seele verträgt nun mal keinen Müll.

    Ich denke, dass nur die Seele jung bleiben kann, sie ist zwar auch anfällig gegenüber Verletzungen und die daraus erwachsenen Narben erkennt man auch nicht sofort – nicht mal bei sich selbst!

    Kehrt sich nun das innere nach außen, in Form von Aktivität oder Passivität – kommt es – je nach individueller Einstellung, zu „Trotzreaktionen“, die darin gipfeln, sich mit aller Gewalt irgendwelchen Klischees anzupassen. Eine Lizenz zum Geld drucken für die „Beauty- und For-ever-Young-Branche“?

    Dummheit im Umgang mit sich selbst, gepaart mit Fehlernährung, exzessivem Konsumverhalten und die Vernachlässigung von Bewegung in frischer Luft fordern nun mal ihren Tribut!

    Alls „Sälbchen“, Cremes, „Schönheitsoperationen“ können nie den Glanz der Seele ersetzen, bei andere Menschen strahlen, wenn sie sie erkennen! Das ist wahre Schönheit!

    Gefällt 1 Person

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