Hartz IV: Übereifer mancher Jobcenter bedroht Betroffene


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flickr.com/ aktion-freiheitstattangst.org/ (CC BY 2.0)

Willkür nimmt bereits freien Lauf

Eigentlich sollte sich niemand wundern, zumal einige Menschen sich prädestiniert fühlen, ihre Macht ohne irgendwelche Gewissensbisse auszuführen. Das kennt man nicht erst seit dem Film „Die Welle“, sondern zeigte sich stets genau dann, wenn Menschen eine Möglichkeit gegeben, andere demütigen zu dürfen.

Was neben den Medien auch politisch Verantwortliche skrupellos in der Öffentlichkeit präsentierten, die Hetze gen Hartz-IV-Empfänger, veranlaßte daher ebenso manche Jobcenter, in ihrem Übereifer Betroffene zu bedrohen, die Willkür nimmt ihren freien Lauf.

In Soest und Stade ticken die Uhren ein wenig anders

Um es gleich mal vorwegzunehmen, die Bewohner der beiden genannten Orte tragen keinerlei Schuld, es sind mal wieder Einzelne, die unglaubliche Entscheidungen und Handlungen vollziehen. Unfaßbar das Verhalten des Jobcenters Soest, welches sich über den richterlichen Beschluß im Fall einer betroffenen alleinerziehenden Mutter hinwegsetzt, ihr weiterhin keine Leistungen ausgezahlt werden, so daß sie von Obdachlosigkeit betroffen ist.

Der zuständige Sachbearbeiter des Jobcenters besitzt die Unverfrorenheit, die Entscheidung des Gerichts zu mißachten, um sogar im Gegenzug eine Beschwerde seinerseits einzureichen. Eine Mutter mit Kind auf bestem Wege in die Obdachlosigkeit, während eine deutsche Behörde die zuständige Justiz einfach ignoriert, so etwas nennt man Willkür!

Vor kurzem fühlten sich auch die Mainstream-Medien aufgerufen, über das Jobcenter Stade zu berichten, weil dortigst ein übereifriger Mitarbeiter einen eigens angefertigten Fragebogen entwarf, in dem eine Betroffene über ihr Sexuelleben ausgehorcht wurde.

Alles nur Einzelfälle oder eher die Spitze des Eisbergs?

Sie dürfen von der Spitze des Eisbergs ausgehen, weil viele Betroffene sich höchstwahrscheinlich nicht trauen, den Entscheidungen oder gar der Willkür mancher Jobcenter zu widersprechen, sich zu wehren. Deutsche Gründlichkeit in Sachen Sozialrassismus flammt erwartungsgemäß auf, ein Nachtreten gen Ärmste der Armen beweist nur zu deutlich, in wie weit unsere Gesellschaft verkommt. Statt über moderate Lösungen nachzudenken, endlich die Sanktionspolitik oder noch besser diese Hartz-IV-Gesetze gänzlich abzuschaffen, erleben wir nunmehr die ganze Tragweite inhumaner Handlungsweisen.

Dabei gäbe es durchaus andere Abhilfen politischer Gestaltungen, denken wir ans BGE oder ans Bandbreitenmodell. Solange aber die Politik meint, sie müsse den vorbestimmten Weg einer nimmersatten, profitgeilen Wirtschaft folgen, wird sich kaum etwas bis gar nichts ändern.

Lotar Martin Kamm

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3 Antworten zu Hartz IV: Übereifer mancher Jobcenter bedroht Betroffene

  1. coco_lores schreibt:

    Da wundert es nicht das die Afd Zulauf bekommt.

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  2. hraban57 schreibt:

    Na, diese Herleitung entbehrt allerdings jedweder Logik, wo doch jeder wissen sollte, daß die AfD noch einen draufsetzt. Wenn diese Partei regiert, wird Zwangsarbeit wieder salonfähig.

    Gefällt 1 Person

  3. Peter Romaker schreibt:

    Zwangsarbeit ist Salonfähig! Seit 1978 langsam etabliert. Zeitarbeit
    Egal welche Partei, alles einerlei, denn wer nimmt wirklich fuer die Partei
    die es nötig hätten –

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