Umweltschutz: Belastung der Gewässer hält an


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Gifte in Flüsse gekippt und ins Meer entlassen

Bedenkenlos entsorgen Menschen ihren Müll vor Ort, an den Straßenrändern, sogar vor eigener Haustür, muten den Flüssen jedweden Abfall zu bis hin zur Duldung, daß die Industrie ihre giftigen Substanzen dort einleitet, man kann nur noch von einem Ausbleiben des Umweltbewußtseins sprechen oder zumindest von einer sträflichen Ahnungslosigkeit.

Was möge diese erschreckende Gleichgültigkeit aufhalten, wenn trotz großartiger Umweltkampagnen weiterhin ganze Industrieverflechtungen zusammen mit einem Pool nahezu grenzenloser Korruption stattfindet, in Wirklichkeit alles andere als ein umweltpolitisches Handeln? Gifte in Flüsse gekippt und ins Meer entlassen ein nach wie vor hinzunehmendes Ergebnis ohne Aussicht auf nachhaltige Besserung?

Deutschlands Umweltstandards vorbildhaft und doch ohne notwendige Konsequenzen

Natürlich weiß jedermann, daß gerade unser Land in Umweltstandards weltführende Errungenschaften veranlaßte und oftmals durchsetzte, diese vorbildhaft zu mancher Nachahmung führten, der betroffenen Umwelt sei Dank. Obwohl solche politischen Prozesse als begrüßenswerte Entwicklung wir weltweit beobachten können, wenigstens punktuell in manchen Staaten, deren Industrien oder Landschaften, sollte man das Gebot der Stunde, Umweltverbrechen stets anzumahnen, keineswegs vernachlässigen.

Sorgen dürfen durchaus betont werden, denn was hierzulande schon sträflich verharmlost wird, bedeutet weltweit sowieso ein Desaster. Eine bereits von 1994 bis 2004 betriebene Studie der Universität Koblenz-Landau kommt zu dem Ergebnis, daß es um die Wasserqualität in Deutschlands Flüssen schlecht bestellt sei. Malen Sie sich mal selbst aus, was da draußen weltweit ohne jedwede ausdrückliche, nachhaltige Kontrolle geschieht mit den Flüssen, die als Abwasserentsorgung dienen.

Flüsse als Abwassertransportmittel mißbraucht

Kennen Sie noch die Zeit der wunderschönen Batik-T-Shirts, die in den 1970iger Jahren begünstigt durch die Hippie-Bewegung gern getragen wurden? Die Ursprünge dieser Textilfärbeverfahren findet man in Indonesien. Doch während die Europäer oder die US-Amerikaner ahnungslos sich solch bunter Kleidung erfreuen, nutzen dies hunderte Textilfabriken an Javas größtem Fluß, dem Citarum, um dortigst ihre giftigen Substanzen wie das hochkonzentrierte, krebserregende Antimon, das hormonschädigende Nonylphenol oder das hochtoxische Tributylphosphat einzuleiten, obwohl rund 25 Millionen Menschen aus dem gleichen Gewässer ihr Trinkwasser gewinnen, es dem Waschen oder der Bewässerung ihrer Farmen und Reisfelder dient. So etwas nennt man einen in Kauf nehmenden Tod in Raten mittels ignoranter Industriefirmen.

Obwohl die Weltgemeinschaft durchaus zurecht gen China schaut, weil dort sehr viele Menschen unter einer Umweltbelastung unvorstellbaren Ausmaßes leiden müssen, dürfen wir nicht einfach den Rest der Welt vernachlässigen, zumal natürlich hinter dieser Kritik auch machtpolitische Interessen sich verbergen. Ob in Afrika, wo der Viktoriasee längst umzukippen droht, da Kenia, Tansania und Uganda bedenkenlos ungeklärte Haushalts- und Industrieabwässer in ihn einleiten, im Niger sowie im Senegal fast keine Fische mehr vorhanden sind, Indiens heiliger Ganges einer offenen Kloake gleicht, überall meint Mensch, weltweit seine Flüsse als Abwassertransportmittel mißbrauchen zu müssen, ganz gleich welche Konsequenzen daraus folgen.

Wegweiser für ein greifendes Umweltbewußtsein

Die Detox-Kampagne, wie sie Greenpeace im Juli 2011 ins Leben rief, ein zukünftiger Wegweiser, in wie weit ein um sich greifendes Umweltbewußtsein gefördert wird? Manche Erfolge muß man in diesem Fall schon feststellen, wenn Firmen wie Puma, Adidas, Li-Ning, H&M, C&A und Mark & Spencer sich bereit erklärten, auf gefährliche Chemikalien zu verzichten.

Unsere Zukunft wird zeigen, in wie weit die Menschheit ihre Flüsse weiterhin belastet oder aber endlich begreift, wie wichtig Umweltschutz uns alle vor möglichen Katastrophen bewahrt, dessen gefährliches Ausmaß wir längst nicht wirklich abschätzen können.

Unterhalten sich zwei Angler am Rhein, die sich von Petri Heil geradezu verfolgt vorkommen. Fragt der eine den anderen: „Sag mal, weißt du, warum die Fische wie wild anbeißen?“ – Sagt der andere lakonisch: „Die wollen raus!“ (Verfasser unbekannt)

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Umweltschutz: Belastung der Gewässer hält an

  1. Bernd Engelking schreibt:

    Nichts als Apelle. Nicht die einfachen Menschen tragen die Verantwortung, sie werden vom System arm, abhängig, unselbstständig, egoistisch und unmoralisch gemacht, damit sie ihm dienen.
    Und wenn schon die Entwicklungsländer angesprochen werden, wer hat den ganzen Unfug den dorthin getragen? Die wenigen Verantwortlichen reiben sich die Hände, wenn die Verantwortung an die einfachen Menschen abgeschoben wird.
    https://deutsch.rt.com/gesellschaft/42491-ecuador-wie-ol-multis-amazonas/

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