Dein Wort in Gottes Ohr


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Wenn Moralapostel manipulativ unterwegs sind

Sie treten wieder verstärkt auf, die Moralapostel, die, – und dafür gaukeln sie sogar mit Gottes Wort -, uns wieder zurück zu der wahren Liebe, der wahren Familie, der wahren Werte, der wahren Wahrheit führen wollen. Es ist nicht nur blanker Hohn, sondern bewußte Irreführung über die Inhalte der Lehren der verschiedenen Religionen.

Und doch erleben wir vermehrt, daß genau dies zurzeit geschieht und zwar nur aus dem Grunde, Machtpositionen, Meinungen über andere zu stülpen. Wer hat Interesse daran, Menschen in die Irre zu führen, um sein Ziel zu erreichen und mit Lügen, Heuchelei, Manipulation, Drohungen, Hetze zu agieren? Für den Ursprung dieser Verhaltensweisen gibt es mehrere Erklärungen, das würde hier in diesem Kontext zu weit führen, nur eins ist allen gemeinsam: Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Jedem wird Aufmerksamkeit zuteil, der es versteht, durch Lärm, unglaublich wirkenden Tatsachen das Interesse des Gegenübers zu erreichen. Ist dieses Interesse geweckt, kann man nun „eine Schippe drauflegen“, ab da ist es so gut wie egal, was man sagt oder tut, denn es gilt ab jetzt die Beachtung, nicht zu verlieren und die Gunst der Stunde zu nutzen. Und der Einfachheit halber Begriffe, die in ihrem Verständnis mehrere Deutungen, Bedeutungen, Sinn, Verständnis benötigen, kontinuierlich zu benützen, damit der Effekt des nicht Vergessens eintritt.

Beginnen wir mit Liebe, Liebe deinen Nächsten. Ein in sich schon sehr schwieriges Thema, da dies nur möglich ist, wenn ich mich selbst liebe, aber diese Selbstliebe nicht höher gestellt ist als die Liebe zum Nächsten und die Nächstenliebe nicht höher gestellt wird, als die Liebe zu sich selbst. Klingt zwar einfach, ist es aber nicht, denn die Liebe unterliegt Schwankungen, die vonnöten sind, um sie zu begreifen. Eine starre Liebe kann zur obsessiven Liebe wandeln, die in Zwänge ausarten kann, aus der beide „Liebenden“ oder einer der beiden „Liebenden“ nicht mehr entfliehen vermag. Deshalb ist eine vorgeschriebene „Liebe“, zu was auch immer, nicht dazu geeignet, die Liebe zu beschreiben, denn nur „freie“, „wandelbare“ Liebe kann auf Dauer Bestand haben. Das gilt für alle Arten von Liebe, auch für die Heimatliebe.

Mit der Familie, als Hort der verwandtschaftlichen Beziehung, ist es fast ähnlich. Auch hier gilt im Allgemeinen, je weniger Zwang, Drohung, je mehr Offenheit, Toleranz, desto zufriedener der Familienzusammenhalt. Aber wer sich nicht nur im engen Kreis seiner Umgebung, sondern ebenso durch Literatur informiert, wird vielleicht festgestellt haben, daß eine „gesunde“ Familienstruktur nicht einfach zu leben ist. Wie ansonsten ist es zu erklären, daß es vermehrt psychologische, therapeutische Hilfsangebote gibt, um Streitigkeiten in den Familien zu deeskalieren? Und denken, sagen Sie jetzt nicht, das war früher anders, besser, ist nicht vorgekommen, denn dann sind Sie schon auf die Heuchler hereingefallen. Die Wahrheit ist, es gab immer schon Probleme in den Familien, nur heutzutage dürfen sie angesprochen, ausgesprochen werden, schließlich ist: „Und sie lebten glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.“, nur ein Schlußsatz unter vielen Märchen.

Der Begriff Werte umschließt mehrere im positiven Sinn zu verstehende Verhaltenskodexe. Alle als Wert aufzuführenden Begriffe wie Tugend, Moral, Verständnis, Ehre, Treue sind dennoch individuellen Verständnissen ausgesetzt, und wird den Werten dieses abgesprochen, so kann man von einer Ideologie sprechen. Eine Weltanschauung, die für die einzelnen Individuen keine Möglichkeit der Selbstreflektion bietet und duldet, dies bedeutet, sich einem Totalitarismus zu beugen. Denn auch hier gilt, wie für Liebe und Familie, starre Vorstellungen hemmen die Möglichkeit der freien, ungebundenen, offenen Gesellschaft.

Zum Schluß, die Wahrheit, die wahre Wahrheit, die Wahrheit, die Allgemeingültigkeit hat. Diese Wahrheit gibt es nicht! Aber es gibt die Möglichkeit, in die Nähe einer Wahrheit zu gelangen, wenn wir im Diskurs mit anderen Übereinstimmungen feststellen, ohne die anderen einem Druck auszusetzen, die eigenen Erfahrungswerte, Wissen zu übernehmen.

Doris Mock-Kamm

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2 Antworten zu Dein Wort in Gottes Ohr

  1. Auberge Keur Diame schreibt:

    Liebe Doris
    Das ist wunderbar formuliert. Vielen Dank für Deine Worte!
    Gerade habe auch ich mir in ähnlichen Bahnen Gedanken gemacht, diese versucht zu formulieren. Dieses Thema ist sicherlich eines der Wichtigsten unserer Zeit.
    Auf dass wir die Liebe leben, auch wieder auferstehen lassen und sich ihrer erfreuen!
    Ich wünsche mir, viele Menschen in das Boot der Liebe holen zu können. Dies ist (wie es auch schon immer war) unser Rettungsboot.
    Mme Ruth

    Gefällt 3 Personen

  2. Lallajunge schreibt:

    Es gibt viele, für die moralische oder auch christlichen Werte nichts bedeuten. Die kennen nur einen Wert, den des Geldes. Für Geld werden auf dieser Welt die schlimmsten Untaten begangen, angefangen mit der Lüge bis zum Mord. Ohne moralische Werte ist das Leben nichts wert.

    Gefällt 1 Person

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