Chemische Schädlingsbekämpfung wider der Natur


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flickr.com/ Lutz Blohm/ (CC BY-SA 2.0)

Wirtschaftspolitik verhindert kritische Fragen

Wird schon nicht so tragisch sein, einfach verdrängen, wegducken und sich ablenken lassen, was da gewisse „Ökofuzzis“ anmahnend verkünden. Wir Menschen können viel vertragen und überhaupt, wen interessiert’s denn dermaßen ausführlich, zumal Ärzte noch zur Stelle, die notgedrungen uns zur Hilfe eilen.

Dennoch könnte vielleicht ein Stückweit was dran sein, daß die chemische Schädlingsbekämpfung wider der Natur. Was verhindert eigentlich ein messerscharf analytischer Blick, der vielen verloren gegangen? Zuviel Ablenkung oder Beruhigung seitens einer clever inszenierten Wirtschaftspolitik, bei der alles unternommen wird, um kritischen Fragen geschickt auszuweichen, sie obendrein zu verharmlosen!

Giftige Substanzen belasten die gesamte Umwelt

Die US-amerikanische Biologin und Zoologin, Rachel Louise Carson, konnte nicht erahnen, als sie 1962 ihr viertes Buch „Silent Spring“ (Stummer Frühling) veröffentlichte, was sie mit diesem völlig berechtigten Werk auslöste, welches sogar ein wissenschaftliches Beratergremium des damaligen US-Präsidenten, John F. Kennedy, im sogenannten „Wiesner-Report“ dahingehend bestätigte, eine Politik der umweltgerechteren Schädlingsbekämpfung zumindest anzustreben.

Längst sollte nach 54 Jahren bekannt sein, in wie weit sich eine chemische Industrie kümmert, die keinerlei Rücksicht nimmt, nach wie vor das Los hochgradiger Vergiftung zugunsten des Profits uns erreicht, Hauptsache Pestizide, Herbizide oder Biozide finden reißenden Absatz. Und je unkritischer die Bevölkerung, besonders in den Schwellenländern oder der Dritten Welt, um so dreister und skrupelloser werden all jene giftigen Substanzen Mensch und Umwelt zugemutet. Aber was weit entfernt geschieht, erreicht selbst uns.

In wie weit die allgemeine Ignoranz bekannter Gefahren, die von Pestiziden ausgehen, dennoch stattfindet, sieht man an der Zunahme des Anstiegs: Von 1994 bis 2010 erhöhte sich gar der Pestizideinsatz um jährlich 40.000 Tonnen, wobei auch die höchst gefährlichen Neonikotinoide einfach verwendet wurden, selbst Kleinstmengen alle Insekten toxisch belasten, deshalb die Nahrungsgrundlage von Vögeln empfindlichst zerstört wird.

Eine spanische Studie hat übrigens nachgewiesen, daß in hoher Dosierung aufgenommene Neonikotinoide aber auch andere Pflanzenschutzmittel sowohl zu Befruchtungsproblemen als auch zum Tod bei Rothühnern führen kann, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Zwar verbot die EU-Kommission des Einsatz einiger Neonikotinoide, um betroffene Bienenvölker zu schützen. Wie lang die Politik dem Druck der Pharma-Lobby standhalten kann, wird sich noch herausstellen. Der politische Alltag offenbarte bisher ein Desaster zu Ungunsten der betroffenen Natur, wie jüngst bei der Genehmigung zur EU-Durchführungsverordnung vom 18. August 2015 geschehen.

Zurück zur Natur reine Wunschvorstellung?

Menschen neigen meist dazu, Widerständen aus dem Weg zu gehen und das erst recht, wenn die eigene Existenz gefährdet, da gewisse Kräfte sich das Zepter des wirtschaftspolitischen Einflußes niemals nehmen lassen.

Erfreulich, wenn manchmal völlig unverblümt Menschen wie z. B. der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl sich äußern wie in einem Interview, wo er zur hochnäsigen „Weinkultur“ bemerkte, daß aus der ursprünglich wilden, dem Dionysos geweihten Weinpflanze heute verschrumpelte Leute von einem „wunderbaren Bouquet“ faseln, was einer totalen Überästhetisierung gleichkäme. Auch nimmt er kein Blatt vorm Mund, zitiert das Verhältnis indianischer Kulturen zum Tabak, die in exakt bemessenen Dosierungen diesen rauchten, um in Kontakt zur Welt der Geister zu treten, während der gelangweilte heutige Dauerraucher den Ausdruck der ewigen Konsumlust unterstreicht, wie Storl ausführte.

Aber was wollen uns die alten Mythen und Naturvölker sagen? Zurück zur Natur reine Wunschvorstellung oder einfach die Fortsetzung chemischer Keulen? Ersteres versuchen immer mehr Menschen, wenn auch schwierig umzusetzen in einer hektisch gestörten, zusammengerückten Welt, letzteres hinzunehmen würde einen biologischen Kollaps bedeuten, der Satz der Cree sich nicht nur bewahrheiten, sondern obendrein danach kein Zurück mehr zulassen, denn eines sind wir mit Sicherheit nicht: die Schöpfung!

Lotar Martin Kamm

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