Nachmittagsbesuche


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Pünktlich jeden Spätnachmittag
stand er am gußeisernen Friedhofstor.
Und die stetig ewig gleiche Frag,
bin ich noch gescheit oder ein Tor?

Das Jenseits jetzt öfters lächelte,
trostlose Gedanken summierten sich,
er hustete unter Schmerzen, hechelte,
träumte vermehrt vom absoluten Nichts.

Nach der Seele Ruhe suchte er,
so flüchtete er bisweilen vor sich selbst,
ohne Ziel, bis zu jenem Blumenmeer
vor einem Laden, seinen Blick festhält.

Er kaufte einen großen Strauß Blumen,
bunt zusammengestellt, ertastete Blatt
für Blatt, durch ihn floß ein Summen,
er fühlte sich plötzlich satt, so satt.

Da kam er sich irgendwie stark vor,
der Weg zurück am Friedhof entlang,
kein Zögern, er durchschritt das Tor,
damals, da fing das Beschenken an.

Täglich nun verweilt er, in sich gekehrt,
mal still, mal mit Worten, mit Witz,
mit Sarkasmus, nie mit einer Predigt
an den Gräbern, die er schmückt.

Viele Namen sind ihm nun geläufig,
Zwiegespräche ergaben sich,
sein Husten nicht mehr so häufig
ihn plagte. Trauer der Freude wich.

Manchmal ihn Fragen plagten,
ob seines Handelns, Tor oder nicht.
Die Gräber ihm die Antwort gaben,
liegst du einst hier, Freunde sind um dich.

Nafia

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