Hartz IV: Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei


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Verein Sanktionsfrei e.V. mit Podiumsdiskussion im Colonia Nova (Berlin)

Böse Zungen würden jetzt einfach überspitzt formulieren, eine solche Diskussion und Initiative käme reichlich spät, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Natürlich kann man stets Kritikpunkte finden, die durchaus ihre Berechtigung haben. Andererseits muß man uneingeschränkt festhalten: Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei, das Motto der von Michael Bohmeyer und Inge Hannemann ins Leben gerufenen Initiative.

Inzwischen als Sanktioansfrei e.V. unterwegs ruft jetzt zum 13. Oktober der Verein zu einer Podiumsdiskussion im Berlin-Neuköllner Colonia Nova auf, wobei Inge Hannemann, Katja Kipping, Helmut Kleebank, Hans-Christian Ströbele zugegen sein werden, als Special-Guest wird der Schauspieler, Liedermacher und Kaberettist Bodo Wartke mitwirken.

Viel Wirbel um die ins Leben gerufene Inititiative bei Startnext

Die im Februar dieses Jahres ins Leben gerufene Initiative bei der Crowdfunding-Plattform Startnext sorgte erst mal für viel Wirbel, auch die Seite gegen-hartz.de stellte zunächst die Frage, ob es sich dabei um ein weiteres Unternehmen der Armutsindustrie handle oder eine Kampagne mit systemveränderndem Einfluß. Letzteres wird wohl viel eher der Fall sein!

Verständlicherweise entbrannte ebenso eine heftige Diskussion im ELO-Forum, das Für und Wider fand etliche Argumente, wobei am Ende doch Ergebnisse zählen, die nicht einfach so entstehen mögen, sondern vielmehr in der tagtäglichen Auseinandersetzung mit Betroffenen, den Jobcentern.

Der Sanktionspolitik endlich ein Ende bereiten

Genau das kann nur das Ziel einer solchen Kampagne sein, was im übrigen all diejenigen eint, die selbst betroffen sind, vor Ort für die Rechte der Hartz-IV-Empfänger eintreten, sich in Netzwerken organisieren, bis hinein in die Politik selbst. Die Linke hat als einzigste Partei im Deutschen Bundestag von Beginn an gegen diese sozialrassistischen Gesetze gestimmt, gerade Katja Kipping nutzt jedwede Gelegenheit, um ihren Unmut zu dieser verkehrten Politik zu äußern, die natürlich ganz besonders mittels deutscher Gründlichkeit böse Früchte trägt, denken wir an die vielen Opfer bis hin zu Todesopfern.

Insofern kann man einen solchen Verein nur gutheißen, die Vorgabe bestimmt den Weg, an dessen Ende nur die Durchsetzung des Sanktionsstops sein kann. Wenn Menschen ohnehin mit Hartz IV am Existenzminimum leben müssen, dann darf ein Staat eben keine Sanktionen verhängen, die eklatante Geldkürzungen bedeuten.

Das ist nicht nur menschenverachtend, sondern widerspricht dem Grundsatz des GG Artikels 1, die Würde des Menschen ist unantastbar und ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt. Daher verbleibt die berechtigte Forderung: Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei. Die verantwortliche Politik hat die Verpflichtung, die Sanktionen abzuschaffen!

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Hartz IV: Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei

  1. Matthias schreibt:

    Ich gehe jeden Tag zur Arbeit (tausche meine Lebenszeit gegen Geld), und bekomme von diesem Geldbetrag am Ende des Monats rund die Hälfte für Steuern und Abgaben abgezogen. Gerät jemand in wirtschaftliche Notlage, wird er davon unterstützt – keine Frage! Aber ich erwarte dann auch, dass er sich darum kümmert, möglichst schnell wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Tut er das nicht, obwohl er es könnte (!), lebt er auf Kosten meiner Lebenszeit, und dafür fehlt mir schlicht und einfach jegliches Verständnis: ich helfe gerne, aber ausnutzen lasse ich mich nicht! Ihre Argumentation verfängt daher nur bei hinreichend simpel gestrickten Gemütern, da die Geldströme in unserem Land genügend abstrakt sind, sodass derjenige, der zahlt, nicht direkt sieht, wie sein Geld eingesetzt wird!

    Gefällt 1 Person

    • hraban57 schreibt:

      @Matthias

      Ihrer Argumentation möchte man lieber nicht folgen, weil sie sich auf sehr dünnem Eis bewegt. Ginge es nach einer noch härteren Gangart in der Politik – die wird es sicherlich mit einer AfD nachlesebar geben – müßten Betroffene schlichtweg hungern oder sterben. Ihre Behauptung, daß Notbedürftige schmarotzend sich nicht um eine Stelle bemühen, entbehrt jedweder Grundlage und entspricht eben nicht der Wirklichkeit. Ganz im Gegenteil, die allermeisten wollen einen Job, bekommen nur keinen! Daher wird nichts daraus mit meiner Argumentation, die sich angeblich verfangen soll. Die von Ihnen zitierten „schlicht simplen gestrickten Gemüter“ mahnen zurecht den Abbau eines Sozialstaates an. Denn wenn der gänzlich versagt, dürfen die eigentlichen Schmarotzer (Steuerhinterzieher, Ausbeuter seitens Konzerne) sich sehr warm anziehen. Bekanntlich holt sich ein tobender Mob stets das, was man ihm verwehrt!

      Gefällt 2 Personen

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